Port Noir, gegründet 2011, spielen einen experimentierfreudigen Alternative Metal, der auch auf dem insgesamt fünften Studioalbum The Dark We Keep genreübergreifend zu überzeugen vermag. Die Schweden aus Södertälje bei Stockholm haben ihren proggigen Sound vom atmosphärischen Debüt Puls (2013) zu einem groove-orientierten Genremix entwickelt, den sie über die Jahre mit elektronischen Indie-Pop-Elementen und R&B angereichert haben. Letztere fallen im Vergleich zum Vorgängeralbum Cuts auf dem Neuling weniger ins Gewicht, auf dem Port Noir einen härteren Sound präsentieren.
Auch auf The Dark We Keep verschmilzt die Band gekonnt Rock, Metal und Pop. Das klingt vereinnahmend, durchaus massentauglich, und geht rasch in die Gliedmaßen über. Emotionalität von Gesang und mächtige Inszenierung spiegeln sich in den Texten, die Themen wie Entfremdung, unterdrückte Emotionen und Vergänglichkeit behandeln.
Groovige Klanglandschaft
Die präzise Instrumentierung lässt Details erkennen, wovon vor allem tiiiiiief tönender Bass (Love Andersson), zwischen verträumt und bedrohlich wechselnde Synths (Andreas Hollstrand) und Schlagzeug (Andreas „AW“ Wiberg knüppelt uns des Öfteren auch einige Blast Beats um die Ohren) profitieren. Die Gitarren (Andersson, Hollstrand) schaffen mit ihren technischen Riffs eine wuchtige, djentige, technische Atmosphäre. Darüber thront der glasklare, melancholische Gesang von Andersson, der als Wegweiser und Aushängeschild durch die groovige Klanglandschaft führt, die The Dark We Keep geworden ist.
Port Noir erschaffen ein atmosphärisch dichtes Gesamtwerk, in dem jede Nuance Berechtigung erfährt. Gleichzeitig ist hier auch die einzige große Schwäche des Albums auszumachen: The Dark We Keep hört sich toll an, aber auch sehr ähnlich. Unter den elf Songs stechen keine Hits heraus, was zu einer gewissen Monotonie führen kann. Da die Tracks oft einem ähnlichen Aufbau folgen, bleiben große Überraschungen aus. Insgesamt ist das allerdings ein Luxusproblem.
The Dark We Keep ist am 15. Mai via InsideOut Music erschienen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Port Noir – The Dark We Keep in unserem Time For Metal Release-Kalender.



