Field Invasion Festival vom 11.07. – 13.07.2019 in Urbach presented by TFM.rocks

Kleines, schickes Festival auf den Höhen des Westerwaldes

Eventname: Field Invasion Festival 2019

Bands: Hellwerk, Crownfall, Mortal Peril, Amplified Memory, Slaughterra, Crossplane, Broom Death Thunder Bristles, Setyoursails, Maelføy, Left Betrayed, Leviathan, Draconisgena, Tribium, The Gäs, Myosotis, The Helldozers

Ort: Festivalgelände, 56317 Urbach

Datum: 11.07. – 13.07.2019

Kosten: VVK Hardcoverticket 22 Euro, Donnerstag und Freitag AK 15 Euro, Samstag AK 18 Euro, Kombi-Ticket AK 25 Euro

Genre: Melodic Death Metal, Thrash Metal, Groove Metal, Modern Metal, Power Speed Metal, Alternative Metal, Metal Core, Death Metal, Rock’n’Roll, Metal’n’Roll

Besucher: ca. 700

Veranstalter: Field Invasion Crew

Link: https://www.field-invasion-festival.com/

Aus gemeinsamen Lagerfeuernächten wurde von jungen Festivalgängern ein eigenes Festival geboren, welches dieses Jahr bereits in die 13. Runde geht. In den Höhen des Westerwaldes, genauer gesagt auf einem Feld in Urbach bei Puderbach, erklingen am 12.07. und 13.07.2019 erneut die etwas härteren Töne des Metals. Querbeet aus verschiedenen Genres und Subgenres werden in diesen Tagen vor allem regionale Bands ihr Können unter Beweis stellen.

 

Wie im letzten Jahr kann ich an diesem tollen Festival leider nur am Freitag teilnehmen. Am Samstag ist für mich ein privates Festival in Trier angesagt. Metalkumpel Olli (Don Blindö) feiert dort seinen 50. Geburtstag mit drei Bands! Den Freitag lasse ich mir aber auf keinen Fall entgehen.

Bereits am Donnerstag fahre ich hoch auf die Höhen des Westerwaldes, um unser Time For Metal Banner zu befestigen. Von den Veranstaltern Max und Mathias und den anderen werde ich herzlich begrüßt. Die freuen sich, dass ich wenigstens einen Tag dabei sein kann. Ich freue mich, die Jungs und ihren Anhang wiederzusehen. Auf dem Weg zurück treffe ich schon Kumpel Dirk mit seiner Frau Isabella. Ist noch nicht so lange her, wo wir uns getroffen haben, das war Ende Mai auf dem Open Air in Kamen.

So, heute rechtzeitig auf der Arbeit aufgehört, meinen Sharan zum Übernachten auf einer Matratze eingerichtet und erneut hoch. Ich stelle das Auto auf dem Platz ab und bei dem Weg hoch treffe ich erneut Dirk und Isabella. Wieder gibt es ein Bier zusammen. Jetzt aber schnell hoch, die erste Band beginnt. Auf dem Weg treffe ich dann auf Sarah, die mich ein wenig aufhält. Hier auf dem Festival kennt man sich, aber nicht nur vom Field Invasion, sondern auch von anderen ähnlichen Open Air Veranstaltungen, wie zum Beispiel Der Detze Rockt. Alles eine große Familie.

Das Line-Up für Freitag, 12.07.2019:

17:35 – 18:20 Hellwerk
18:40 – 19:25 Crownfall
19:45 – 20:30 Mortal Peril
20:50 – 21:35 Amplified Memory
21:55 – 22:40 Slaughterra
23:00 – 24:00 Crossplane

Die erste Band, Hellwerk, ist bereits am Spielen. Das höre ich schon, als ich mich noch mit Sarah unterhalte. Ich denke mir noch: Der Kerl da oben hat aber eine kräftige Stimme. Auf dem Infield angekommen, reibe ich mir dann zunächst einmal die Augen, denn der angenommene Kerl auf der Bühne ist doch ein Mädel. Unverkennbar! Blond und in einem roten Kleid. Oh Mann, da haben wir anderen hier auf dem Festival wohl den falschen Dresscode. Das sagt mir auch Detlef, der mit den anderen Jungs wie jedes Jahr wieder hier ist.

Die Frankfurter Hellwerk machen eine solide Mischung aus Alternativ und Industrial Metal. Eyecatcher ist natürlich ihre Frontfrau Anny Missix, die es vorzüglich beherrscht die Vocals zwischen harsh und clean zu wechseln. Wobei ich gestehen muss, dass sie mir mit ihren harsh voices, die sie so richtig rausrotzt, am besten gefällt, denn das passt eigentlich gar nicht zu ihrem Erscheinungsbild da oben. Das macht es aber aus. Die Band hebt aufgrund ihres Alters doch den Altersdurchschnitt hier auf dem Festival, was aber auch nicht schlecht ist. Die Frontfrau performt ganz toll, rechts und links steht die Saitenfraktion der Band in auffälligen Sonnenbrillen und sorgt für das notwendige Gerüst!

