Der Detze Rockt am 14.06. – 15.06.2019 in Rengen bei Daun mit Satan und Antichrist

Diabolisches Heavy Metal Festival in der Eifel

Eventname: Der Detze Rockt 2019

Bands: Goatking, Moontowers, Indian Nightmare, Antichrist, Iron Angel, Fabulous Desaster, Speed Queen, Booze Control, Bütcher, Hellish Crossfire, Ambush, Vulture, Mindless Sinner, Horisont, Satan

Ort: Sportplatz Detzenberg, 54550 Rengen

Datum: 14.06. – 15.06.2019

Kosten: AK: Freitag: 27,00 €, Samstag: 31,00 €, Kombiticket: 41,00 €; VVK Freitag: 21,00 €, Samstag: 24,00 €, Kombiticket: 34,00 €

Genre: Hard Rock, Heavy Metal, Metal, NWOBHM, Death Metal, Heavy Doom, Thrash Metal

Besucher: ca. 1400

Veranstalter: Der Detze Rockt eV

Link: http://www.derdetzerockt.de

Das besondere Heavy Metal Festival der Vulkaneifel startet zum neunten Mal durch. Ich bin natürlich für Time For Metal wieder dabei. Wie in den Vorjahren wächst das Festival stetig, aber doch angemessen. Mit ca. 1400 Besuchern geht es hier auch dieses Jahr recht familiär zu. International bekannte (Underground) Bands geben sich, wie in den vergangenen Jahren, am Freitag und am Samstag die Ehre. Letztes Jahr waren Dead Lord und Oliver/Dawson Saxon die Headliner. Dieses Jahr sind es Iron Angel und Satan.

Rechtzeitig vor Beginn reise ich am Freitag an. Nahe gelegen an der A1, unweit von Daun, sehe ich das für diesen Zeitraum gewohnte Bild: die Zelte auf dem Campground. Wie immer sind zu diesem Zeitpunkt neben den Fans einige mir bekannte Underground Musiker der (lokalen) Szene anzutreffen. Ich treffe unter anderen Bandmember von Secutor, Steelpreacher, Fabulous Desaster (die spielen dieses Jahr selbst hier), Hornado, Final Fortune, Metal Inquisitor und Desaster. Die komplette Band von Desaster ist hier, obwohl sie selbst nicht spielt. Sie wollen natürlich unseren Kumpel Infernal (Gitarrist Markus Kuschke von Desaster), der mit seinem anderen Projekt Moontowers hier spielt, unterstützen. Sollte ich einige Bands vergessen haben, bitte ich dies zu verzeihen!

Auch meine Kumpels Stefan und Joe, mit denen ich mich verabredet habe, finde ich direkt. Wir befestigen schon einmal das Time For Metal Banner im Infield. Zu meiner großen Freude treffe ich auch bereits auf einige Freunde, die zuletzt auf dem Busdrive Of Death mit der Bitburger Band Torment Of Souls mit unterwegs waren, darunter Oli (Don Blindö) und seine Frau. Und auch die Jungs aus der Eifel, mit denen ich mich das letzte Jahr hier angefreundet habe, treffe ich wieder. Also alles große Familie hier!

Das Line-Up für heute Freitag, 14.06.2019 steht:

17:30 – 18:10 Goatking
18:30 – 19:10 Moontowers
19:30 – 20:30 Indian Nightmare
20:55 – 21:55 Antichrist
21:25 – 22:40 Iron Angel

Festivalopener sind in diesem Jahr Goatking! Die sollte man bitte nicht mit den britischen Doomern von King Goat verwechseln. Goatking sind Hessen und kommen aus Marburg! Aha, der Heimat von Milking The Goatmachine (bitte auch nicht mit denen verwechseln). Die Gegend um Marburg scheint ein gutes Terrain für Ziegen zu sein. Selbst der Ziegenkönig (Goatking) ist da beheimatet. Die vier Ziegenkönige, ähm Musiker von Goatking, können hier schon einmal das Ruder an sich reißen und das noch überschaubare Publikum mit ihrer Mucke aus Thrash Metal und Anteilen von Crossover in Stimmung bringen. Das ist bereits eine Human Infection, wie ein Song von ihnen lautet.

