„Rock on The Floor“

Artist: Northward

Herkunft: International

Album: Northward

Genre: Rock

Spiellänge: 49:57 Minuten

Release: 19.10.2018

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.northward.rocks/

Bandmitglieder:

Gesang – Floor Jansen
Gitarren – Jorn Viggo Lofstad

Tracklist:

1. While Love Died
2. Get What You Give
3. Storm In A Glas
4. Drifting Island
5. Paragon
6. Let Me Out
7. Big Boy
8. Timebomb
9. Bridle Passion
10. I Need
11. Northwards

Northward? Noch wie was von gehört!? Richtig, ging auch nicht. Dabei sind die Protagonisten von Northward überhaupt keine Unbekannten. Hinter Northward stecken Nightwish Sängerin Floor Jansen und Pagan’s Mind Gitarrist Jorn Viggo Lofstad. Beide haben sich 2007 beim Progpower USA Festival kennengelernt. Schnell entstand die Idee, gemeinsam Rocksongs zu machen. Bereits 2008 entstand so viel Material, dass bereits ein Album hätte gefüllt werden können. Es dauerte dann nochmals zehn Jahre, bis das gemeinsame Projekt Northward das Licht der Welt erblickte. Floor Jansen und Jorn Viggo Lofstad sind Northward.

Produziert wurde das Album von Jacob Hansen (Volbeat), der dem Ganzen einen sehr sauberen und glatten Sound verpasst hat.

Neben den beiden Gesichtern von Northward waren Morty Black (TNT) am Bass, Django Nilsen und Stian Kristoffersen (Pagan’s Mind) an den Drums bei den Aufnahmen am Album involviert. Floor’s Schwester Irene Jansen singt ein Duett mit ihr beim Song Drifting Islands und Ronny Tegner (Pagan’s Mind) steuert das Piano bei einem Song bei.

Erschienen ist das Album am 19.10.2018 als CD bei Nuclear Blast Records. Am 09.11.2018 folgen dann Vinylversionen in den Farben Black Vinyl, Red Vinyl, Green Vinyl, White Vinyl. Die Auflage beträgt jeweils 250 Stück.

Dominiert wird die ganze Platte natürlich von der überaus starken Stimme von Floor Jansen. Floor steht mit aller Macht im Vordergrund. Das kann man nicht verleugnen. Eine starke Frau mit ausdrucksvoller, starker Stimme. Die Songs sind ihr geradezu auf den Leib geschrieben, quasi auf die Haut tätowiert.

Elf Songs unterschiedlicher Coleur befinden sich auf dem Longplayer. Der Opener While Love Died versprüht eine Menge Energie. Floor Jansen gibt sich sehr kraftvoll, fast wie in einem Duell mit den Gitarren. Dabei ist der Song sehr rockig. Mit Get What You Give kommt eine Halbballade mit starkem, rockigem Anteil. Auch hier, wenn auch anders als beim vorangegangenen Song, sehr volle und überzeugende Voices von Floor Jansen. Jorn Viggo Lofstad darf sich durch seine Virtuosität auf akustischer Gitarre im Mittelteil auszeichnen.

Storm In A Glass ist ein sehr harmonischer und erzählender Song. Einen Sturm entfacht er jedoch nicht. Der Wind nimmt eindeutig wieder Fahrt auf mit Drifting Islands, gerade zum Ende hin. Die Jansen Schwestern beeindrucken hier schon stark. Sisters United!

Paragon beginnt mit akustischer Gitarre. Zunächst sehr verspielt und auch eher bedächtiger Gesang. Der Song hat in seiner verspielten Songstruktur hier und dort ein paar dynamische Sprünge vorzuhalten, die es in sich haben. Hier ist die metalische Herkunft Floors dann kaum zu verleugnen, obwohl der Song insgesamt doch eine andere Struktur hat. Gegen Ende wird er immer progressiver und Floor ist kaum noch zu bändigen.

Let Me Out. Ja, hier kann Floor mal wieder richtig aus sich raus gehen und zeigen, was sie alles beherrscht. Dazu gibt es regelrecht fordernde Gitarren, die das von ihr erwarten.

Big Boy stampf und kracht. Dabei ist er recht funkig und schnell. Floor Jansen zeigt, dass sie gesanglich alles beherrscht. So funkig wie die Gitarre ist auch ihre Stimme.
Wer dann bei Timebomb eine Bombe in Form eines Rockkrachers erwartet, wird enttäuscht. Timebomb ist eine Halbballade, die ab und an auch mal Tempo aufnehmen kann und in der Floor Jansen ihre Stimme theatralisch erklingen lassen und sich einfach mal austesten kann.

Mit Bridle Passion folgt dann eine komplette Ballade. Jeder Rocker will wohl auch einmal zeigen, dass eine weiche Seite in ihm steckt und er es kann. Ich als alter Balladenhasser muss mich jetzt doch stark zurückhalten. Flor Jansen’s Stimme ist hier aber einfach nur zum Dahinschmelzen.
Genug geschmolzen. Jetzt brauche ich noch was anderes. Das haben sich die beiden Musiker wohl auch gedacht. So kommt dann mit I Need ein wirklich ungestümer Rocker, der mich wieder versöhnt. Tolles Tempo.

Von dieser Sorte hätte ich jetzt noch einen Song gebraucht. Leider enttäuscht mich der abschließende, über siebenminütige Song da dann doch etwas. Denke ich zunächst, denn der wird zur Mitte hin immer besser. Irgendwie recht progressiv gehalten das Ding. Den Song kann man sich anhören.

Der letzte Song ist ein gutes Beispiel für den Querschnitt des Albums. Die Songs auf ihrem Album ändern ihre Struktur sehr oft, dies teilweise auch in den einzelnen Songs. So weiß man nie, ob eine groovende Nummer zu einer Ballade werden kann oder auch umgekehrt. Das heißt auf jeden Fall immer am Song dranbleiben und sich überraschen lassen.

Northward - Northward
Fazit: Ein mehr als solides Rockalbum mit Songs verschiedener Couleur, an denen sich die beiden Protagonisten Floor Jansen und Jorn Viggo Lofstad glänzend abarbeiten. Floor Jansen zeigt, wozu sie stimmlich in der Lage ist. Jorn Viggo Lofstad zeigt, dass er mit seinem Instrument vorzüglich umgehend und es durch die verschiedenen Strukturen eines Songs ausgezeichnet laufen lassen kann. Aufgrund der Songstrukturen könnte dieses Album Fans von Skunk Anansie gefallen. Der eine oder andere Song erinnert mich gelegentlich etwas an diese grandiose Band, ohne dass Northward jetzt hier abkupfern würden. Dafür ist die Sache von und auf Northward doch zu eigenständig.

Anspieltipps: While Love Died, Big Boy, I Need.
Juergen S.8.7
8.7Gesamtwertung
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