Nahash – Daath

“Die Schlange der Verführung“

Artist: Nahash

Herkunft: Litauen

Album: Daath

Spiellänge: 71:56 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 02.09.2016

Label: Drakkar Productions

Link: https://www.facebook.com/nahash.lt

Bandmitglieder:

Gesang, Keyboard, Gitarre – Xe Xe Chax Heyatha Zhaiyrhous
Gitarre – Zheamoth Hazatha Flauros
Bassgitarre – Mega’on Hera Crarihus
Schlagzeug – Sir Glasya Labolas

Tracklist:

  1. Arcanum Triste
  2. Wellone Aeternitas
  3. Desiderium Non Existere Est Lux Sanctitatis
  4. Aurora Borealis
  5. Tenebrae Mortiferae
  6. Aula Glacialis
  7. Marche Funebre
  8. Mysterium Tremendum
  9. Daath
  10. Lacrimosa Lacrimis Sanguineis
  11. Requiem

Nahash - Daath

Es gibt Rezensionen, die, egal in welcher Länge oder Qualität sie geschrieben werden, dem vorliegenden Werk nicht gerecht werden können. Diese Situation kommt nur äußerst selten vor, Nahash haben es mit Daath geschafft, nicht nur ein 13-jähriges Schweigen zu brechen, sondern auch eine neue Definition von keyboardlastigem Black Metal zu kreieren.

Das, was auf Daath mit über einer Stunde an Material zu hören ist, gab es in dieser Qualität noch nicht. Die Litauer scheinen die Zeit seit der letzten Veröffentlichung 2003 minutiös genutzt zu haben, um dieses Album zu erschaffen. Jeder einzelne Ton, jede Idee, jedes Wort, jedes Foto und jedes Zitat aus dem 35(!)-seitigen, unglaublich aufwendigen Booklet muss das Produkt jahrelanger Feinjustierung sein. Mit welch einer Hingabe das Booklet erstellt wurde, ist schier unbeschreiblich. Bands, die sich über den Fokus auf die digitalen Märkte ärgern, finden in Nahash die Antwort, Menschen wieder zum Kauf von CDs zu bewegen: Qualität abseits der Musik.

Und dieses akribische Ausarbeiten der Zitate, Bilder und Worte findet sich ohne Qualitätsverlust auch in der Musik wieder. Nicht nur, dass ich keine Veröffentlichung kenne, die aus produktionstechnischer Sicht so klingt wie Daath (das schrammelnde Geräusch der Gitarren ist einmalig und ich habe noch nie ein so qualitativ hochwertiges Keyboard gehört), die Kompositionen sind beinahe unmenschlich gut gelungen. Jedes Lied bietet eine so komplexe Struktur, dass das Lied an sich erst nach mehreren Durchläufen begriffen werden kann. Vorher wird der Hörer von der Andersartigkeit des Liedes umschlossen und in einer Kombination von positiver Überforderung und den sich neu bildenen Synapsen seinem Schicksal überlassen.

Daath wirkt während der gesamten Spielzeit wie aus einem Guss. Der ebenfalls in der Form nicht umgesetzte Gesang von Xe Xe Chax Heyatha Zhaiyrhous, der für fast alles verantwortlich ist, was bei Nahash passiert, wird fein säuberlich dosiert eingesetzt und dient ausschließlich als ein Element der Lieder und nicht wie bei vielen anderen Bands als die Hauptattraktion. Dadurch liegt der dynamische Schwerpunkt nie auf einer einzelnen Komponente, sondern wechselt regelmäßig, so dass sich fast jeder Abschnitt des Albums in den Kopf brennt.

Wer sich selber ein Bild von dem Werk machen möchte, kann dies übrigens unter https://drakkar-productions-official.bandcamp.com/album/nahash-daath tun, wo es das Album legal und in voller Länge zu hören gibt.

Fazit: Nahash haben mit Daath eine neue Definition von Qualität geschaffen. Kommende Werke werden sich für eine lange Zeit an diesem Meisterwerk messen lassen müssen. In den 13 Jahren, die ich Black Metal höre, ist mir kein Album begegnet, das mich langfristig so vereinnahmt hat. Zum ersten Mal seit Jahren habe ich die Ambition, mich intensiv mit einem Booklet auseinanderzusetzen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass neues Material ein wenig zügiger zur Verfügung gestellt wird!

Anspieltipps: Arcanum Triste, Mysterium Tremendum
Gordon E.10
Leser Bewertung7 Bewertungen8.8
10

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