 

Weiter geht es mit der Koblenzer Supergroup Moontowers. Die Jungs habe ich eben bereits schon alle gesehen und begrüßt. Bassist Fabio bittet mich, doch heute einmal schöne Bilder von ihm zu machen. Ich versichere ihm, dass das nur was werden kann, wenn er schön geschminkt ist. Leider gibt es hier kein MoontowersThe Cold And Mighty Ale (Bier), wie zuletzt bei ihrem Gig im Florinsmarkt in Koblenz. Hier gibt es nur The Cold And Mighty Bitburger Bier, aber der Song steht natürlich auf der Setlist von Moontowers. Die Jungs haben bisher nur die Demo The Arrival mit den Songs The Cold And Mighty Ale, Strike‘ Em Down und Farewell veröffentlich, die es als Split auf der EP High On Voodoo mit der indischen Band Knight bei Diabolic Might Records auf Vinyl gibt und neben anderen Songs heute auf der Setlist stehen. Songmaterial haben sie wesentlich mehr, denn hier wird einiges von den Koblenzern geboten. Moontowers, die sich nicht so gerne in ein Genre eingruppieren lassen wollen, spielen einen Speedy Doom, eine besondere, mitreißende Form des Heavy Dooms (den Stempel haben sie irgendwann mal von mir aufgedrückt bekommen). Da viele Koblenzer hier sind, haben sie natürlich eine Menge Fans hier, die die Band abfeiern. Das haben sie sich mehr als redlich verdient. Ich freue mich die vier Musiker Dommermuth, Baulig, Kratz und Kuschke am letzten Juliwochenende auf dem Rockfestival in Rengsdorf wiederzusehen.

 

Indian Nightmare sind die Nächsten, die an der Reihe sind. Vorher noch nichts von denen mitbekommen, was sich schlichtweg als Fehler herausstellt. Die überraschen mich dann doch tatsächlich mit ihrer wilden Aufmachung und Mucke. Was ist denn das für ein geiles Nightmare, was nun auf der Bühne abgeht? Sehr geil! Das finden auch die Fans vor der Bühne und schnell eilen noch einige Festivalbesucher vom Campground herüber. Das will man sich nicht entgehen lassen. Das, was das Quintett aus Berlin hier anstellt, ist einfach infernalisch. Auch hier ist eine Genreumschreibung nicht einfach. Diabolischer Heavy / Speed / Thrash / Punk Metal würde ich es einmal bezeichnen. Das Quintett geht ab wie ein Zäpfchen. Alle Musiker für sich sind schon in der Aufmachung recht auffällig. Besonders hervor sticht trotzdem Sänger Poison Snake, der den Gesang wie ein Hohe Priester zelebriert und dabei gleichzeitig screamt und growlt. Einfach verrückt, was die Jungs abliefern. Die brandneue Platte mit dem Titel By Ancient Force, die am Merchstand als Vinyl zu haben ist, muss ich mir natürlich mitnehmen. Dort unterhalte ich mich auch noch einige Zeit mit den Jungs. Obwohl aus Berlin, unterhalten wir uns in englischer Sprache, da die Jungs zwar aus Berlin kommen, aber alle international sind. Aus welchen Ländern sie sind, bekomme ich nicht mehr so auf die Reihe. Auf jeden Fall waren zwei aus Italien, einer aus Mexiko ….Aber egal, das zeigt, wie international ihre Mucke ist.

Da dürften es Antichrist jetzt danach schwierig haben!? Denkste!!! Die schwedischen Antichristen machen einfach da weiter, wo Indian Nightmare eben aufgehört haben. Der Albtraum geht weiter. Bands mit dem Bandnamen Antichrist gibt es echt zu Hauf. Ich habe einmal nachgeschaut. Da tummeln sich weltweit alleine acht Bands mit dem Namen Antichrist im Metalbereich. Dabei haben die Schweden aus Växjö ein Alleinstellungsmerkmal. Sie spielen einen diabolischen Thrash Metal mit ungeheurem Speed. Vielen dürfte die Band hier unbekannt sein, mir nicht, denn das 2017er-Album Sinful Birth ist schon lange in meinem Besitz. Auf Antichrist freue ich mich doch sehr, sie das erste Mal auch live zu erleben. Sie liefern großartig ab, sodass auch die Fans auf dem Infield, die sie vorher nicht kannten, stark beeindruckt sind.

