Insomnium – Heart Like A Grave

Mit neuem Line-Up schaffen es Insomnium wieder an die Speerspitze ihres Genres

Artist: Insomnium

Herkunft: Joensuu, Finnland

Album: Heart Like A Grave

Spiellänge: 70:52 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 04.10.2019

Label: Century Media Record

Links: http://www.insomnium.net
http://www.facebook.com/insomniumofficial
http://www.twitter.com/insomniumband

Produktion: Kimmo Perkkiö, Produzent (SF Studio / Teemu Aalto Music Productions Studio), Jens Bogren, Mastering (Fascination Street Studio)

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Ville Friman
Gesang, Gitarre – Jani Liimatainen
Gitarre – Markus Vanhala
Gesang, Bass – Niilo Sevänen
Schlagzeug – Markus Hirvonen

Tracklist:

  1. Wail Of The North
  2. Valediction
  3. Neverlast
  4. Pale Morning Star
  5. And Bells They Toll
  6. The Offering
  7. Mute Is My Sorrow
  8. Twilight Trails
  9. Heart Like A Grave
  10. Karelia
  11. The True Morning Star (Bonustrack)
  12. Karelia 2049 (Bonustrack)

Insomnium kündigten bereits am 16. Juli die Veröffentlichung ihres achten Studioalbums an. Im Zuge dessen gaben sie bekannt, dass Jani Liimatainen (The Dark Element, Cain’s Offering, ex-Sonata Arctica) fortan das Line-Up verstärken wird. Er sprang schon seit 2015 mehrfach für den Gitarristen Ville Friman ein, bei dem es immer wieder zu beruflichen Terminüberschneidungen während der Tourneen kam. Im letzten Jahr wurde endgültig klar, dass es für Ville, dem hauptberuflichen Dozenten der York University, immer schwieriger wird, seine zwei Jobs unter einen Hut zu bringen. Die Band entschied sich deshalb dazu, Jani als festen Bestandteil in die Band zu etablieren. Das frisch entstandene Quintett schraubte seit diesem Moment mit geeinten Kräften am neuen Konzeptalbum Heart Like A Grave, welches am heutigen 4. Oktober über Century Media Records veröffentlicht wird. Soundperfektionist Jens Bogren übernahm das Mastering und verpasste dem neuen Langeisen damit den letzten Schliff. Mit ihm haben Insomnium eine gute Wahl getroffen, er ist ein Garant für hochklassige Musikproduktionen.

Insomnium selbst bezeichnen die Entwicklung ihres Albums Heart Like A Grave als „Tour de Force“ der finnischen Melancholie. Die Songs sind geprägt von Traurigkeit, Schwermut sowie Dunkelheit. In mehr als einer Stunde Spielzeit geht es um Themen wie Missernten durch Naturgewalt, menschliche Tragödien und Depressionen, inspiriert durch Autoren finnischer Gedichte und Geschichten. Ihr Sound ist geprägt durch Bands wie Dark Tranquillity, In Flames und At The Gates. Insomnium klingen jedoch komplett eigenständig. Ein Kollege von Powermetal.de hat es mit seiner Beschreibung auf den Punkt gebracht. So schrieb er: „Ganz besonders stark sind diesmal auch die Leads, die waren bei Insomnium schon immer absolute Weltklasse!“ Damit hat er voll ins Schwarze getroffen. Dem kann ich nur zustimmen, auch in dem Punkt, dass der neue Gitarrist Jani Liimatainen eine Bereicherung für die Band darstellt. Für alle Insomnium-Maniacs stehen auf YouTube bereits seit einigen Wochen Videos zu Heart Like A Grave, Valediction und Pale Morning Star bereit, um die Wartezeit zu verkürzen. Das Warten hat jetzt ein Ende!

Der Opener Wail Of The North beginnt mit einem romantischen Piano-Intro, das in ein Starkstromgewitter mündet. Erste Sehnsüchte werden geweckt – Wehmut kommt auf. Weiter geht es mit Valediction, bei dem die unverkennbare Handschrift von Insomnium ihre Spuren hinterlässt. Üppige Melodielandschaften, durchdrungen von schroffen Riff-Wänden und der Wechsel zwischen wütendem Growling und melancholischem Klargesang ziehen mich sofort in den Bann. Bei Neverlast brüllt sich Niilo Sevänen aggressionsgeladen den gesamten Frust von der Seele. Pale Morning Star beginnt mit einem verträumten Klassik-Intro, zelebriert dann in über acht Minuten Spieldauer die gesamte Bandbreite Insomniums. Hier tritt das gereifte Songwriting der finnischen Formation und das perfekte Mastering von Jens Bogren besonders in den Vordergrund, aus meiner Sicht der stärkste Song des Albums. Düster und druckvoll taucht And The Bells They Toll tief in emotionale Abgründe ein. Die Mischung aus dem mittlerweile dreistimmigen Gesang mit dem wuchtigen Sound harmoniert besser denn je. The Offering, Mute Is My Sorrow und Twilight Trails laden zum Haarewirbeln und Nackenlockern ein. Die melodischen Leadparts lenken meine Gedanken in eine andere Sphäre, Welt off – Entspannung on, einfach mal richtig abschalten. Heart Like A Grave schürt mit seiner getragenen Sehnsuchtsmelodie puren Seelenschmerz. Zum krönenden Abschluss setzt Karelia als eindrucksvolles Instrumental-Outro dem Silberling die Sahnehaube auf. In der Deluxe-Edition legen Insomnium noch zwei Bonustracks obendrauf, worauf ich auch schon gespannt warte.

Ich bin durch die Bank weg von Heart Like A Grave beeindruckt. Als i-Tüpfelchen habe ich Gassenhauer wie Weather The Storm, Down With The Sun oder While We Sleep vermisst, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Klasse Album – sehr gute Leistung!

Verfügbar als: Ltd. Deluxe 2CD Artbook, Standard CD Jewelcase, Gatefold schwarz & farbig 2LP + CD, Digitales Album

Diverse Merch-Bundles sind hier erhältlich.

Insomnium – Heart Like A Grave
Fazit
Insomnium liefern wieder einmal eine Hammerscheibe, die das Zeug zum Bestseller hat! Sie stehen nicht umsonst schon viele Jahre an der Speerspitze des finnischen Melodic Death Metal. Heart Like A Grave überzeugt in vollem Umfang. Das neue Langeisen gehört in jedem Fall in die Sammlung eines Melodic Death Metal-Anhängers. Passend zum neuen Album haben Insomnium ihre anstehende Tournee Tour Like A Grave genannt, die im November 2019 auch durch Deutschland führt. Supported werden sie dabei von The Black Dahila Murder und für einige ausgewählte Gigs auch durch Stamina. Wer Bock hat, holt sich sein Ticket am besten gleich bei Eventim und Co., noch bevor es „Sold Out“ heißt!

Anspieltipps: Wail Of The North, Pale Morning Star, Heart Like A Grave und Karelia
Sandra R.
9.5
Leser Bewertung10 Bewertungen
9
Pro
Contra
9.5
Punkte
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