Das Interview mit P.G. von Groza zum kommenden Album „Nadir“

Alles zur Entstehung von Nadir und der kommenden Scherben-Tour 2024

Artist: Groza

Herkunft: Mühldorf am Inn, Deutschland

Genre: Black Metal

Release: 20.09.2024

Label: AOP Records

Link: https://www.facebook.com/grozaband

Bandmitglieder:

Gesang, Bass, Gitarre – P.G.
Gitarre, Gesang – U.A.
Schlagzeug – T.H.Z.

Time For Metal / René W.:
Hallo P.G., ich freue mich, dass wir heute zusammengefunden haben, um über euer neues Album Nadir und die kommende Tour zu sprechen. Als Erstes soll der Fokus natürlich auf dem neuen Material liegen. Mit Nadir habt ihr das dritte Studioalbum fertiggestellt. Wann seid ihr beim Songwriting für den neuen Longplayer eingestiegen und wie habt ihr die Entstehungsphase erlebt? Hat der hohe Zuspruch der ersten beiden Werke Einfluss auf Nadir gehabt oder gar Druck erzeugt?

Groza / P.G.:
Das Songwriting hat nach der Fertigstellung des vorherigen Albums begonnen. Der Schreibprozess war für das neue Album ähnlich zu dem, wie wir es auch für das letzte Album gemacht haben. Jeder sammelt für sich Riffs und Melodien, wir teilen diese Ideen mit den anderen und sehen dann, welche Ideen es wert sind, weiterentwickelt zu werden. Manchmal schreiben wir auch gemeinsam im Proberaum. Anschließend setze ich dann die einzelnen Ideen zu groben Demos zusammen und schaue da, welche Riffs und Melodien gut zusammenpassen und wie die Songs arrangiert sein könnten. Diese Demos arbeiten wir dann wiederum als Band gemeinsam auf, arbeiten an Details und Übergängen, solange bis wir das Gefühl haben, dass der Song sein Potenzial erreicht hat. Bezüglich des hohen Zuspruchs zum vorherigen Album: Ich würde nicht sagen, dass das direkt Druck gemacht hat. Der Ansporn/Druck kommt vielmehr von uns selbst und daher, dass wir selbst den Anspruch haben, uns nicht zu wiederholen und immer wieder neue Seiten der Band zu entdecken. Druck von außen gab es da kaum.

Time For Metal / René W.:
Das Artwork ist schlicht und auch nach mehrfachem Betrachten kann ich mir persönlich noch keinen Reim drauf machen. Was soll uns das Cover von Nadir sagen und welcher Künstler hat dieses entworfen?

Groza / P.G.:
Das Artwork lebt von Ambivalenz. Das Cover hat mich persönlich so angesprochen, weil es so viele verschiedene Deutungen beinhaltet. Jeder, der das Cover sieht, sieht etwas anderes darin und interpretiert es anders, das hat mich daran gereizt. Geschaffen wurde es von Johanna Kaljanac, der Schwester unseres verstorbenen Bassisten M.S. Zu Lebzeiten wollte er schon immer mal ein Albumcover in Zusammenarbeit mit ihr gestalten und auf diesem Album haben wir es dann endlich geschafft, auch als Tribut an ihn.

Time For Metal / René W.:
Zurück zu den Songs. Intensiv und frostig schneidet ihr durch die 42 Minuten und erschafft ruhige wie bombastische Momente. Wie schwer ist es, diesen Einklang bei jeder Komposition wiederzufinden? Macht ihr euch da vorab Gedanken oder ergibt sich dieses beim Aufnahmeprozess im Proberaum?

Groza / P.G.:
Vorab mache ich mir da meist keine Gedanken. Das Rohmaterial diktiert fast immer den Weg, den der Song nehmen muss, der Rest ergibt sich auf dem Weg.

Time For Metal / René W.:
Beim Track Daffodils habt ihr mit Karg von Harakiri For The Sky zusammen gearbeitet. Wie kam es zur Zusammenarbeit und wie habt ihr die Zeit mit Karg beim Erschaffen von Daffodils erlebt?

Groza, Mergener Hof Trier
Pic by Big Simonski

Groza / P.G.:
Karg
und Harakiri For The Sky sind zwei Bands, die im Feature angegeben sind. Wir haben hier konkret mit J.J. (Sänger bei beiden und Gründer, Songwriter von Karg) und M.S. (Songwriter und Gitarrist bei HFTS) zusammengearbeitet.

Time For Metal / René W.:
Danke für die Information und richtig Stellung, das ist bei mir falsch hängen geblieben.