Iron Angel sind die heutigen Headliner. Das wird für die Jungs von Iron Angel heute bestimmt nicht leicht, denn die vorherigen beiden Bands haben hier alles in Schutt und Asche zerlegt. Zu Iron Angel müssen unbedingt folgende Jahreszahlen genannt werden: Gründung: 1980, 1997, 2015. Auflösung 1986 und 2007. Vergleichen wir es mal mit einer Fußballmannschaft, so können wir hier von einer Fahrstuhlband sprechen. Dauernde ups and downs. Eine fast dreißig Jahre alte deutsche Band, die Speed und Thrash Metal mit Powermetal Anteilen spielt, das letzte Mal erst vor vier Jahren reformiert. Das bedeutet eine Menge an Bandneubesetzungen und auch leider zwei Todesfälle. Tatsächlich ist von den Gründungsmitgliedern alleine noch Sänger Dirk Schröder übrig geblieben. Aber wie!!! Der ist auf der Bühne permanent in Bewegung, hat das Publikum, welches leichte Beute für ihn ist, in der Hand und macht seine Späße. Dirk Schröder ist, wie die gesamte Band, heute Abend glänzend aufgelegt und hat genauso wie das Publikum seinen Spaß. Der singt und schneidet dabei Grimassen. Seine Kollegen sorgen für die passenden Backgrounds. Kurzum, ein gelungener Abschluss des heutigen Abends und die Fans sind begeistert. Auch wenn es zwischendurch einmal kurz regnet, kann das der Freude keinen Abbruch tun! Das Wetter hat, entgegengesetzt der Vorhersage, heute richtig gut durchgehalten, lediglich am Schluss des Konzerttages regnet es sich ein wenig ein!


Eigentlich will ich nach dem Ende des Gigs von Iron Angel auf die Matratze in meinem Sharan gehen. Auf dem Rückweg „verlaufe“ ich mich jedoch und lande auf dem Campingplatz bei meinen Freunden aus Trier und aus dem Saarland. So muss ich noch einige Döschen Bier auf dem Campground bei Oli und den Freunden zu mir nehmen und der Morgen nähert sich immer mehr. Irgendwann schaffe ich es dann doch auf die Matratze in meinem Sharan.

 

Der Samstagmorgen beginnt erschreckend. Kumpel Joe, der mit seinem Auto neben mir steht, weckt mich doch tatsächlich um 06:00 Uhr (so denke ich). Er sagt mir, dass das bei ihm wegen der Kinder Gewohnheit sei. Ich sage ihm, er solle abhauen, denn das ist für mich eine unmenschliche Uhrzeit. Später erzählt er mir sogar, dass es erst 05:30 Uhr gewesen sei. Verdammt noch mal, das nächste Mal kille ich ihn! Die Jungs vom letzten Jahr, die mich Samstag morgens geweckt haben, treffe ich später am Tag. Wir freuen uns, uns wiederzusehen und trinken etwas.

 

Üblicherweise gehe ich ins Sportlerheim, welches ca. 200 Meter von meinem Parkplatz entfernt ist, etwas frühstücken. Das mache ich auch heute. Es gibt Kaffee und Brötchen zu günstigen Preisen. Anschließend ist Zähneputzen und Frischmachen angesagt. Es ist noch früh am Tag. Dieses Jahr gibt es kein Bembel-With-Care nach dem Frühstück, denn die Eifeljungs vom letzten Jahr campieren woanders. Dafür wird mit den neuen Nachbarn schon das eine oder andere Bier getrunken, auch Stefan trudelt so langsam ein. So bewegen wir uns langsam auf Mittag und den Konzertbeginn des zweiten Tages zu!

Das Line-Up für heute Samstag, den 15.06.2018 steht

13:30 – 14:05 Fabulous Desaster
14:25 – 15:00 Speed Queen
15:20 – 16:00 Booze Control
17:20 – 17:05 Bütcher
17:25 – 18:10 Hellish Crossfire
18:30 – 19:20 Ambush
19:40 – 20:30 Vulture
22:55 – 21:50 Mindless Sinner
22:15 – 23:15 Horisont
23:35 – 00:45 Satan

