Kult – The Eternal Darkness I Adore

“Manchmal ist der einfache Weg nicht der Schlechteste!“

Artist: Kult

Herkunft: Como, Italien

Album: The Eternal Darkness I Adore

Spiellänge: 44:15 Minuten

Genre: Old School Black Metal

Release: 14.09.2018

Label: Folter Records

Link: https://www.facebook.com/pg/kultband/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Gesang – Tumulash
Gitarre – Kacele
Bassgitarre – D.White
Schlagzeug – Thorns

Tracklist:

  1. Intro
  2. The Eternal Darkness I Adore
  3. Pandemonium
  4. Black Drapes
  5. Reaping The Flock
  6. Canticle Of Thorns
  7. Hopestrangler
  8. Gruesome Portrait
  9. Devourer Of The Night

Aus den düsteren Wäldern Italiens entspringen Kult und haben bereits das dritte Langeisen in diesem September fertiggestellt. The Eternal Darkness I Adore heißt das Old School Black Metal Geschoss und wird bei uns über Folter Records veröffentlicht. In einer Dreiviertelstunde zeigt das Quartett, warum es im europäischen Underground hoch gehandelt wird. Nach Unleashed From Dismal Light von 2013 wurde es wieder ruhiger um Sänger Tumulash. Schwermütig, wie das Artwork bereits deutlich macht, leben Kult im Jahre 2018 von einer tiefen Trauer, die das Tempo der meisten Passagen vorgibt. Schleppend am Rande des Doom, greifen die Südeuropäer frostige Klänge der skandinavischen Kollegen auf. Trotz der Emotionen darf man von Depressive Black Metal nicht sprechen, dafür stehen die vier Musiker viel zu fest mit ihren beiden Beinen im Old School Sektor.

Nach dem Intro darf direkt The Eternal Darkness I Adore sein Können unter Beweis stellen. Viel habe ich in der Einleitung schon vorweggenommen – ich hoffe, ihr verzeiht mir. Klirrend aber nicht zu eisig, dringen die Riffs aus der Anlage. Die Double Base ist Thorns liebstes Werkzeug und kommt, egal in welcher Lebenslage, wunderbar an. Teils treibend, auf der anderen Seite als zusätzlicher Takthalter, schippern Kult gen Norden. Das Ziel lautet dabei Norwegen und Schweden, denn dort könnte man die Jungs ohne Probleme eingruppieren. Der freche Pandemonium geht sogar noch besser ab als der Titeltrack, der für meinen Geschmack eher im Mittelmaß der Scheibe versinkt. Höhepunkte setzen andere – eben Pandemonium oder auch Reaping The Flock. Ausgelassen frönen sie ihrer dunklen Seite. Derbe Blast Beats sucht man vergebens, braucht man auf The Eternal Darkness I Adore auch nicht – dafür greifen ganz andere Säulen. Eine dichte Atmosphäre trägt die neun Hymnen, die eins zu eins ineinander übergehen. Kacele geht mit seiner Axt nur zu gerne in den Zweikampf mit Thorns hinter der Schießbude, das Ergebnis: ein wilder Ritt, der auch in feinen Details ausgefochten wird. Zwischen schnellen und Midtempo Schlachtfeldern wird geschickt variiert. Das Songwriting steht nicht nur bombenfest in der tosenden Brandung, sondern lässt auch noch Platz für geschickte Platzierungen von ergreifenden Momenten.

Fazit: Wer bislang noch nicht bei Kult hereingehört hat, kann The Eternal Darkness I Adore als Quereinsteiger ohne Weiteres nutzen und bekommt dann direkt das vermutlich stärkste Album geboten. Die Zukunft steht weiter unter einer guten Flagge und Kult könnten sogar aus dem Underground ausbrechen, um noch größere Aufgaben wahrzunehmen. Vielseitig, intelligent und spannend - so kann man das dritte Album ohne Weiteres zusammenfassen.

Anspieltipps: Pandemonium und Reaping The Flock
Rene W.
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