Anhedonist – Netherwards

“Hallig und langatmig“

Artist: Anhedonist

Album: Netherwards

Spiellänge: 40:14 Minuten

Genre: Death / Doom Metal

Release: 10.05.2012

Label: Dark Descend Records

Link: http://anhedonist.blogspot.de/

Bandmitglieder:

Bass – D.F.
Schlagzeug – Z.S.
Gesang, Gitarre – V.B.
Gitarre – K.H.

Tracklist:

  1. Saturnine
  2. Estrangement
  3. Carne Liberatus
  4. Inherent Opprobrium
Anhedonist_Netherwards_Cover

Anhedonist wissen, wie man schockt: Vier Lieder, 40 Minuten, das Kürzeste ist fünf Minuten lang. Das klingt nach Riesenspaß. Die Amerikaner gibt es seit vier Jahren und sie haben jetzt ihr Debüt Netherwards veröffentlicht. Reicht die lange Zeit aus, um vier spannende Lieder zu produzieren?

Nach dem Introlied Saturnine schwant mir Böses. Von dem Lied ist ein kleiner Part zwei Minuten vor Schluss in Erinnerung geblieben, aber auch nur, weil da etwas Abwechslung aufkam. Das folgende Lied, Estrangement, wird in der Mitte etwas spannender, weil schneller und abwechslungsreicher, was den sehr langweiligen Doom-Part in der ersten Hälfte nicht entschuldigt. Aber auch die drei Minuten Tempo werden irgendwann ermüdend, so dass ich fast froh war, als es wieder langsamer wurde, jedenfalls für ein paar Sekunden.

Tontechnisch sei gesagt, dass der Gesang hallig durch die Gegend, grunzt, die Gitarren hallig durch die Gegend spielen, der Bass hallig durch die Gegend spielt und das Schlagzeug ohne hall durch die Gegend spielt. So abwechslungsreich wie der vorherige Satz ist übrigens das gesamte Album, denn das kürzeste Lied, Carne Liberatus, folgt dem gleichen Schema: Langsam, schnell, langsam (okay, es ist theoretisch auch nicht anders möglich), sodass es eigentlich genügt, zum Testen dieses Lied zu hören. Einzig der kurze Akkustikanfang bei Inherent Opprobrium sagt mir überdurchschnittlich zu, ist aber nach zwei Minuten schon wieder beendet. Am Ende wirds dann nochmal interessanter, da die hohen, einzeln gespielten Gitarrentöne, den für Doom Metal unabdingbaren Durchdringungseffekt haben.

Fazit: Diese CD beweist wieder, dass manchmal die Aufnahmequalität relevanter ist als oft behauptet: Würden die Gitarren richtig durch die Knochen ziehen und weniger Wert auf Hall gelegt werden, würde diese CD wohl mehr Spaß machen. Aber "hätte, hätte Fahrradkette", so bleibt nur ein leider mageres Hörerlebnis. Anspieltipp: Carne Liberatus
Gordon E.
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