Rose Tattoo und Thundermother am 11.03.2020 in der Kieler Pumpe

Australisch-Schwedischer Hardrock-Abend der Extraklasse

Eventname: Outlaws Tour 2020

Band: Rose Tattoo

Support: Thundermother

Ort: Die Pumpe, Kiel

Datum: 11.03.2020

Kosten: VVK 34,35 €, AK 36,00 €

Zuschauer: 750 (Ausverkauft)

Genre: Hardrock

Links: https://www.facebook.com/events/673802799753230/
Website: http://www.rosetattoo.com.au/
Facebook: https://www.facebook.com/RoseTattoo/

Setlisten:


  1. Give Me Some Lights
  2. Thunderous
  3. Revival
  4. Whatever
  5. Deal With The Devil
  6. Hellevator
  7. Driving In Style
  8. Rock´n´Roll Heaven
  9. Shoot To Kill
  10. We Fight For Rock´n´Roll


    1. Scarred For Life
    2. Juice On The Loose
    3. One Of The Boys
    4. It´s Gonna Work Itself Out
    5. Creeper
    6. Sidewalk Sally
    7. Rock´n´Roll Outlaw
    8. The Butcher And Fast Eddy
    9. Once In A Lifetime
    10. Rock´n´Roll Is King
    11. Sweet Meet
    12. Sweet Love
    13. Snow Queen
    14. We Can´t Be Beaten
    15. Bad Boy For Love
    16. Nice Boys (Don´t Play Rock´n´Roll)

Corona-Angst? Überall präsent, jedoch nicht in der Kieler Pumpe. Ganz im Gegenteil… Die letzten zehn Tickets an der Abendkasse waren in wenigen Minuten nach Einlassöffnung ausverkauft.

Seit ein paar Jahren rocken die alten australischen Recken wieder, ein neues Studioalbum gibt es nach dem Tod einiger Bandmitglieder jedoch nicht mehr. Angry Andersons Rock ’n‘ Roll zieht aber auch heute noch. Durch die schwedischen Mädels von Thundermother als Support kann man getrost von einem Double Headliner Konzert sprechen.

Filippa Nässil und Guernica Mancini

Thundermother, die in Kürze ihr viertes Studioalbum Heat Wave herausbringen und damit ab September ihre eigene Tour bestreiten, legen pünktlich los. Auf der Setlist stehen bunt gemischt Hits aus ihrer Schaffensperiode. Aber auch der auf dem neuen Album erscheinende Titel Driving in Style kommt heute Abend zu Gehör. Bei gerade einmal zehn Titeln fällt die Auswahl natürlich schwer. Es scheint darauf Wert gelegt zu sein, nicht nur die Hits, sondern einen repräsentativen Querschnitt zu spielen. Je zweimal das erste Album Rock´n´Roll Disaster (Thunderous und Shoot To Kill) sowie das zweite Album Road Fever (Give Me Some Lights und Deal With The Devil). Drei Titel vom letzten Album Thundermother (Revival, Whatever und We Fight For Rock´n´Roll) sowie die beiden Singles Hellevator und Rock´n´Roll Heaven stehen als Gemisch auf der Setlist. Überraschend viele Thundermother-Shirts sind im Publikum zu sehen. Viele davon verlassen danach das Konzert und legen auf die australischen Kämpen keinen Wert mehr.
So bekommen sie nicht mit, dass die vier Mädels gleich nach dem Auftritt kurz am Merchstand auftauchen und schon erste Autogramme geben. Nach dem Rose Tattoo Auftritt sind sie umgehend auch wieder da, stehen für Fotos, Autogramme und ihrem Merch direkt zur Verfügung. Von den Australiern sollte sich auch später keiner mehr Blicken lassen.

Gary „Angry“ Anderson

Nach kurzer Umbauphase betreten Rose Tattoo, bestehend aus Dai Pritchard an der Slide-Gitarre, dem Bassisten Mark Evans, der auch schon bei AC/DC von 1975 bis 1977 für die tiefen Töne gesorgt hat, Rhythmusgitarrist Bob Spencer und dem Drummer Justin Ngariki sowie einem gut gelaunten Gary „Angry“ Anderson die Bühne. Standarddrummer Jackie Barnes war wegen Pflichten in der Band seines Vaters Jimmy Barnes verhindert. Die Rock ’n‘ Roll Party kann beginnen. Während die vier Musiker sich es mit ihren Instrumenten gemütlich machen, schreitet Anderson die vordere Bühnenkante ab und begrüßt bekannte Gesichter. Dann kracht das Rock ’n‘ Roll Gewitter los. Scarred for Live und Juice On The Loose sowie It´s Gonna Work Itself Out vom dritten Album beginnen die Zeitreise.  Eine Zeitreise, die irgendwo einmal stehen geblieben ist.

Mark Evans

Dass es nach 2007 kein Studioalbum trotz mehrfacher Versprechen mehr gibt, verzeiht das größtenteils mitgealterte Publikum. Neben mir steht eine junge Dame, die nur wegen den Schwedinnen gekommen ist, sich aber geduldig das Treiben der alten Herren anschaut. Dass diese Band Musikgeschichte geschrieben hat, als sie noch gar nicht auf der Welt war, wusste sie nicht. Natürlich kläre ich sie auf, dass Angry als Ironbar neben Tina Turner in Mad Max 3 zu sehen war, dass Helen Schneider den Song Rock´n´Roll Outlaw gecovert und in Rock´n´Roll Gypsy umbenannt hat und selbst Guns n’ Roses ihre Songs covert haben. Weiter im Hitblock. The Butcher And Fast Eddy, Once in A Lifetime und Rock´n´Roll Is King. Dann bricht die Stimmung etwas ein. Erst beim Biker-Kult-Song We Can´t Be Beaten wacht das Publikum wieder auf. Nach eineinhalb Stunden beschließt der Megahit Nice Boys den Abend. Auch wenn Rose Tattoo in der Vergangenheit immer im Schatten von AC/DC gestanden haben, bewiesen sie heute Abend den Rock ’n‘ Roll ebenso gelebt und sogar geschaffen zu haben. Showeffekte gibt es nicht. Rock ’n‘ Roll pur spricht an diesem Abend für sich.

Schnell leert sich der Saal. An den Kassen bilden sich lange Schlangen, um die Pfandbecher loszuwerden. Am Merchstand warten die Leute auf das Erscheinen der Mädels, und ich hoffe inständig, noch einmal eine Show der Herren sehen zu dürfen. Auch wenn Angry nun mittlerweile über 70  und seine Stimme in manchen Situationen an der Grenze angelangt ist, ist es immer wieder ein Erlebnis die Hits aus meiner Jugend noch einmal live erleben zu dürfen.

Weitere Beiträge
Dropkick Murphys – Streaming Outta Fenway 2020 am 29.05.2020