House By The Cemetary – The Mortuary Hauntings

Rogga-Death-Metal mit amerikanischer Note

Artist: House By The Cemetary

Herkunft: Schweden

Album: The Mortuary Hauntings

Spiellänge: 34:52 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 31.05.2024

Label: Pulverised Records

Link: https://www.pulverised.net/

Bandmitglieder:

Gesang – Mike Hrubrovcak
Gitarre und Bassgitarre – Rogga Johansson
Schlagzeug – Matthias Fiebig

Tracklist:

1. Cadavers Emerge
2. Beware Of The Woods
3. The Realm Of The Cursed
4. Beyond Oblivion
5. Infested
6. The Book Of Eibon
7. Tortured Severe
8. Opening The Gates Of Hell
9. Crypts Of Torment

Die Schweden von House By The Cemetary sind seit ein paar Jahren aktiv und am Start ist der gute alte Rogga Johansson. Ein Mann, eine Gitarre, eine Legende. Rogga hat hier den Bass und die Gitarren übernommen, die Drums wurden von Matthias Fiebig (u.a. Blodsrit, Paganizer) eingeprügelt und die Vocals steuerte Mike Hrubovcak (Monstrosity, Divine Rapture etc.) bei. In dieser Konstellation wirbelt man von Anfang an und konnte 2021 sein erstes Album namens Rise Of The Rotten veröffentlichen. Von Anfang an wurde dieses Projekt von Pulverised Records unterstützt.

Cadavers Emerge macht den Anfang und wen wundert es, dass der so von mir geliebte HM2-Sound wieder im Mittelpunkt des Schaffens steht. Und ich wundere mich immer wieder, wie der Herr es schafft, seine kreativen Ideen zu kanalisieren, und die Riffs immer wieder den richtigen Projekten zuordnet. Der typische Buzzsaw-Sound ist nicht ganz so ausgeprägt wie z.B. bei Dismember, Paganizer oder Entombed, aber trotzdem regiert hier natürlich der schwedische Sound. Die Gitarre jagt zu Beginn vor, es folgt ein Uftata-Einsatz und eine Wiederholung des Ganzen, bis man dann im schnellen Midtempo fortfährt. Ein Wechsel in langsamere Gefilde folgt und die Uftata darf immer mitspielen. Ein Break und ein melodisches Riff, welches recht atmosphärisch um die Ecke kommt, nehmen das Heft in die Hand, um dann wieder in typische Midtempo Death Metal Gefilde abzudriften. Yeah, das macht Laune. Der Kopf muss rauf und runter, da kann man nichts gegen machen. Die Vocals sind nicht so tief wie bei Monstrosity, aber schön aggressiv und teilweise sogar verständlich. Sehr geil. Diese Tempowechsel machen echt Spaß und die Riffs sind gut. Am Ende darf der melodische und atmosphärische Part noch einmal ran. Jawohl, kann man so machen. Guter Einstieg, definitiv.

Beware Of The Woods legt dann los, als ob die schwedische Feuerwehr einen Waldbrand löschen müsste. Old schooliges Uptempo, inklusive Ufata-Moment. Herrlich. Neben den schwedischen Elementen bauen House By The Cemetary immer wieder amerikanische Akzente mit ein und wenn sie groovig werden, klingen sie auch ein wenig morbide. Dann wird das Tempo wieder aufgenommen und ein Stop And Play Part mit eingebaut. Herrlich. Die Gitarre spielt vorweg und dann wieder ins Uptempo. Mörderpart. Erinnert ein wenig an The Grotesque von Benediction. Für Freunde des old schooligen Death Metal absolut zu empfehlen. Geht rauf und runter wie das römische Imperium. Die Riffs sind echt geil und immer wieder wundere ich mich über den guten Rogga. Aber man muss sagen, dass besonders das Drumming hier ausschlagend ist. Der Bursche ballert so schön old schoolig, herrlich. Und die harshen Vocals erledigen dann den Rest. Ein würdiger Titelsong, der es sicherlich in meine Radiosendung schaffen wird. Death Metal Victory, ganz klar.

Wie bei The Realm Of The Cursed baut der Mike immer lange, tiefe Screams mit ein, die, auch durch den Sound, sehr horrorlastig klingen. Gleich zu Beginn ist das hier der Fall. Und immer regieren ein oder zwei Riffs den Song. Dieser groovige Moment und der drückende Midtempo-Part schocken, aber der Song kann mit den ersten beiden Stücken meines Erachtens nicht mithalten. Ist aber trotzdem nicht schlecht, da er einen absoluten Mitbangmoment innehat und dieses lang gezogene Riff, welches langsam begleitet wird, schockt auch.

Drumtechnisch steht das Teil in der Tradition von Edge Of Sanity, die ja auch ohne Blastbeats ausgekommen sind und trotzdem brutal klangen. Wenn ich nach dreimal durchhören richtig gehört habe, ist kein Blastbeat auf dem Album zu finden. Trotzdem sind die Parts schnell, so wie z.B. bei dem Song Infested. Herrliches, lang gezogenes Riffing und schnelles Uftata-Geballer ist einfach geil. Break rein, Gitarre vorweg und ab dafür. Und immer wieder diese langen, dunklen Sceams. Passt. Rogga zaubert wieder das eine oder andere geile Riff aus dem Hut. Einfach nur old school, einfach nur lecker. Ich steh drauf.

Auch bei House Of The Cemetary verlässt Rogga seine Marschrichtung nicht. Einfach old schooliger Death Metal. Fernab von irgendwelchen progressiven und technischen Klängen, einfach nur straight. So muss es sein und auch nach dreißig Minuten hören stellt man fest, dass Alben von Rogga immer gut sind. Schlecht kann der Bursche nicht, aber Überalben schreibt er auch nicht.

House By The Cemetary – The Mortuary Hauntings
Fazit
Das Trio House By The Cemetary liefert auch beim zweiten Album absolut ab. Rogga Johansson schneidet sich wieder geile Riffs aus den Rippen, Monstrosity Mike growlt so was von aggressiv, dass beim Nachbarn die Blumen vom Balkon fallen und Drummer Matthias (Paganizer) klingt vom Drumming her so was von brutal und old schoolig, da fällt man vom Glauben ab, welchem auch immer. Schnell und groovig, ohne Blastbeats, aber mit vielen Uftatas. Geilomat. Eine Mischung aus schwedischem und amerikanischem Death Metal und ein wenig Morbidität. Alles im Sinne der alten Schule und ohne großen Firlefanz.

Anspieltipps: Beware Of The Woods und Infested
Michael E.
8.3
Leserbewertung0 Bewertungen
0
8.3
Punkte