Catharsis – Human Failures

Menschliches Versagen und das dunkelste Kapitel einer musikalischen Reise

Artist: Catharsis

Herkunft: Polen

Album: Human Failures

Spiellänge: 50:00 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 25.06.2021

Label: Mad Lion Records

Link: https://www.facebook.com/catharsispl

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Adam Mamok
Gitarre und Keyboards – Katarzyna Bujas
Gitarre – Kajetan Pawliszyndam
Schlagzeug – Dariusz Brzozowski (Session Drummer)

Tracklist:

  1. Through The Eyes Of A Child
  2. Slaves To Money And Greed
  3. Your Truth
  4. Made Of Blood
  5. Village Of Witches
  6. House Of Sand And Fog
  7. My Last Words

Der Name Catharsis ist ein sehr beliebter Name, wenn es darum geht, seiner Band einen passenden Namen zu geben. Zum Glück in verschiedenen Formen, aber eben doch sehr oft. Hier haben wir es mit einer polnischen Combo zu tun, die von 1992 bis 1996 aktiv war, ein kleines Päuschen von 14 Jahren einlegte und seit 2010 wieder im Rennen ist. 1995 kam das Debüt namens Bitter Disdain heraus und dann im Jahre 2014 das zweite Album. Nun also Album Nummer drei. Basser und Sänger Adam ist das letzte Gründungsmitglied.

Die Polen legen ohne Intro los. Dies ist ja auch schon eher ungewöhnlich heutzutage. Through The Eyes Of A Child macht schon nach den ersten Klängen klar, dass diese polnische Formation dem Death Metal zuzuordnen ist und sie diesen recht technisch, aber old schoolig vortragen möchten. Das Riffing zu Beginn wird immer wieder abgebremst und mit technischem Drumming kombiniert. Dann wechselt man in einen old schooligen Death Metal Part, der auch recht technisch daherkommt. Erinnerungen an Death werden wach. Sprachsequenzen werden mit eingebaut, bevor man dann wieder im Midtempo sehr verspielt zu Werke geht. Trotz dieses abgehackten Gitarrenspiels kommt ein Spielfluss zustande. Kann sich absolut hören lassen, da sie auch schnellere Midtempopassagen mit einbauen. Die Sprachsequenzen werden wiederholt und weiter ausgearbeitet. Ja, da merkt und hört man, dass die drei nicht erst seit gestern in diesem Bereich unterwegs sind. Eine dunkle und blackige Melodie wird hinterhergeschoben. Sehr geil, könnte ich mir schneller auch auf einem Sartyricon Song vorstellen. Danach geht man wieder in den schnellen Midtempopart und wird noch einmal technisch und vertrackt zum Ende hin.

Slaves To Money And Greed kommt am Anfang mit einem Basssolo, setzt die technische Reise fort und überrascht mit blackigem Riffing und Blastbeatattacken. Sehr gute Kombination, muss man schon sagen. Der Song kommt schon wesentlich brutaler aus den Boxen und erzeugt trotz der Technik enormen Druck. Ein langsamer, atmosphärischer Part wird mit eingebaut. Sehr fett. Dann geht es wieder ins Midtempo, mit absolut verspieltem Riffing. Klingt teilweise dann eben sehr progressiv, aber nach einem Break wird wieder geballert und der Song wird wieder brutaler und aggressiver. Das Growling von Adam ist schön tief, aber absolut verständlich. Gute Leistung. Der atmosphärische Part wird noch einmal wiederholt. Finde ich auch sehr gut, weil dieser total fett klingt. Mit acht Minuten ist dieser Song natürlich ein wenig lang, aber irgendwie gehen denen auch nie die Ideen aus und so klingt man auch in diesem Song sehr abwechslungsreich.

Auch Your Truth kommt mit einem nach Death klingenden Midtemporiff zu Beginn, steigert dann kurz und wechselt in ein blackiges Riff mit Blastbeatattacken. Sehr cool und dann geht es wieder in eine technische und progressive Geschichte. Diese ist mir dann leider ein wenig zu vertrackt. Das Tempo nimmt man dann fast ganz raus und das Growling geht los. Das schockt wohl. Diese schleppenden Momente drücken ohne Ende. Ein Wechsel ins Uptempo folgt und auch der Blastbeat darf wieder ran. Das Riffing ist nun richtig stark und die Art des Growlens ebenfalls. Ebenso wie der Vorgänger ist der Song sehr lang, kommt aber auch wieder sehr abwechslungsreich herüber, da sie mit dem Tempo gekonnt umgehen und genügend Riffs verbraten. Sehr brutal der Spaß, kann man nicht anders sagen.

Made Of Blood bietet auch alles, was Catharsis ausmacht. Immer wieder versuchen sie, viele Elemente des technischen Death Metals zu kombinieren, ohne dabei die Linie zu verlieren. Der Song wartet mit einem hängen bleibenden Riff und einer guten Melodie auf. Die Vocals klingen anders. Das kann daran liegen, dass Ross Dolan (Immolation) hier sein zartes Stimmchen zur Verfügung gestellt hat.

In knappen 50 Minuten geben Catharsis ordentlich Gas und bieten echt guten technischen Death Metal. Hier und da versucht man, zu viele Aussagen zu treffen. Bridges, Melodien, Riffs und Breaks werden manchmal nur aneinandergereiht und die Songs dann in die Länge gezogen, aber die Berücksichtigung von blackigen und atmosphärischen Parts (z.B. Villages Of Witches) halt die Spannung am Leben.

Catharsis – Human Failures
Fazit
Dieses Trio aus Polen bietet auf seinem dritten Album guten technischen Death Metal der alten Schule. Hier und da ein wenig zu überladen, aber ansonsten geht es gut zur Sache. Blastbeats und blackiges Riffing werden geschickt mit eingebaut.

Anspieltipps: Slaves To Money And Greed und Your Truth
Michael E.
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Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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