Für den frühen Abend sind doch schon einige Fans vor der Bühne. Das freut mich für die Band, denn das ist ja nicht immer so. Auch den Veranstalter freut es. Ich treffe zwischenzeitlich PY Fisher, den Frontmann von Sic Zone, der im letzten Jahr mit seiner Band hier den Headliner gemacht hat. Wir trinken etwas zusammen.

 

Weiter geht es mit Crownfall. Die vierköpfige Kölner Metalband ist von ihrem Stil her sehr breit aufgestellt. Thrash Elemente treffen auf Groove Metal, aber auch Alternative Metal und Achtziger Heavy Metal ist zu hören. Das ist für mich dann doch von allem in einem etwas zu viel. Aber egal, wir haben hier großen Spaß. Die Band, die Fans und ich sowieso. Nachdem ich die Fotos gemacht habe, schaue ich sie mir von oben vom Bierstand aus an, denn ich trinke mit ein paar Freunden das Westerwälder Bier. Ganz klar gibt es hier in der Heimat Hachenburger Pils. Als Alternative ist auch Kölsch zu haben. Das erklärt die räumliche Nähe zu Köln und auch die verstärkte Präsenz von Bands rund um Köln.

 

Den ersten Höhepunkt des heutigen Abends gibt es mit Mortal Peril. Sind irgendwie für mich auch Kölsche. Sie kommen zumindest aus dem kölschen Umland. Mit Pete, dem Gitarristen, habe ich vorhin zusammen mit PY Fisher schon zusammengestanden. Die beiden richten das Metal Colonia Fest am 07.09. im Club Volta aus. Sie haben mich eingeladen. Muss ich mal schauen, ob ich es schaffe.

 

Zurück zu Mortal Peril. Die sind jetzt wirklich nicht schwer einzuordnen. Das ist fucking Thrash Metal. Bang or die heißt es jetzt. Die Haare fliegen und die Fans sind außer Rand und Band. Klasse Performance der vierköpfigen Band. Da gibt es jetzt was auf die Nüsse. Das Wetter spielt noch ausgezeichnet mit. Fans mit Kutten rücken näher an die Absperrung und feuern die vier Jungs auf der Bühne an. Sehr kurzweilig, der Gig von Mortal Peril.

Musikalisch einen kompletten Umbruch gibt es mit den folgenden Amplifield Memory aus München! Noch nie was von der Band gehört!? Nicht schlimm, ich auch nicht! Ab sofort haben die Jungs auf jeden Fall einen neuen Fan, nämlich mich! Ich glaube aber, es dürften doch noch einige mehr sein, nach diesem Freitag. Sie bezeichnen das, was sie machen, selbst als Progressive Melodic Extreme Metal. Ja, könnte man so nennen. Das geht ab hier. Voller, kerniger Sound, kein Wunder bei sechs Leuten auf der Bühne. Gestylt sind sie in so etwas wie einem weißen Bettlaken/Kittel mit schwarzen Klecksen. Ob das nun ein Rorschach Test ist? Ich bin total beeindruckt von der Mucke und der Performance. Ganz großes Kino, was die Münchener hier fabrizieren. Jetzt hat es auch angefangen, ganz heftig zu regnen. Das macht den Fans nun mal überhaupt nichts. Die gehen bei Amplified Memory voll ab. Toll!

 

Im Anschluss unterhalte ich mich mit den netten Jungs noch und trinke ein Bier mit ihnen. Die sind ja so was von begeistert von dem Field Invasion Festival hier. Ganz große klasse. Die würden auf jeden Fall gerne wiederkommen. Sie geben mir ihre CD Vas Hermeticum mit. Da gibt es natürlich demnächst ein Review dazu. Die CD der Münchener muss man unbedingt in einem Review besprochen haben!

 

Slaughterra aus Landau in der Pfalz nehmen die Steilvorlage der Münchner Amplifield Memory direkt auf. Und weiter geht es mit einer Hammertruppe. Slaughterra setzt sich aus den beiden Worten Slaughter (Schlächter) und Terra (Erde) zusammen. Die Band sagt dazu: „Den Menschen als Schlächter seiner eigenen Erde und somit auch als Schlächter seiner selbst zu sehen, nimmt sich die Band als Leitbild.“ Mit den netten Jungs habe ich mich bereits vor ihrem Gig im Merchzelt unterhalten. Das Quartett serviert eine explosive Mischung aus Metalcore und Deathcore. Wie gesagt: Steilvorlage von Amplifield Memory angenommen und ab geht es. Sänger Julien probt direkt schon mal das Stagediving und ist schnell auf den Händen der Fans. Das gibt es eine tolle Runde auf dem Platz vor der Bühne. Damit sind die Fans schon gefangen. Geile Performance und es geht hier noch mal so richtig ab.

