Mit dem achten Album Wilderness Of Mirrors setzen die Tunesier Myrath ihren Progressive-Metal-Weg weiter fort. Dabei bleibt ihr Sound orientalisch und lebt von starken Atmosphären, die in 46 Minuten zehn neue Tracks offenbaren. Neben Orphaned Land gehören sie zur Speerspitze des Genres und werden für meinen persönlichen Geschmack auch 20 Jahre nach ihrem Debütalbum Double Face viel zu stiefmütterlich beachtet. Der Durchbruch gelang mit Legacy vor genau zehn Jahren und es folgten die starken Werke Shehili und Karma. Auf Platte immer überzeugend, verpasse ich die Band bedauerlicherweise konsequent. Kaum verwunderlich, dass die Shows im April und im Herbst einmal mehr mit Terminen kollidieren. Aber mein persönliches Leid soll euch jetzt nicht von Wilderness Of Mirrors ablenken.
Mit orientalischen Klängen und progressiver Power durch den Sandsturm
Myrath tragen ihr neuestes Output souverän und mit voller Leidenschaft durch den aufziehenden Sandsturm. In den heißen Mittagsstunden legt sich Wilderness Of Mirrors kühlend auf den Hörer. In den kalten Nächten wirkt die Scheibe wärmend und heilt kleine Wunden auf der Seele im Handumdrehen. Die Produktion steckt voller Magie. Zaher Zorgati am Mikrofon versprüht den Spirit aus 1000 und einer Nacht, ohne sein Metal-Gewand abzulegen. Meist zieht es Myrath bedacht durch die Kompositionen. Gitarrist Malek Ben Arbia steht wie schon bei den anderen Werken gerne und oft im Fokus. Das geschieht nicht willkürlich, sondern aus dem Konzept der Band heraus, die neben den Vocals auf starke Melodienfolgen setzt. Aus der Ruhe lassen sich die Nordafrikaner niemals bringen und legen diesen Hauch der Gelassenheit wie ein unsichtbares Tuch auf den Hörer. Im Kopf bleiben in dem gelungenen Gesamtwerk die Tracks Until The End, Breathing Near The Roar oder auch Echoes Of The Fallen. Die Reise in das Abenteuer beginnt mit dem Opener The Funeral. Myrath strecken sofort die Hand nach dem Hörer aus und greifen diesen fest, aber liebevoll.
HIER! geht es für weitere Informationen zu Myrath – Wilderness Of Mirrors in unserem Time For Metal Release-Kalender.



