Demoted – Envenomed Redemption

Ein achtzehnjähriger Rumäne versprüht den Spirit der Neunziger

Artist: Demoted

Herkunft: Rumänien

Album: Envenomed Redemption

Spiellänge: 29:40 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 06.01.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://demotedro.bandcamp.com/album/envenomed-redemption-album

Bandmitglieder:

Gesang  und alle Instrumente – Filip Garlonta

Tracklist:

  1. Intro
  2. Gateway To The Void
  3. Forever Haunting The Earth
  4. Back To The Grave
  5. Tower Of The Undead
  6. Envenomed Redemption
  7. Unsanctified
  8. Bringer Of The False Light
  9. Perpetual Suffering
  10. Into The Acid (Cancer Cover)
  11. Outro

Rumänien liegt am Schwarzen Meer und wurde durch die Zusammenlegung der Fürstentümer Moldau und Walachei ein moderner Staat. Damit man auch mal weiß, wo die Walachei liegt. Bukarest ist die siebtgrößte Stadt in der EU, und trotzdem stammen von dort eher wenig bekannte Bands. Natürlich kennt man eher Siebenbürgen, einen Teil von Rumänien, welches auch Transsylvanien genannt wird. Dort hat ja der gute alte Vlad sein Unwesen getrieben, besser bekannt als Dracula. In Siebenbürgen liegt die Großstadt Brasov und aus dieser 250.000 Einwohner Stadt stammt die Band, die im Jahre 2020 gegründet wurde. Band ist ein wenig zu viel gesagt. Filip ist als Einzelkämpfer unterwegs, ich denke mithilfe eines Drumcomputers. Ein fleißiger Bursche, denn ansonsten hat er noch die Projekte Naamah und Necrotum laufen und ist außerdem bei der Band Putred aktiv. In Schweden ist das ja normal, aber man sollte vielleicht erwähnen, dass der Bursche erst 18 Jahre alt ist.

Es ist, wie es ist und los geht es mit einem Intro, welches aufgrund der dramatischen Keyboardklänge an einen Dracula Film erinnert.

Mit Gateway To The Void geht es dann so richtig los. Death Metal der groovenden Art kommt aus den Boxen und leider muss man Abstriche beim Sound machen. Klingt wie im Proberaum oder im Schloss Draculas aufgenommen und verschlechtert deutlich den Hörgenuss. Musikalisch ist der Song nicht übel und obwohl der Bursche erst 18 ist, spürt man den Geist der Neunziger. Da war er noch gar nicht geboren. Egal, ein Händchen dafür hat er.

Forever Haunting The Earth gefällt mir noch besser. Auch hier nervt der Sound natürlich, aber das Songwriting ist ganz geil. Es geht schnell zur Sache, die Vocals sind schön guttural. Leider hört man heraus, dass es sich um ein Drum-Computer handelt. Rifftechnisch und von Bangfaktor her ist aber alles in Ordnung, muss man sagen.

Back To The Grave kommt mit einem kleinen Intro und Kirchenglocken und kriecht aus allen Ecken. Sehr langsam und zermürbend, aber mit guten Riffing. Die Kirchenglocken werden mit eingebaut, aber leider ist der Gesang viel zu weit in den Vordergrund gemischt. Das recht melodisch vorgetragene Hauptriff ist aber echt stark und teilweise erinnert mich der Song ein wenig an Morgoth.

Auch Tower Of The Undead kommt mit langsamem Tempo und gutem Riffing. Krass ist wirklich, dass man zu jeder Zeit die Neunziger-Geschichten raushört. Die Vocals an sich sind ziemlich stark. Bloß der Sound bringt mich um den Verstand. Leider. Diese Todesmelodie, die er hier vorträgt und die dazu rasselnde Doublebass hat wirklich etwas.

Der Titelsong Envenomed Redemption schleppt sich wieder bedrohlich und die Doubelbass drückt dazu. Das Riffing ist lang gezogen und immer im Midtempo. Der Kopf kann dazu ordentlich wackeln. Irgendwann kommt dann eine sehr kakofonisch vorgetragene Melodie, die hervorragend ins Gesamtkonzept passt und als Solo dient. Fettes Teil. Irgendwie hat man sich so langsam an den Sound gewöhnt und man hört echt guten Death Metal heraus.

Unsanctified kommt dann am Anfang schon fast tanzbar daher und bietet wieder eine atmosphärische Grundstimmung, die überwiegend durch die Soli erzeugt wird. Im Midtempo und Uftata-Doublebass kämpft er sich durch das rumänische Gebirge. Der Song fliegt aber so an mir vorbei.

Bringer Of The False Light kommt da schon wesentlich fetter rüber. Gutes, recht simples Riffing. Death Metal aus der alten Welt. Im schnelleren Midtempo geht er hier mal zu Werke und dieses steht im gut zu Gesicht. Druckvoll und stimmig. Tempo ganz raus, die Doubelbass rasselt wieder und er grunzt rüber. Im Grunde wieder ein guter Song, aber der organische Sound stört mich halt.

Perpetual Suffering ist ein dramatisches Instrumentalstück, welches quasi als Einleitung des Coversongs Into The Acid (Cancer) dient. Gut gemacht, muss ich sagen.

Es erfolgt ein Outro, welches die Thematik des Intros aufnimmt und fortsetzt.

Und fertig sind die Gruftgeschichten aus Rumänien. Im Grunde ganz simples und gutes Zeug.

Demoted – Envenomed Redemption
Fazit
Ein achtzehnjähriger Rumäne versprüht den Spirit der Neunziger. Death Metal der alten Schule. Simple Songstrukturen, gute Riffs und überwiegend im Midtempo agierend. Allerdings muss man Abstriche im Soundbereich hinnehmen.

Anspieltipps: Forever Haunting The Earth und Tower Of The Undead
Michael E.
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