Hypocrisy – Hell over Sofia

„The Eraser´s here to twist your mind“

Artist: Hypocrisy

Album: Hell over Sofia – 20 Years of Chaos and Confusion

Spiellänge: 85:25 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 21.10.2011

Label: Nuclear Blast

Link: https://www.facebook.com/hypocrisy

Klingt wie: The Abyss, Kataklysm

Bandmitglieder:

Gesang – Peter Tägtgren
Gitarre – Peter Tägtgren
Bassgitarre – Mikael Hedlund
Schlagzeug – Reidar „Horgh“ Horghagen

Tracklist:

  1. Valley Of The Damned
  2. Hang Him High
  3. Fractured Millenium
  4. Adjusting The Sun
  5. Eraser
  6. Pleasure Of Molestation
  7. Osculum Obscenum
  8. Penetralia
  9. Apocalypse
  10. Fourth Dimension
  11. Killing Art
  12. A Coming Race
  13. Let The Knife Do The Talking
  14. Weed Out The Weak
  15. Fire In The Sky
  16. The Final Chapter
  17. Warpath
  18. Roswell 47

Über 15 Jahre ist es her, dass ich mich mit Hypocrisys Überalben Abducted und The Final Chapter auf Zombiejagd in Quake 2 begeben hab. Zombies fledderten sich damals mit einem morbiden Seufzen das Fleisch von den Rippen und schleuderten es in Richtung Spieler, um schließlich mit triumphalem Hypocrisy- Knüpplern der Marke Killing Art oder Adjusting the Sun voller Adrenalin ins Jenseits befördert bzw. ans Licht gezerrt zu werden. Zwei Jahre später erschien mit dem schlicht Hypocrisy betitelten Werk der sechste Meilenstein der Band, welcher bis heute unübertroffen ist und mir, nebenbei bemerkt, erneut den perfekten Soundtrack zu Unreal lieferte, interdisziplinäre Alienjagd sozusagen.
Als riesiger Hypo- Fan besorgte man sich natürlich auch die Bombe Into the Abyss, bevor Hypocrisys Schaffen mit dem Boxset 10 Years of Chaos and Confusion sozusagen abgerundet wurde. Nun erscheint Hell over Sofia – 20 Years of Chaos and Confusion und irgendwie klopfe ich mir stolz auf die Brust und kann sagen: „Ich bin ein alter Metalknochen, Hypocrisy haben mich zum Deathmetal gebracht.“ Somit freut es mich umso mehr, dass mich diese Band auch die letzten 10 Jahre (und hoffentlich noch viele Jahre mehr) durch die Zeit getragen hat und nun in ihrem, mit Deathmetal – Granaten gespickten Pulvermagazin, die Perlen vergangener Jahre zwischen den Klassikern der ersten zehn Jahre einreiht und im zeitgemäßen Soundgewand auf die Metalmeute regnen lässt.
Es ist ja bekannt, dass die Bulgaren völlig vernarrt in Metal sind. Somit war es die richtige Entscheidung, ein Hypocrisy – Konzert auch hier aufzunehmen. Enthusiastisch grölt der ganze Ostblock zu Hang Him High, bevor die Gänsehaut mit Fractured Millenium in Wellen über den Körper geschickt wird. Kein Wunder, denn gefühlte 10000 Fans geben alles und hächseln ihre Stimmbänder extra für die Band, um anschließend mit gebangtem Hirnwasser während Adjusting the Sun und Eraser den letzen Funken Verstand auszulöschen, der vom knüppelnden Triple- Medley Pleasue of Molestation, Osculum Obscenum und dem seltener live präsentierten Penetralia nochmal angefacht wird. Ruhe kehrt mit Apocalypse und der „neuen“ Version von Fourth Dimension ein, mit denen Hypocrisy sich einfach selber huldigen, war es doch das wichtige The Fourth Dimension Album, mit dem die Band ihren ureigenen Sound zwischen atmosphärischem Midtempo und Blitzgeschossen gefunden hat. Dem Virus Album und A Taste of Extreme Divinity erweist man Referenz durch Songs wie Let The Knife Do The Talking und Weed Out The Weak, die sich völlig bruchlos an Kracher des Final Chapter – Albums kuscheln. Peter Tägtgrens Alien- Faible zeigt sich im letzten Konzertteil deutlich, denn hierbei wird der Hörer zu UFO – Abstürzen, Alien – Untersuchungen und allerlei obskurem Science – Fiction – Splatter mitgenommen, bevor ihm mit der Definition einer Gitarrenwand im mächtigen Roswell 47 endgültig die Positionslichter zerschossen werden.

Fazit: Hypocrisy wählen aus ihrem unglaublich großen Fundus an hochwertigen Songs eine kristalline Essenz feinsten Asteroidenmetalls aus, großartig. Auf die nächsten 10 Jahre. Anspieltipps: Hang Him High, The Fourth Dimension, Fire in the Sky
Dominik B.
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