Insineratehymn – Irreverence Of The Divine

Dritter gelungener Streich der amerikanischen Death Metal Lunatics

Artist: Insineratehymn

Herkunft: USA

Album: Irreverence Of The Divine

Spiellänge: 39:10 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 21.04.2025

Label: Memento Mori

Link: https://www.facebook.com/insineratehymnofficial/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Frank Montero
Gitarre – Demitree Rivera
Bassgitarre – Miguel Martinez
Schlagzeug – Abraham Garcia

Tracklist:

1. Revelations…
2. Irreverence Of The Divine
3. Cosmic Abominations
4. Delusive Omniscience
5. Sempiternal Suicide
6. Mephitic Anamnesis
7. Covenant Of The Virtuous
8. Visage Of The Infinite
9. Acolytes Of God’s Disease
10. Empyrean Desolation

Über die Band Insineratehymn aus Los Angeles ist für den Zeitraum von 2008 bis 2012 wenig bekannt, nur dass sie seitdem aktiv sind und sich dann wohl auflösten, um im Jahre 2016 neu zu starten. Zwei Jahre später erschien dann das Debüt, welches im weltweiten Underground sehr gut aufgenommen wurde, ebenfalls wie das nachfolgende Album namens Disembodied, welches im Jahre 2022 erschien. Nun also das dritte Album. Man darf gespannt sein, ob sie die Intensität und die Intensität beim Songwriting erhalten konnten.

Nach einem zugleich romantischen und bedrohlichen Intro namens Revelations legt man sich mit dem Namensgeber des Albums gleich voll ins Zeug. Irreverence Of The Divine kommt gleich druckvoll und mit einer altbackenen Produktion ums Eck, dass man sich Sorgen um seine Nachbarn machen muss, sofern man die Anlage zu sehr nach oben schraubt, vor allem, wenn der höllenmäßige tiefe Gesang erklingt. Ein etwas länger gezogenes Riff wird dunkelböse im Midtempo präsentiert und man muss den Kopf dazu nicken. Dann wird ein wenig Fahrt aufgenommen und attackiert. Die Vocals bleiben schön tief und ein Scream gesellt sich dazu. Man treibt die Sau weiter durchs Dorf, dreht um und geht wieder zurück. Schöne Variation des Tempos, ohne komplett in Raserei zu verfallen. Auch die tiefen Vocals variieren ein wenig. Lecker, macht Laune, welches sicherlich auch ein wenig an dem kratzigen Sound liegen mag. Nach einem Scream holt man erst einmal ein Solo heraus. Ziemlich lang, aber dafür sehr geil und intensiv. Vielleicht ein wenig zu lang für meinen Geschmack, aber das muss ja jeder selber entscheiden. Aber dann am Ende des Solos spielt die zweite Gitarre vor und der extreme Metal erklingt. Ordentliches Geballer und man holt zum Endschlag aus. Jo, kann man so machen. Mir gefällt es.

Schön old schooligen Death Metal im schleppenden Tempo gibt es dann zu Beginn von Cosmic Abominations. Nach einem kleinen Bassvorspieler holt man dann aber die extreme Axt heraus und gibt Vollgas. Man zaubert ein feines Riff dazu und growlt sich die Seele aus dem Leib. Am Ende ein Scream und ein Wechsel. Schon krass und explosiv. Vor allem die Screams zwischendurch gefallen mir sehr gut und da auch ordentlich mit dem Tempo variiert wird, kommt das Teil hier sehr gut bei mir an. Selbst der groovige Part ist düster und intensiv. An irgendwelche Art von Gefangenen wird hier nicht gedacht. Und natürlich muss auch hier ein Solo her, welches aber mit feinem und abwechslungsreichem Drumming begleitet wird und nicht so lange ist. Man wiederholt dann einzelne Momente und der Spaß ist auch schon zu Ende.

Der Part zu Beginn des Songs Delusive Omniscience ist genauso einfach wie geil. So mag ich Death Metal. Der prägt sich ein und danach sofort in eine fette Geballerattacke. Nach dieser gibt es einen schon fast atmosphärischen Ausruhmoment, welchen man mit einem fetten Solo kombiniert und darauf ein wenig chaotisch wieder anknüpft. Klingt ein wenig verwirrend, als hätte man den Faden verloren. Muss man dann wohl öfter hören, aber danach folgt wieder ein langer, instrumentaler Part, der es in sich hat. Nach circa vier Minuten kommt dann wieder so ein absolut drückender Death Metal Part, der es so was von in sich hat, inklusive geilem Screaming. Geiler Song, der mir aber ein wenig zu chaotisch ist.

Sempiternal Suicide ist die zweite Singleauskopplung des Albums und der Anfang ist definitiv eine Hommage an Deicide, die auch ansonsten einen gewissen Einfluss auf das Album haben. Der Song ist ein geiler Fluss und eine extreme und brutale Nummer. Gerade diese schnellen rhythmischen Gitarrenparts, die auch aus der Hand eines Glen Benton hätte stammen können, nehmen einen mit. Einige Parts werden aber, meines Erachtens, zu lang vorgetragen. Dieser schleicht sich durch das ganze Album, aber ist im Grunde auch das Einzige, was es zu bemängeln gäbe. Der Anfangspart mit dem geänderten Gesang am Ende wird noch einmal wiederholt und ist einfach nur geil, wie der ganze Song eigentlich.

Insgesamt sind es zehn Songs, die einem den Abend oder den Tag verschönern und auch der zweite Teil des Albums kann das gute Niveau erhalten. Der Gitarrensound wurde ein wenig crustig gestaltet und auch hier und da würdigt man den schwedischen Death Metal. Einige Entombed und Grave-Momente sind nicht von der Hand zu weisen, aber man geht wesentlich weiter und mischt amerikanischen Death Metal (Deicide, Sadistic Intent, Monstrosity) dazu und auch Krisiun sollte man erwähnen. Am Ende noch ein Ausflug in den Extrem Metal und fertig ist das dritte Album der Amerikaner.

Insineratehymn – Irreverence Of The Divine
Fazit
Sind wir nicht alle ein wenig Luna-tics? Kleines Wortspiel für Liebhaber der Fernsehwerbung. Die Amerikaner von Insineratehymn hauen auf ihrem dritten Album namens Irreverence Of The Divine ordentlich auf die Pauke. Death Metal von Lunatics für Lunatics. Von Fans für Fans. Eine derbe Mischung aus klassischem amerikanischem/europäischem Death Metal und extremem Metal. Der Schöngeist wurde in der Flasch gelassen, hier geht es rabiat und zerstörend zur Sache. Unbedingt anchecken.

Anspieltipps: Irreverence Of The Divine und Sempiternal Suicide
Michael E.
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