Traitor – Knee-Deep In The Dead

„Kopfüber im Thrash”

Artist: Traitor

Herkunft: Balingen / Deutschland

Album: Knee-Deep In The Dead

Genre: Thrash Metal

Spiellänge: 39:14

Release: 27.04.2018

Label: Violent Creek Records

Link: https://www.traitor-band.de/band/diskografie/

Bandmitglieder:

Guitars, Backvocals – Gerd Hery
Guitars, Backvocals – Matthias Koch
Bass, Backvocals – Lorenz Kandolf
Drums / Mainvocals – Andreas Mozer

Tracklist:

1. Mad Dictator
2. Predator (Skinned Alive)
3. Nuke En All
4. Ebola
5. Pieces Of Pale
6. Demonic Possession
7. At The Gates Of Hell
8. Knee-Deep In The Dead
9. Xenomorph
10. Crucifixion

Die Balinger Old School Thrash Metaler Traitor sind wieder mit einem neuen Album da. Ende März wurde erst ihr Debütalbum Thrash Command in limitierter Auflage (jeweils 100 Stück in Transparent Rot, Transparent und Rot/Schwarz Splatter) bei Violent Creek Records auf Vinyl aufgelegt.

Knapp einen Monat später erscheint ihr neuer Longplayer mit dem Titel Knee-Deep In The Dead bei Violent Creek Records. Erhältlich ist Knee-Deep In The Dead als CD und für den Sammler als limitiertes Vinyl in den Farben Transparent Gelb, Weiß und Weiß/Grün Splatter. Die Limitierung beträgt jeweils nur 100 Stück. Also wirklich extrem limitiert. Da sollte man sich schnell ein Vinylalbum zulegen, bevor es vergriffen ist.

Traitor wurden 2004 von Gerd Hery und Andreas Mozer unter dem Namen Meatgrinder ins Leben gerufen. Anschließend wurde noch zweimal der Bandname (Patricide und Premature Burial) gewechselt, bevor dann der endgültige Bandname Traitor 2009 gefunden wurde. Seit 2013 gab es bis auf die beiden Gründungsmitglieder einige Besetzungswechsel. Das jetzige Line-Up besteht jedoch schon seit 2013.

Traitor gehören zu den Bands, die den Thrash Metal der Achtziger in voller Wucht wieder aufleben lassen. Das merkt man sofort am Cover und auch an den Songtiteln. Thrash Metal ist ja Gott sei Dank wieder angesagt!

Ich konnte mir in letzter Zeit einige junge Thrash Bands ansehen und anhören. Ich muss schon sagen, die Balinger gehören mit zu Speerspitze des aktuellen Teutonic Thrash Metals.

Vom ersten bis zum letzten Stück wird auf Knee-Deep In The Dead geschreddert, was das Zeug hält. Die Songs ballern einfach nur so. Da braucht es uns nicht bange werden, wenn solche Szenegrößen wie Sodom oder Kreator mal abtreten sollten. Traitor wissen genau, was Thrash Metal ist. Dies zeigen sie uns auf dem Album mit aller Stärke.

Die Songs sind meist von vorne bis hinten in einem irren Tempo vorgetragen. Da fliegen die Haare von Anfang an und Nackenbrecher gibt es zuhauf. Neben wundervollen Riffs dürfen sich die Gitarren in tollen Soli beweisen.

Dass sie aber auch in der Lage sind, nicht nur Songs in irrer Geschwindigkeit zu produzieren zeigt Demonic Possession. Dieser fängt zunächst sehr gemächlich an. Da muss sich die Band zuerst einmal aus der dämonischen Umklammerung herauskämpfen. Das gelingt ihnen nach gut zwei Minuten. Der Song hat wirklich alles. Verschiedene Tempi, wahnsinnige Gitarrensoli und eine tolle Dynamik.

Teilweise erinnern mich die Songs an Rimski-Korsakows Hummelflug im Thrashgewand. Ich glaube zwar nicht, dass das gewollt ist, aber es gefällt mir richtig gut.

Die Songs sind mit dem richtigen Speed und einem geeigneten Maß an Aggression gefüllt. Einen Ausfall in Form eines deplatzierten Songs gibt es auf Knee-Deep In The Dead nicht.

Das Album ist inklusive Coverartwork ein rundherum gelungenes Stück Thrash Wiederbelebung, obwohl dem Thrash noch nie der Atem ausgegangen ist. Sollte dies jedoch der Fall gewesen sein, hauchen Traitor dem Thrash erneute Lebensenergie mit diesem Werk ein.

Das Album endet mit dem Ramones Cover Blitzkrieg Bop. Das hätte für meinen Geschmack nun nicht unbedingt sein müssen, oder aber im Tempo der vorangegangenen Songs gespielt werden sollen. Moment mal: Die letzten 30 Sekunden werden dann doch so thrashig, wie ich mir das Cover vorgestellt habe. Schade! Das von Anfang an so gespielt, wäre genial gewesen.

Wer sich Traitor demnächst mal live reinziehen möchte, sollte das unbedingt mal machen. Traitor sind diesen Sommer auch auf einigen Festivals unterwegs. Unter anderem auch auf dem Wacken Open Air. Da könnte ich mir vorstellen, dass sie sich eine Menge neuer Fans erspielen.

Fazit: Traitor aus Balingen legen uns mit Knee-Deep In The Dead ein gelungenes und frisches Thrash Metal im Achtziger Format vor, ohne dass es eine Sekunde angestaubt klingt. Die alten Hasen der Thrash Metal Szene sollten sich warm anziehen, denn die Jungs haben es drauf. Hört es euch an und springt einmal kopfüber in den Thrash!

Anspieltipps: Nuke En All, Knee-Deep In The Dead, Xenomorph
Juergen S.
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