Was waren Lion’s Share für ein Talentschuppen! Der Blick in die Liste der ehemaligen Musiker:innen ist hochinteressant. Johan Kullberg (jetzt Wolf) an den Drums, Anders Engberg (ehemals Therion, jetzt Sorcerer), Pontus Egberg (aktuell King Diamond und Wolf, ehemals Therion) waren bei Lion’s Share aktiv. Aktuell hält Nils Patrik Johansson (auch Sänger bei Astral Doors) das Mikro in der Hand und sein Sohn sorgt als Gastmusiker für die Drums. Aus vergangenen Zeiten ist noch Bandmitbegründer Lars Chriss für die Saitenarbeit am Start. Der Bass obliegt einem weiteren Session-Musiker, Andreas Loos, der in den 90ern aber bereits für Lion’s Share aktiv war. 17 Jahre nach Dark Hours folgt nun Inferno.
Inferno mit 17 Jahren Anlauf
Knapp 40 Jahre Musikgeschichte, 1994 die erste Platte veröffentlicht, aber immer wieder Kunstpausen und Veränderungen in der Bandbesetzung. Lion’s Share haben nie den schwedischen Underground verlassen und selbst Astral Doors waren nach der Jahrtausendwende vor der Truppe aus Sundsvall bzw. Stockholm. Astral Doors ist aber bereits ein wichtiges musikalisches Stichwort. Nils Patrik Johanssons Gesangsfarbe ist speziell, aber auch interessant. Trotzdem passen die Vocals auf Inferno nicht in jeden Gehörgang, genauso wie bei den Astral-Doors-LPs.
Musikalisch gibt es Power Metal der 90er-Jahre, als das Keyboard noch nicht den Sound von Gitarren zukleisterte. Gerade die ersten drei Stücke (Pentagram, We Are What We Are und We Will Rock) sind Paradebeispiele für den 90er-Jahre-Metal. Eingängig, ja, aber Saiten, Drums und Vocals kommen klar rüber und die Musik geht nach vorne. Ein Gitarrensolo gehört genauso zum guten Ton, wie der sich im Ohr festsetzende Refrain.
Lion’s Share spielen 90er-Jahre-Metal
Aber auch Mittempostampfer der Marke The Lion’s Trial haben die Herren im Angebot, sodass das Material nicht dauerhaft eintönig rüberkommt. Live Forever oder Chain Child sind keine schlechten Nummern, führen im Verlauf der Platte aber zu einem Gefühl der Gleichförmigkeit. Erst der Langläufer Run For Your Life zum Ende der Platte ändert nochmals die Tonart und setzt auf episch getragene und stampfende Töne, wo vor allem Sänger Johansson punkten kann.
Hier geht es für weitere Informationen zu Lion’s Share – Inferno in unserem Time For Metal Release-Kalender.



