Madder Mortem – Marrow Tour 2018 – Support Metaprism – am 11.12.2018 im Helios 37 in Köln

„Madder Mortem – Marrow Tour 2018 – Support Metaprism – am 11.12.2018 im Helios 37 in Köln“

Bands: Madder Mortem, Metaprism

Ort: Helios 37, Helios Str. 37, 50825 Köln

Datum: 11.12.2018

Kosten: 17 € VK, 22 € AK

Genre: Progressive Metal, Dark Metal, Avantgarde Metal, Melodic Metal

Besucher: ca. 50 Besucher

Veranstalter: Backstage Concerts GmbH

Link: https://www.facebook.com/events/2141454996094010/

Setlisten:


1. Reload
2. Nebula
3. Catharsis
4. Resistance
5. Deceive The Afterlive
6. Illogigal Era
7. Unanimous
8. Firesoul


1. Waiting To Fall
2. Flood To Come
3. Liberator
4. Moonlight
5. White Snow
6. Stumple On
7. Distance
8. Breaker
9. My Will Be Done
10. Far From Home
11. Fallow Season
12. Until You Return

Innerhalb einer Woche direkt zweimal nach Köln. Letzte Woche bei Clutch in der Live Musik Hall, heute Madder Mortem und Metaprism im Helios 37 gleich um die Ecke. Für mich ist es das erste Mal im Helios 37. Der Club ersetzt ja mittlerweile das abgerissene Jungle.

Heute bin ich mit Kumpel Stefan unterwegs, der mich zu Hause rechtzeitig abholt. Wir kommen gut durch den Feierabendverkehr in Köln und erreichen das Helios 37 rechtzeitig. Das Problem sind, wie immer in dieser Ecke, die Parkmöglichkeiten. Zweimal um den Block gefahren, bis wir dann einen größeren Bezahlparkplatz gefunden haben. So schaffen wir es noch rechtzeitig zum Konzertbeginn, welcher sich ein paar Minuten nach hinten verschiebt. Am Eingang treffe ich Sabine und Menno von Graviton Records, die mich herzlich begrüßen.

Im Helios 37 ist noch viel Platz. Für die beiden Bands heute Abend finde ich das sehr schade, denn die hätten wesentlich mehr Zuschauer verdient! Bei Metaprism, die heute den Opener spielen, merkt man, dass sie echte Profis sind. Die zeigen sich vom spärlichen Andrang überhaupt nicht enttäuscht, auf jeden Fall lassen sie sich nichts anmerken. Metaprism legen heute Abend wirklich saustark vor.

Metaprism spielen erstklassigen dual-fronted Modern Melodic Metal. Das heißt, dass sich beide Gesangspartner ständig mit clean Vocals und harsh Vocals regelrecht duellieren, oder auch wunderbar gemeinsam im Duett überzeugen. Ich habe die Band bereits im Januar dieses Jahres als Support von Iced Earth in Wiesbaden gesehen. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass ich sie vor ca. zwei bis drei Jahren als Support von Xandria im Kubana erstmals gesehen habe. War die Band damals für mich noch unbekannt, wusste ich bereits in Wiesbaden, was für eine tolle kraftvolle Show, ganz geprägt durch Frontfrau Theresa Smith und Frontmann Joey Draper, auf mich zukam. Daher freue ich mich auch ganz besonders auf den heutigen Abend Metaprism, erneut zu sehen.

Ich könnte jetzt hier schreiben, dass ich mit Verwunderung feststelle, wie sich Joey Draper in den Monaten seit dem letzten Auftritt verändert hat. Aber ganz so ist es nicht. Bereits im Vorfeld erfahre ich durch ihr Label, dass Joey Draper die Band verlassen hat und für die Tour niemand Geringeres als Monica Janssen, die Frontfrau von X-Tinxion, einspringt. Und wie sie einspringt! Monica Janssen übernimmt die männlichen Voices. Ja genau, richtig gelesen, die männlichen Parts. Die zierliche blonde Lady grunzt echt wie die Sau, Entschuldigung wie Joey Draper. Ach, was sage ich, sie grunzt noch wesentlich besser und kann auch bei ihren clean Parts sehr gut mithalten.

  

Vom ersten Song Reload an ist das eine große Freude bei uns im Publikum unten vor der Bühne. Bei Reload bleibt es natürlich nicht. Da wird noch kräftig nachgeladen. Wahnsinns Performance von den beiden Mädels und der gesamten Band. Das sieht so aus, als wenn sie das schon immer so gemacht hätten. Monica Janssen erzählt mir nach dem Gig, dass sie erst kurz vor der Tour geprobt hätten. Sie hätten halt schnell festgestellt, dass das klappt. Unvorstellbar, aber das klappt nicht nur, mir kommt das Ganze sogar besser vor als je zuvor. Die Mädels ergänzen und befeuern sich gegenseitig. Sie bilden eine sexy explosive Mischung. Die Band und die Fans haben mächtig Spaß. Der Sound hier im Helios 37 ist richtig gut. Wenn ich den heutigen Abend verpasst hätte, wäre mir wirklich was entgangen. Modern Melodic Metal mit großer Power wird von der Band gespielt. Harsh und clean Voices im Wechselspiel. Die Songs Cathasis, Unanimous und Unleash The Fire sind vom aktuellen Album Catalyst To Awakening. Die meisten Songs stammen jedoch vom Erstling der Band The Human Encryption (2013), von dem auch der Song Firesoul die heutige Setlist beschließt. Beide Alben stehen natürlich bei mir im Schrank.
Der Gig von Metaprism ist wirklich kurzweilig, spannend und leider auch zu schnell vorbei. Die Band erscheint recht schnell nach ihrem Gig am Merchstand und unterhält sich mit ihren Fans. Ich spreche mit Monica Janssen über ihren Einsatz heute Abend und mit den anderen Bandmembers über ihren Auftritt in Wiesbaden. Ich lasse mir noch mitgebrachte Konzertfotos von Wiesbaden signieren. Monica Janssen signiert mir das Foto von Joey Draper mit ihrer eigenen Signatur – lustig!

