Hadal – December

Morbider Winterreigen

Artist: Hadal

Herkunft: Triest, Italien

Album: December

Genre: Dark Doom, Gothic Doom, Death Doom

Spiellänge: 48:07 Minuten

Release: 05.12.2020

Label: Planet K Records

Link: https://www.facebook.com/HadalOfficial/

Bandmitglieder:

Gesang – Alberto
Gitarre, Hintergrundgesang – Frank
Bass, Hintergrundgesang – Teo
Gitarre – Frank
Schlagzeug – Daniele

Tracklist:

  1. December
  2. My River
  3. Red Again
  4. Dark Water
  5. The Obscure
  6. Without A Word
  7. Nothing Here
  8. Cold Lake
  9. Stormcrow

Hadal sind 2009 aus der Asche der italienischen Band So Cold hervorgegangen. 2017 erschien mit Painful Shadow der erste Longplayer nach zwei vorangegangenen Demos. Nun erscheint mit December passend zur kalten Jahreszeit das neue Album der Band aus Triest. Erhältlich sein wird es ab dem 5. Dezember als CD über Planet K Records. Vorbestellungen können bereits über das Bandcamp gemacht werden.

Hadal schaffen es auf ihrem Longplayer, eine schöne Symbiose von Atmosphäre und harten Dark Metal Riffs zu vereinen.

Genau die richtige Mucke zur aktuellen düsteren Jahreszeit. Kaum Licht, die Tage sind kürzer als die Nächte. Eine Jahreszeit, die auch an die Substanz gehen kann. Man schleppt sich so langsam vor sich hin. Der Tag der Wintersonnenwende, der Tag, an dem die Sonne am wenigsten bemerkbar ist, der kürzeste Tag und damit der Winteranfang meldet sich Ende Dezember.

In dieser dunklen Jahreszeit mag uns eine doomige Stimmung besonders einfangen. Alles um uns herum befindet sich in einem Untergang. Hadal fangen diesen Untergang / Doom bereits mit dem Titelsong December vollends ein.

Hadal verharren mit ihrem Album in einem musikalischen Winter. Auffallend der (klagende) Klargesang und der (anklagende) Harshgesang. Winter!!! Verzweiflung kommt aufgrund der sich nicht ändern wollenden Lichtverhältnisse auf und damit einhergehenden psychischen Bedrohung. Winter!!!

Franz Schuberts Winterreise in Dark Doom würde ich beinahe sagen. Abweisend und schön zugleich. Ein langsamer Groove setzt sich in Bewegung, um von Death Metal Riffs zurückgeschlagen zu werden.

Nicht nur der Titelsong, sondern auch das Album December ist voller Düsternis, schaurig düster und schön zugleich. Der Wechsel von Clean und Harsh Voices ist wie ein Klagen und Anklagen zugleich. Ein Verharren in der elendigen Verdammnis des Winters.

Eine Jahreszeit, die das Wasser gefrieren lässt. Dies passiert auch auf December, und wir kommen an Orten des kalten, eisigen Wassers vorbei, manchmal sprachlos, Without A Word!

My River kann nur der Hades oder ein Fluss der Verdammnis sein, der sich langsam in dieser Winterlandschaft vor sich hin schlängelt.

Dieses Rinnsal des Hades begegnet uns in Dark Water erneut. Dieses Mal schlängelt es sich zwar immer noch, jedoch mündet es in ein Meer von Dark / Death Metal. Schmerzerfüllt mit Eiseskälte.

Ich weiß gar nicht, was mir in diesem Werk von Hadal besser gefällt: die Clean Voices oder die Harsh Voices. Beide Gesangslinien sind sehr beeindruckend. Der klagende Reingesang reißt den Hörer quasi in die Tiefe. Der anklagende Harshgesang verleiht ihm den letzten Schmerz.

Nach eisigen Songs wie The Obscure, Without A Word und Nothing Here kommen wir in diesem tollen Album noch einmal an ein Gewässer. Im vorletzten Song wird es der Cold Lake sein. Der kalte See, fast zugefroren und vor Kälte strotzend. Dieser Cold Lake liegt in einem Reich, in das sich Legionen an Doom / Death Armeen zur letzten Schlacht begeben werden. Scheinbar friedlich schlummert er vor sich hin. In der Ferne vernimmt man bereits das Erklingen der Schwerter. Legionen um Legionen von Doom Armeen finden sich zu einer Schlacht im Winter am Cold Lake ein.

Düster, mit seinen Augen die Armeen unter sich erblickend, bringt uns die Stormcrow aus diesem Album, in dem die Gefahr besteht, dass wir in ihm verfangen bleiben.

Hadal – December
Fazit
Hadal bringen uns mit December in eine eisige Winterlandschaft, dem Untergang geweiht. Trotz aller Kälte gibt es hier eine sonderbare Atmosphäre, die den Hörer einlädt, sich dieses grandiose Album an einem eisigen Winterabend zurückgezogen an einem Kamin anzuhören und der zerschneidenden Kälte draußen vor der Tür zu harren. Da kommt doch tatsächlich so kurz vor der Wintersonnenwende mit December von Hadal ein Album heraus, welches in meine Jahres Top Five wandern könnte! Eine Schande, dass December nicht auf Vinyl erscheint.

Anspieltipps: December, My River und Cold Lake
Juergen S.
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