Groza / P.G.:
Die Zusammenarbeit ist aus einer Freundschaft mit den beiden entstanden, weniger aus musikalischen Gründen, auch wenn ich schon langjähriger Fan der Band bin. Wir waren letztes Jahr gemeinsam auf Tour und so etwas verbindet. Außerdem haben die beiden aus erster Hand von unserer Situation in der Band mit dem krankheitsbedingten Tod unseres Bassisten M.S. mitbekommen und uns hier immer unterstützt. Diese letzte Tour mit ihm und HFTS verbindet uns für immer und so hat es Sinn ergeben, in seinem Andenken Leute für diesen Song einzuladen, mit denen er tolle Momente erlebt hat und die er sowohl persönlich als auch musikalisch sehr geschätzt hat.

Time For Metal / René W.:
Ihr habt mit AOP Records in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht und geht auch mit Nadir zusammen die nächste Phase eurer Karriere an. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Groza / P.G.:
Wir haben unser erstes Album Unified In Void damals selbst released und unter anderem über den YouTube-Kanal Black Metal Promotions veröffentlicht. Dieses Video hat Sven von AOP Records dann zufällig gesehen und ihm hat gefallen, was er gehört hat, also hat er uns kontaktiert. Als langjähriger Fan des Labels war von meiner Seite aus schnell klar, dass wir zusammenarbeiten würden.

Time For Metal / René W.:
Im Oktober steht die nächste Tour mit Ellende und Servant an, wie bereitet ihr euch auf die Konzerte vor?

Groza / P.G.:
Wir proben intensiv für die Tour. Bei uns kommen gerade mehrere neue Variablen dazu. Zum einen natürlich die neuen Songs, die wir noch nicht live gespielt haben, zum anderen ein verändertes Live-Line-Up mit neuen Mitgliedern.

So bin ich von Gitarre zu Bass gewechselt und unser neuer Live-Gitarrist S.R. übernimmt meine Gitarrenparts. So viel Neues erfordert natürlich Arbeit und Vorbereitung, aber wir sind bestens für die Tour vorbereitet und können es kaum erwarten, loszufahren und die neuen Songs live zu präsentieren.

Time For Metal / René W.:
Ihr habt viele lange Werke. Wie schwer ist es da, ein Set zusammenzustellen, wenn viele Songs eine längere Spielzeit haben?

Groza / P.G.:
Bei Slots mit kürzeren Spielzeiten unter 45 Minuten kann das schon herausfordernd sein. Ich würde aber trotzdem auch in so einem Fall immer unsere langen Songs spielen, selbst wenn wir dann weniger Songs spielen können. Lange Songs mit Spannungsbögen und unterschiedlichen Stimmungen sind gewissermaßen zu einem Kernelement unseres Sounds geworden, deswegen kann ich hier keine Kompromisse eingehen und stattdessen „nur“ unsere kürzeren Songs spielen, um mehr Material unterzubringen.

Time For Metal / René W.:
Wie wird die Scherben Tour 2024 von euch aufgebaut, wird der Fokus auf Nadir gelegt oder gibt es einen Mix aus allen drei Alben?

Groza / P.G.:
Der Fokus liegt klar auf Nadir. Wir sind sehr stolz auf das Album und deswegen wird auf Tour auch ein Großteil des Albums live präsentiert. Natürlich spielen wir aber auch ältere Songs, die unsere Fans kennen und hören wollen. 

Time For Metal / René W.:
Ihr habt als Bühnenbild Masken gewählt bzw. verhüllt eure Gesichter hinter schwarzen Tüchern. Welche Symbolik steckt dahinter und wie schwer ist es, damit zu spielen?

Groza / P.G.:
Die Auslöschung des Ego und der Person hinter der Musik und das Bilden einer Einheit. Das sind die zwei Hauptgründe. Für mich ist es nicht wichtig, wer da auf der Bühne steht. Wichtig ist, dass das, was gesagt und gespielt wird, Gewicht und Tiefe hat und etwas mit den Zuhörern macht. Wer das am Ende spielt, ist nicht von Belang, daher die Masken. Mit den Masken zu spielen ist mittlerweile kein Problem mehr, das kommt mit der Gewohnheit.

Time For Metal / René W.:
Vielen Dank für deine Zeit. Das letzte Wort gehört dir und das kannst du ganz offen an eure Fans und unsere Leser wenden. Viel Erfolg und Spaß auf der Scherben Tour 2024.

Groza / P.G.:
Vielen Dank für das Interview. Unser neues Album Nadir kommt am 20.09. über AOP Records raus und lässt sich dort auch noch vorbestellen. Im Oktober sind wir auf EU-Tour, Infos und Tickets gibt es hier: linktr.ee/scherbentour2024

Wir sehen uns hoffentlich da!