Cult Of Luna – A Dawn To Fear

Eine Reise ohne Happy End

Artist: Cult Of Luna

Herkunft: Umeå, Schweden

Album: A Dawn To Fear

Spiellänge: 54:36 Minuten

Genre: Sludge, Progressive Metal, Post Metal

Release: 20.09.2019

Label: Metal Blade Records

Link: https://www.facebook.com/cultoflunamusic

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Johannes Persson
Gitarre, Gesang – Fredrik Kihlberg
Gitarre – Magnus Lindberg
Bassgitarre – Andreas Johansson
Keyboard, Gesang – Kristian Karlsson
Schlagzeug – Thomas Hedlund

Tracklist:

  1. The Silent Man
  2. Lay Your Head To Rest
  3. A Dawn To Fear
  4. Nightwalkers
  5. Lights On The Hill
  6. We Feel The End
  7. Inland Rain
  8. The Fall

Cult Of Luna zählen seit ihrer Gründung vor über 20 Jahren zu den erfolgreichsten Vertretern des Post-Metal, der in Sludge und Progressive Metal Atmosphären abfällt. Neben Vertretern wie z.B. Neurosis stehen sie sinnbildlich für das düstere verstrickte Genre, das gerne auch in Doom Muster verfällt. Gesanglich geht es in harte Doom Death Regionen und offenbart schnell die breite Masse an angerührtem dichten Nebel, der wie ein Asphaltfilm die Erde verdunkelt. Erstmals stand nun ein Album über ihr neues Label Metal Blade Records auf dem Programm, welches Mitte September veröffentlicht wurde. Mit Platz elf in den Deutschen Album Charts wurde in Höhen vorgedrungen, die selbst die sechs Skandinavier nicht erwartet hätten. Gleich drei Gitarren sorgen bei den Schweden für den vollgepackten Sound, der wie eine Wand vor dem Hörer steht. Acht Tracks führen durch über 50 Minuten schwermütige Lyrics in einem Post Korsett, das den Anhängern abermals den Atem raubt.

Dröhnend und gar nicht leise sprengt The Silent Man die Stille. Wütend schieben Cult Of Lune dichte Wellen vor sich her – das Meer kommt nie zur Ruhe, stets peitschen Stürme die Wassermassen auf. Dass einzelne Fahrten über zehn Minuten andauern, bleibt keine Ausnahme. Johannes Persson setzt Highlights und trotzdem wirken einige Passagen zu langwierig und treiben den über Bord gegangenen Kapitän bis weit hinter die Inseln ins offene Meer, wo die Hoffnung auf Rettung gen null sinkt. Hoffnungsvoll ist grundsätzlich ein Fremdwort bei den Künstlern, die stets versuchen, größte Verzweiflung musikalisch zu unterstreichen. Ruhigere Elemente lassen keinen Sonnenstrahl auf den alten Kahn blitzen, der nun mutterseelenallein über den Ozean schaukelt. Lay Your Head To Rest rammt, ohne zu zögern, den spitzen Dolch in das offene Herz. Geliebt werden hier nur die Einsamkeit und das langsam erstarrende Blut, was an der Klinge herunterläuft. Der Spannungsbogen bleibt straff, kann aber nicht immer bis zum Anschlag gezogen werden. Trotzdem möchte man Werken wie Nightwalker nicht einfach den Saft abdrehen. Die Klasse bleibt zu erkennen und Cult Of Luna servieren eben nur Maßarbeit für ganz besondere Metalheads. Inland Rain reißt ein großes Loch in den Bug. Das Finale eingeläutet, erklingt die Glocke wild an Deck, bis The Fall die letzten Planken auseinander drückt und das tödliche Gebilde gen Meeresgrund schickt.

Cult Of Luna – A Dawn To Fear
Fazit
Cult Of Luna bleiben spannend, wissen zu überzeugen und gehören ganz klar zu den Zugpferden des Genres. Im Vergleich zum letzten Werk muss man ein paar Abstriche machen - so geht es mir jedenfalls. Die Schweden versuchen, was positiv ist, weiter ihre Kunst auszubauen. Eine Tendenz gibt es dahin, dass die Zeit noch lange nicht vorbei ist. A Dawn To Fear ist bissig, bekommt nur des Öfteren den Kiefer nicht schnell genug wieder auf.

Anspieltipps: The Silent Man und Nightwalker
Rene W.
7.8
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Pro
Contra
7.8
Punkte
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