Disillusion: veröffentlichen ihr limitiertes Instrumental-Album „Ayam“

Die deutschen Avantgarde-Metal-Pioniere Disillusion haben am 8. November die limitierte Instrumental-Edition ihres hochgelobten aktuellen Albums Ayam veröffentlicht. Das Album steht auch als Stream zur Verfügung.

Ayam kann jetzt hier in voller Länge gestreamt werden:

Disillusion kommentieren: „Wir sind begeistert, dass unser erstes Instrumentalalbum überhaupt endlich das Licht der Welt erblickt“, schreibt Sänger und Gitarrist Andy Schmidt. „Die Idee für dieses Konzept entstand bereits während der Aufnahmen zu Ayam. Wir wollten die Musik metaphorisch das Sprechen übernehmen lassen. Eine Fülle von Details und Feinheiten innerhalb der Tracks sind nun in den Vordergrund gerückt. Das erlaubt einen ganz anderen Blick auf das Album und beleuchtet bisher verborgene Facetten. Hoffentlich finden Sie das genauso spannend wie wir. Enjoy!“

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Ayam wird sich das vierte Disillusion Album auf Platten- und CD-Playern gedreht haben und unzählige Male gestreamt worden sein. Jede Melodie, jedes Rhythmus-Muster und jede Note wird wieder und wieder gehört worden sein. Und doch gibt es noch viele musikalische „Geheimnisse“ zu lüften und Schätze zu finden.

Mit Ayam (Instrumental) bieten Disillusion ihren treuesten Anhängern eine schöne Karte, um einige der versteckten Juwelen zu finden. Ohne den großartigen Gesang beginnen andere Aspekte der Songs zu glänzen, und neue Aspekte eines jeden Tracks treten in den Vordergrund. Zu den ursprünglichen Songs wurde nichts hinzugefügt, nur die Vocals wurden aus Ayam entfernt.

Wer sind wir? Wohin gehen wir? Das sind die existenziellen Fragen, die sich für viele von uns in den letzten Jahren gestellt haben und die auch Disillusion während der Entstehung von Ayam beschäftigt haben. Ohne die Möglichkeit, live aufzutreten und auch privat von vielen Einschränkungen betroffen, verlagerte sich der Fokus der deutschen Avantgardisten voll und ganz auf ihre Band und die Kreation neuer Songs sowie die Aufnahmen. Der Effekt ist hörbar: Ayam klingt im Vergleich zu den bereits hochgelobten Vorgängerveröffentlichungen reicher, noch vielschichtiger und ausgereifter. Dabei sind die Feinheiten ihrer Musik nie nur Mittel zum Zweck, sondern die ganze Komplexität wird vor allem dem inneren Gefühl und dem filmischen Aspekt jedes einzelnen Songs unterworfen.

Die thematischen Fragen und mehrdimensionalen Schichten der Songs spiegeln sich auch im Albumtitel Ayam wider. Das Wort leitet sich aus dem Sanskrit ab und bedeutet „Dieser Eine“. Im Englischen ausgesprochen klingt es wie „I am“, während es rückwärts gelesen „Maya“ ergibt, was weder ein Zufall ist noch von der Band, die offensichtlich gerne Rätsel aufgibt, erklärt wird.

Während Disillusion enger zusammenrückten, überlegten sie auch, ob es an der Zeit sei, alte Gewohnheiten zu ändern und etwas Neues auszuprobieren. Dies führte zu der hervorragenden Entscheidung, den Mix des Albums zum ersten Mal anderen Ohren als denen der Band zu überlassen. Die Wahl hätte nicht besser sein können, denn der renommierte Produzent Jens Bogren (Opeth, Katatonia, Moonspell) hat wieder einmal seine aufregende Magie wirken lassen und den ohnehin schon einzigartigen Sound der Band noch weiter verbessert, indem er die wichtigsten Aspekte, wie z.B. den Gesang, in ein klangliches Rampenlicht stellte.

Disillusion wurden 1994 im ostdeutschen Zwickau um Sänger und Gitarrist Andy Schmidt gegründet und schafften das seltene Kunststück, bereits mit der Veröffentlichung ihres Debüts Back To Times Of Splendor im Jahr 2004 zu einer festen Größe im Bereich des avantgardistischen Melodic Death Metal zu werden. Die Deutschen waren schon immer bestrebt, neue Herausforderungen zu suchen und neue Wege zu finden, um ihre Musik weiterzuentwickeln, was durch das folgende Album Gloria verdeutlicht wurde, das radikale musikalische Schritte in mehrere Richtungen gleichzeitig unternahm. Gloria war seiner Zeit kompositorisch und klanglich weit voraus, was im Vergleich zu Gojiras Meisterwerk Magma, das ein Jahrzehnt später erschien, deutlich wird.

Trotz ihres frühen Erfolges legten Disillusion eine kreative Pause ein, bis sie 2016 mit der Single Alea und einem neuen, auf mehreren Positionen veränderten Line-Up plötzlich zurückkehrten. Wahrscheinlich sogar zur Überraschung der Band hatte sich in dem Jahrzehnt ihrer Abwesenheit eine große und treue Fangemeinde gebildet, was sich in ausverkauften Shows und einer sehr erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne zur Realisierung eines neuen Albums zeigte, die die Deutschen für Ayam wiederholten.

Als The Liberation 2019 veröffentlicht wurde, beschrieben Kritiker das Album als logische Fortsetzung von Back To Times Of Splendor. In den Songs spiegelten sich 15 Jahre zusätzliche Erfahrung in der musikalischen Entwicklung von Andy Schmidt wider. The Liberation lud alle besten Qualitäten von Disillusion auf: das perfekte Zusammenspiel von massivem Metal mit Momenten purer Euphorie und ruhiger Introspektion, die eine klangliche Achterbahnfahrt leidenschaftlicher Emotionen schaffen.

Mit Ayam segeln Disillusion erneut zwischen den Sternen zu neuen Sternenkonstellationen des Heavy-Sounds. Dabei bleiben die deutschen Avantgarde-Pioniere ihrem generellen Kurs treu, werfen aber auch immer wieder den Anker aus, um neue Planeten zu erkunden, die mit einer Vielzahl von strahlenden Klängen im All funkeln. Ayam bietet eher eine spannende Evolution als eine radikale Revolution, und die neuen musikalischen Formen und Mittel von Disillusion sind wunderschön und erstaunlich anzuschauen. Dieses Album ist ein goldenes Ticket, um an der außergewöhnlichen Reise eines Lebens teilzunehmen. Ihr könnt jederzeit einsteigen, wenn ihr möchtet. Und mit Ayam (Instrumental) könnt ihr sogar die Panoramastraße nehmen!