Spoil Engine – Stormsleeper

“Ein Schritt in die richtige Richtung“

Artist: Spoil Engine

Herkunft: Belgien und Holland

Album: Stormsleeper

Spiellänge: 42:18 Minuten

Genre: Melodic Death, Metal Core, Modern Metal

Release: 05.05.2017

Label: Arising Empire

Link: http://www.arising-empire.com/artists/spoil-engine/

Produktion: Studio Fredman

Bandmitglieder:

Gesang – Iris Goessens
Lead-Gitarre – Steven „gaze“ Sanders
Gitarre – Bart Vandeportaele
Bassgitarre – Kristof Taveirne
Schlagzeug – Matthijs Quaars

Tracklist:

  1. Disconnect
  2. Silence Will Fall
  3. Doomed To Die
  4. Weightless
  5. Strormsleeper
  6. Hollow Crown
  7. Black Sails
  8. The Verdict
  9. Singing Sirens
  10. Wastelands

Die sehr facettenreichen Newcomer Spoil Engine versuchen mit neuer Frontfrau und neuem Label im Rücken endlich den goldenen Schuss zu treffen. In knapp 45 Minuten geben die Fünf alles, um Fans unterschiedlichster Musikrichtungen auf einmal zu gewinnen – hier wird nämlich von Metal Core bis hin zu Arch Enemy ähnlichem Melodic Death Metal mit allem um sich geworfen. Hört sich schon mal interessant an, doch ob das nicht etwas zu viel des Guten ist und man sich doch mehr auf eine Richtung fixieren sollte, schaue ich mir mal genauer an.

 

Disconnect kommt mit einem sehr coolen Riff daher, bis einen Sängerin Iris dann gefühlt den kompletten Song mit einem wütenden „Fuck You“ anschreit. Guter Einstieg in die Scheibe, zwar mit der Zeit etwas nervig, doch spätestens nach dem Song weiß man, worauf man sich eingelassen hat. Nummer zwei nimmt zu Beginn kein bisschen das Tempo raus, ganz im Gegenteil – man bekommt groovige Gitarrenriffs und einen clean gesungenen Refrain geboten, bis ein echt sehr gelungener Breakdown in den ruhigeren Teil überleitet. Auch wenn der clean gesungene Teil bzw. die Stimme nicht ganz überzeugen will, waren die zwei Einstiegskompositionen doch sehr überzeugend. Doch Doomed To Die nimmt meine ganze Euphorie dann erst einmal wieder raus und kommt bis auf ein kleines Gitarrensolo sehr kitschig rüber…

 

Die nächsten zwei Stücke beweisen ausnahmslos, dass das musikalische Verständnis der Truppe wirklich gut ist. Wenn die Stücke jetzt noch etwas strukturierter aufgebaut und nicht ganz so chaotisch gestaltet wären, könnten die Fünf sich umso mehr auf die ohne Zweifel vorhandenen Stärken konzentrieren. Hollow Crown wirkt trotz der längsten Spielzeit auf der Scheibe etwas gekonnter in Szene gesetzt. Mit Black Sails taucht ein Stück auf, wo dann endlich mal alles passt – von ruhigen Momenten, über einen nach dem Motto „You can’t tune your Guitar low enough“ Riff, überzeugt der Rest des Liedes mit vollem energiegeladenen Geschrei.

 

The Verdict überzeugt zum Ende hin erneut mit einem technisch ausgesprochen guten Solo, woraufhin Singing Sirens ausschließlich als eher ruhiges, atmosphärisches Stück mit klarem Gesang trumpft. Den Abschluss übernimmt dann Wastelands und vermischt wiederkehrend alles, was bis jetzt gezeigt wurde – gesanglich, wie auch musikalisch lässt dieser Song nochmals alles Revue passieren.

 

Fazit: Stormsleeper ist ein Schritt in die richtige Richtung, welcher voller Energie nach vorne stampft. Groovige Riffs und eine ausgesprochen gute Produktion untermauern dies noch einmal. Jedoch fehlen die wahren Höhepunkte, die Songs, die im Ohr bleiben und Zeichen setzen. Musikalisch gesehen beweisen Spoil Engine bereits tadellose Fähigkeiten, wenn diese jetzt auch noch in der Songstruktur wiedererkennend wirken würden, wäre das sicherlich zu ihrem Vorteil. Ich bin gespannt, was die Truppe in naher Zukunft aus sich machen wird.

Anspieltipps: Weightless und Strormsleeper
Julian N.
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