Dirty Sound Magnet – DSM III

Livepower auf einem Studioalbum

Artist: Dirty Sound Magnet

Herkunft: Schweiz

Album: DSM III

Spiellänge: 39:28 Minuten

Genre: Psych Rock, Psychedelic Rock, Rock

Release: 18.03.2022

Label: Hummus Records

Link: http://dirtysoundmagnet.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Stavros Dzodzosz
Bassgitarre, Gesang – Marco Mottolini
Schlagzeug, Gesang – Maxime Cosandey

Tracklist:

  1. Body In Mind
  2. Meet The Shaman
  3. Toxic Monkeys
  4.  Mr Robert
  5. Pandora’s Dream
  6. DSM III
  7. Heavy Hours
  8. Sunday Drama

Aus der Schweiz spürt man die starke Anziehungskraft des Dirty Sound Magnet. Bei den Musikern aus den Alpen ist der Name nicht nur Programm – sie konnten ihren Status in der Psych Rock und Psychedelic Rock Szene nicht nur in ihrer Heimat immer weiter ausbauen. Vor zwei Jahren brachten sie Live Alert heraus und haben aus der Pandemie-Not eine Tugend gemacht. Das Material wurde in der Liveform improvisiert und es wurden sogar Stücke bei der Show verändert. Auftritte von Dirty Sound Magnet sind besonders spannend, was die Interpretation der eigentlichen Studioproduktionen angeht. Jetzt steht mit DSM III das dritte Studioalbum in den Startlöchern, welches am 18.03.2022 über Hummus Records veröffentlicht wird. Acht Songs dröhnen fast 40 Minuten lang in Old School Rock Manier aus den Boxen. Psychedelisch griffig, progressiv groovend und mit vielen gelungenen Headbang-Elementen vereinen sie alles das, was ein schmutziger Soundmagnet so aufgreifen kann.

Das Artwork versprüht nordamerikanischen Flair, die typischen Bemalungen der Ureinwohner ähneln denen der Psych Rock Bewegung in Europa. Der Effekt bleibt gleichermaßen mystisch wie ergreifend. Stavros Dzodzosz, Gitarrist und Mainsänger des Trios, ergreift mit den beiden Openern Body In Mind und Meet The Shaman gleich die Initiative. Gesanglich wird er wie gewohnt von Bassist Marco und Schlagzeuger Maxime unterstützt. Im Kopf bleibt vor allem die zweite Nummer Meet The Shaman, die zwischen den Welten anfängt, hin und her zu taumeln. Toxic Monkeys – ein Titel, der für ein leichtes Lächeln sorgt, während die Bilder vorm inneren Auge wie bei einem Daumenkino dahinblättern. Frech, erfrischend und selbstbewusst drücken Dirty Sound Magnet aufs Gas. Dabei schrauben sie das rechte Pedal im Cockpit nicht fest, sondern lassen dieses flexibel hin und her fliegen, um durch verschiedene Gangarten ihre musikalischen Gedanken perfekt untermalen zu können. Was beeindruckt, ist die Tatsache, dass der Silberling wie beabsichtigt keinen klinischen Studiosound besitzt, sondern den Hörer eher als Livesession umgarnt. Live Alert war bei den Anhängern derart gut angekommen, dass die drei Musiker dieses Konzept auch auf ihrem neuen Longplayer aufgreifen wollten. Unberechenbar brechen sie 70er like immer wieder die Muster auf, lassen Platz für Richtungswechsel innerhalb der Scheibe sowie der einzelnen Nummern. Eine gute Portion Funk bekommt Pandora’s Dream geimpft. Während DSM III in verträumte Melodien verfällt, die Platz für weite Atmosphären lassen. Back To The Roots, Heavy Hours groovt hüftschwingend mit der Zielflagge. Der klassische Rock bekommt progressive Höhepunkte induziert, der Refrain sitzt und die Riffs bringen nochmals Schwung in die Bude. Mit dem Blick in die Ferne entlässt Sunday Drama mit einem harmonischen Instrumental.

Dirty Sound Magnet – DSM III
Fazit
Dirty Sound Magnet reißen ihre DSM III Wundertüte auf. Darin enthalten ist ein wilder Mix aus allem, was den Rock schmutzig, unzähmbar und emotional gestaltet. Die Handschrift führt in die späten 70er. Dort verankert blickt das Trio aber auch in das Hier und Jetzt. Gefangen im eigenen Schaffen lassen sie die Blicke glücklicherweise weit genug schweifen, um ihr Songwriting authentisch aufzuziehen. Mit DSM III gibt es dieses Frühjahr das wohl stärkste Album der Schweizer, welches ihr zwingend antesten solltet. 

Anspieltipps: Meet The Shaman, DSM III und Heavy Hours
René W.
8
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