 

Schwere Regenschauer können dem Treiben auf und vor der Bühne nichts anhaben. Es wird einfach weitergepeitscht. Steffen und Denis an den Saiteninstrumenten geben ein hervorragendes Double ab, welches sich mehrmals duelliert. Im Hintergrund zerlegt Chris sein Schlagzeug. Sind die anderen Bandmitglieder vom Regen nass, so bekommt er diesen wohl nicht ab, aber trotzdem ist er klatschnass vom Schlagzeug spielen. Das Besondere an ihrer Musik ist, dass sie Songs sowohl mit englischen, als auch deutschen Texten performen. So stehen neben Songs mit Titeln wie About To Fail oder Sempiternal Pain auch solche wie Herz Aus Stein, Sehnsucht oder Verloren In Der Zeit auf der Setlist. Toller Gig, bei dem die Musiker mittlerweile aufpassen müssen, dass sie nicht ausrutschen, denn die Bühne ist durch den Regen klatschnass!

 

Zwischenzeitlich immer mal wieder unter den Zelten oder am Pavillon Schutz vor dem Regen gesucht. Dort einige gute Gespräche mit alten und auch neuen Freunden und Bekannten gesucht. Wir sind uns einig: Dieses Jahr hier in Urbach auf dem Field Invasion ist wieder mega.

 

Noch ist der Headliner des heutigen Abends nicht durch. Die sind dann zur späten Stunde dran. Das sind Crossplane. Die Essener sind Pure Fucking Rock´n´Roll! Schon mal was von Motörhead gehört!? Crossplane kann man getrost als so was wie die deutschen (Ruhrpott) Motörhead bezeichnen. Da sind wir uns auf dem Platz alle einig. Mit ihrer Mucke und durch die schon vorher aufgeheizte Stimmung haben Crossplane hier leichtes Spiel. Nun ist das Infield Pure Fucking Rock´n´Roll.

 

Alles ist am Tanzen und der Regen macht den Fans hier überhaupt nichts. Der kommt sowieso in Schauern. Er ist also da, weg und wieder da! Rauer und kraftstrotzender Sound und biergeschwängerte Luft laden ein zum Ruhrpott Rock´n´Roll hier auf den Höhen des Westerwaldes. Die Jungs da oben auf der Bühne kommen authentisch rüber. Liveerfahrung haben sie zur Genüge, schließlich haben sie von 2016 bis 2019 über 200 Shows in ganz Europa abgeliefert.

 

Kurz nach Mitternacht ist Schluss hier mit der Mucke. Auf dem Platz ist aber noch einiges los. Man kann noch was essen oder trinken und dies zu absolut kleinen Preisen. Irgendwann suche ich dann in der Nacht doch mein Auto zum Pennen auf, und lege mich hin.

 

Ausgeschlafen, mittags ab nach Hause und dann gleich ab nach Trier zu Don Blindös Geburtstagssause. Schade, wäre gerne auch auf dem Field Invasion am zweiten Tag dabei gewesen, aber teilen kann ich mich nicht.

Hier trotzdem das Line-Up für Samstag, 13.07.2019:

13:15 – 14:00 Broom Death Thunder Bristles
14:20 – 15:05 Setyoursails
15:25 – 16:10 Malføy
16:30 – 17:15 Left Betrayed
17:35 – 18:20 Leviathan
18:40 – 19:25 Draconisgena
19:45 – 20:30 Tribium
20:50 – 21:35 The Gäs
21:55 – 22:40 Myosotis
23:00 – 24:00 The Helldozers

Fazit: Wieder einmal ein toller erster Tag beim Field Invasion Festival. Tolle Atmosphäre. Ich gehe mal davon aus, dass der zweite Tag ebenfalls so geil war. Alles zu annehmbaren Preisen. Viele Freunde und Bekannte getroffen und tolle Gespräche mit denen und den Musikern gehabt. Ganz besonders habe ich mich gefreut, einige Leute wiederzutreffen, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen habe. Das Line-Up am ersten Tag war wirklich klasse. Herausgeragt haben auf jeden Fall Mortal Peril, Amplified Memory und Slaughterra. Das Wetter hat am ersten Tag leider nicht mitgespielt. Das hat der Stimmung jedoch keinen Abbruch getan. Das Field Invasion Festival 2020 kann kommen. Time For Metal ist wieder dabei. Wenn ich es schaffe, gerne auch zwei Tage.

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