The End A.D. – Scorched Earth

 

“Verworrenheit und Zusammenhanglosigkeit“

Artist: The End A.D.

Herkunft: Philadelphia, USA

Album: Scorched Earth

Spiellänge: 43:75 Minuten

Genre: Hardcore, Hard Rock, Heavy Metal, (Metalcore)

Release: 25.08.17

Label: Massacre Records

Link: https://theendad.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Otto Luck
Gitarre – John Plumley
Gitarre – Paul Juestrich
Bassgitarre – Dave Carr
Schlagzeug – Lorin Savadove

Tracklist:

  1. Infinite Jest
  2. Wendy O. Williams
  3. The Intercessor
  4. Germs Burn
  5. When Wolf-Spiders Ruleth The Land
  6. Day Of The Locust
  7. Crawling From The Wreckage
  8. The Form Destroyer/killing Floor
  9. Obsession (By Calvin Klein)
  10. The World
  11. Happy Now
  12. Voyage Of The Damned

Ende Juni 2017 haben THE END A.D. eine Änderung innerhalb des Line-Ups der Band vorgestellt. Demnach gibt es nicht nur einen Wechsel beim Gesang, sondern auch jemand Neues am Bass. Dies ist allerdings noch Zukunftsmelodie, da für die jetzt im August erschienene Platte Scorched Earth noch immer die Band in alter Besetzung zuständig war. Mit dem bereits geschehenen Wechsel im Kopf möchte man als Zuhörer dann aber dennoch wissen, wie sich denn das Album so anstellt.
Der erste Track Infinite Jest lässt bereits kurz einmal schlucken – wer auch immer die Bezeichnung Metalcore mit dieser Band assoziierte, kann wohl nicht ferner liegen. So wird der erste Song vor allem durch schnelle Riffs und einen schnellen, leider nicht sehr angenehmen Gesang in die Vollen gejagt. Dieses Tempo wird zwar wieder rausgenommen, angenehmer wird der Gesang von Otto Luck deswegen noch lange nicht. Eine Nummer, bei der man einfach nur skippen möchte.
Wendy O. Williams stellt sich gesanglich zumindest anfangs ein wenig besser an – dennoch kann man als Zuhörer sofort verstehen, weshalb da an der Frontposition gedreht wurde. Musikalisch erinnert die Band eher an Hard Rock und zu teilen scheint der Gesang die instrumentale Lage recht gut zu unterstützen, dennoch bleibt ein stetiges Missfallen, welches auch im Laufe des Albums nicht verschwindet.
Im vierten Track When Wolf-Spiders Ruleth The Land werden dann noch ein paar Hardcore-Versuche gestartet – ein Stil, der zwar der Band selber nicht unbedingt schlecht steht, jedoch wird auch dieser nicht konsequent durchgezogen. Dadurch befindet man sich zur Hälfte in einem Genre, zur Hälfte im anderen. Und obwohl eine freie Gestaltung sehr gerne gesehen ist, so wirkt sie hier leider völlig deplatziert und fast schon so, als ob man Aufnahmen frisch aus dem Proberaum auf die Ohren bekommt.
Überraschend innerhalb des Albums kommt The Intercessor, ein komplettes Instrumentalstück, welches schlichtweg vor sich hin spielt und es dabei schafft die Unruhe, welche bisher alle Songs verursacht haben, wieder etwas rauszunehmen. Die am Ende klingenden Alarmrufe lassen aber bereits vermuten, dass dies nicht lange so bleibt.
Die wilden Wechsel im Genre, in Verbindungen mit schnellen, aber auch irgendwie musterhaften Riffs und einer eher quetschenden, unangenehmen Stimme bleiben leider auch in der zweiten Hälfte des Albums erhalten. Der Eindruck, The End A.D. waren einfach am Experimentieren und konnten sich stilistisch nicht festlegen, bleibt auch durchgehend bestehen. Durchaus könnte man in den Ansätzen zum Hardcore oder gar in der Riffstruktur Potenzial sehen, dennoch funktioniert der hier gemixte Cocktail leider so gar nicht.
Fazit: Wenn eine Band ihr halbes Line Up wechselt, inklusive des Sängers, und dann dennoch die neue Platte veröffentlicht, könnte man das durchaus bereits als riskant bezeichnen. The End A.D. liefern mit Scorched Earth ein Album, welches Elemente aus den Bereichen Hardcore, Rock, Hard Rock und Heavy Metal wirr zusammenmischt und dabei vermutlich hofft, möglichst abwechslungsreich oder individuell zu klingen. Beides kann aber leider über die Verworrenheit und Zusammenhanglosigkeit nicht hinwegtrösten. Was bleibt ist ein Album, welches eventuell besser in der Kiste geblieben wäre, um mit dem neuen Line-Up noch einmal daran zu arbeiten.

Anspieltipps: The Intercessor, Happy Now  
Anabel S.
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