  

Die Umbauarbeiten sind schnell erledigt und Madder Mortem beginnen ihren Gig. Es ist für mich das erste Mal, dass ich die Band live sehe.
Für Madder Mortem gilt es, ihr neues Album Marrow, welches im September dieses Jahres veröffentlicht wurde, auf dieser Tour zu promoten. Marrow ist bereits das siebte Album dieser einzigartigen Metalband aus Norwegen. Die Band um Frontfrau Agnete M. Kirkevaag hat bereits 21 Jahre auf dem Buckel. Madder Mortem spielen einen Metal, der nur schwer zu beschreiben und auch schwer stilistisch festzulegen ist. Ich denke, am ehesten kann man ihre Musik mit Progressive und Avantgarde Metal mit Einflüssen von Doom und Gothic beschreiben. Aber auch Folk Elemente sind enthalten. Auf jeden Fall ist es superb und heute Abend ein ganz besonderes Konzerterlebnis.

  

Jeder Song ist irgendwie anders gehalten und verbreitet seine eigene Stimmung. Auf jeden Fall leben die Band und die Songs von Frontfrau Agnete M. Kirkevaag. Die singt die Songs nicht nur. Agnete M. Kirkevaag geht in den Songs auf mit einer hellen, klaren und total sauberen Stimme. Die geht so wohlig runter, so schön ist diese Stimme. Sie lebt die Songs. Das geht auch auf die Fans über, die vor der Bühne den Songs völlig verzückt folgen und sich zum Rhythmus dieser tollen Klänge bewegen. Irgendwie kommen einem vor der Bühne diese großartigen Landschaftsbilder mit den Fjorden in Norwegen in den Sinn. Agnete M. Kirkevaag durchwandert mit ihrer Stimme diese faszinierenden Landschaftsbilder. Wer einmal in Norwegen war (ich war bereits zweimal oben im Norden) wird verstehen, was ich meine. Die harmonischen Klanggebilde werden hier und da in einigen Songs von harsh Voices von Gitarrist BP M. Kirkevaag aus ihrer Struktur herausgebrochen. Der Gitarrist der Band und Bruder von Agnete M. Kirkevaag setzt seine harsh Voices jedoch sehr behutsam und vorsichtig ein, sodass die Songstrukturen in sich bestehen bleiben. Hinter den Songs stehen Herzblut und Seele. Das spürt man. Das sieht man bei den Bewegungen von Agnete M. Kirkevaag, die die einzelnen Songs teilweise verzückt vorträgt. Sie ruckt und zuckt mit jedem Ton der Musik. Eine ganz tolle Frau, die der tollen Musik der Band eindeutig den Stempel aufdrückt.

 

Auf der heutigen Setlist sind dann wirklich eine Menge Songs des neuen Albums Marrow vertreten, wie zum Beispiel der heutige Opener Waiting To Fall oder auch White Snow, Red Shadows und Stumble On und einige mehr. Auch der letzte Song Until You Return ist vom aktuellen Album. Der ist auch der passende Abschluss. Ich kann es kaum erwarten bis Madder Mortem wieder zurückkehren und ich sie wieder sehen kann.
Nach zwölf tollen Songs ist Schluss. Wir stehen noch richtig unter Spannung, auch Agnete M. Kirkevaag. Ich stehe gerade noch vorne an der Bühne und applaudiere. Agnete M. Kirkevaag beugt sich zu mir herunter, umarmt und drückt mich. Ich spüre diese wunderbare Musik noch einmal.

  

Die Musiker sind schweißgebadet. Sie möchten sich frisch machen, bevor sie zu ihren Fans kommen. Das sei ihnen gegönnt. So schnell will hier auch keiner gehen. Das Helios 37 hat sich bei Madder Mortem noch mal etwas gefüllt. Die Musiker kommen dann auch und unterhalten sich mit ihren Fans. Viel Zeit bleibt nicht, da die Security darauf drängt, den Raum zu verlassen, da man schließen möchte. Nachdem ich mich draußen noch mit Agnete M. Kirkevaag unterhalten habe, komme ich nicht mehr rein um mich noch von Sabine und Menno von Graviton Records zu verabschieden. Hier nochmals ein großes Danke an die Beiden!

Fazit: Ein wirklich großer und denkwürdiger Konzertabend mit zwei glänzend aufgelegten Bands vor leider spärlicher Kulisse. Die fehlende Anzahl an Fans tut dem Ganzen jedoch keinen Abbruch, denn beide Bands, sowohl Madder Mortem und Metaprism waren heute glänzend aufgelegt. Da kann man nur den Hut ziehen. Also Chapeau! Ähnliches habe ich 2017 im Jungle erlebt, als Diablo Blvd aus Belgien nach großartigem Tourstart vor weit mehr als 1000 Fans in Belgien dann in Köln im Jungle vor 40 Leuten spielten. Auch an diesem Abend hatten wir ein unvergessliches Event!

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