Die Bonner Thrasher Fabulous Desaster machen heute den Opener. Die habe ich zuletzt beim Warm-Up für das Kamener Metal Force Attack Open Air 2019 musikalisch verpasst. Dort konnte ich leider nur noch einen mit ihnen trinken. Dafür habe ich sie aber Ende letzten Jahres bei der Release Party ihres neuen Albums Off With Their Heads in Andernach gesehen. Zu diesem Album durfte ich damals ein Review machen. Es ist immer wieder nett, die Jungs mit ihrem Anhang zu sehen und zusammen etwas zu trinken. Thrash Till Death ist angesagt. Fabulous Desaster spielen eine ungeheuer schnelle Thrash Adaption. Bei dem Namen der Band weiß natürlich jeder, was angesagt ist, denn bei Fabulous Desaster muss man zwangsläufig an das legendäre Album von Exodus denken. Das darf man berechtigterweise auch! Bay Area Thrash! Neben Off With Their Heads haben die Jungs als Erstlingswerk Hang `Em High herausgebracht. Nach anfänglichen Soundproblemen gibt es hier gewaltig was auf die Thrashohren. Es ist ja noch sehr früh am Tag und so ist es zu Beginn des Gigs von Fabulous Desaster auf dem Infield noch recht überschaubar. Nach den ersten Tönen der Band, die auch über den Campground zu hören sind, ändert dies sich schlagartig. Die Band wollen sich nun doch eine Menge Leute ansehen, und die haben recht und werden super bedient.

Die folgenden Speed Queen sind für mich die erste Überraschung des zweiten Tages. Die sagen mir nun überhaupt nichts. Speed Queen kommen aus Limburg. Nein, es sind keine Hessen. Dieses Limburg liegt in Belgien. Speed Queen machen das, was ihr Name bereits vermuten lässt. Speed Metal in seiner allerbesten Form ist angesagt. Ein Demo und eine EP mit dem Titel King Of The Road (ja klar, die Speed Queen muss sich einen King suchen) stehen erst zu Buche. Die junge Band (Bandgründung 2014) haut hier voll rein und kann die Fans vollkommen begeistern. Was für ein Ding liefern die hier einmal ab. Die Belgier sind anschließend in aller Munde und haben sich hier auf dem Der Detze Rockt einen Namen gemacht.

 

Doppelt so lange wie Speed Queen sind bereits Booze Control aus Braunschweig unterwegs. Die spielen klassischen Heavy Metal. Nach dem Speed der vorangegangenen Band ist hier erst einmal etwas verschnaufen (was das Tempo angeht) angesagt. Das dürfte bei vielen in der Mittagshitze auch angesagt sein und gut tun. Booze Control enttäuschen nicht, haben es nach dem vorangegangenen Feuerwerk aber nicht einfach.

 

Erneut betreten Landsmänner von Asterix und Obelix die Bühne. Das sind Bütcher. Jetzt gibt es gewaltig was auf die Fresse für die Römer. Mein Gott, was reißen die hier für eine Show ab! Extremen diabolischen Speed Metal, wieder ganz anders als der ihrer Landsleute Speed Queen, bringen die Jungs auf die Bühne. Dabei extrem mit Kunstblut geschminkt. Die Band, bereits von 2002 bis 2007 existent, hat sich 2014 reformiert und ist sozusagen aus der Hölle auferstanden. Eine wahnsinnig fette Show, sowohl visuell, als auch akustisch liefern die hier hab. Gewaltig gibt es was auf die Ohren. Sänger R Hellshrieker hat sein Mikrofon auf einer Vorrichtung installiert, welches ein umgekehrtes Kreuz darstellt. Dies jetzt aber nicht als Mikrofonständer. Dies hat er komplett bei seiner Performance in der Hand. Augen und Ohren werden bei der Performance von Bütcher wild bedient. Die Fans sind aus dem Häuschen. Es gibt aber auch ein paar Fans (ich nenne sie mal die True Heavy Metal Fraktion), denen diese Performance doch etwas zu weit geht und mit der sie nicht allzu viel anfangen können. Diese sind jedoch in der absoluten Minderheit, denn bei dem Gig von Bütcher geht es sowohl auf, als auch vor der Bühne gewaltig ab!

 

Zwischendurch fängt jemand an, den kleinen Pool aufzubauen, den wir schon letztes Jahr hier hatten! Das Wetter ist total klasse und ein Pool würde für Abkühlung sorgen. Der junge Mann versucht doch wahrlich, diesen Pool mit dem Mund aufzublasen, was schier unmöglich erscheint. Hinzu kommt wohl noch, dass dieser auch defekt ist. Kurze Rede: Er schafft es nicht, den Pool aufzublasen, also keine Abkühlung!

 

Nach dieser höllischen Show von Bütcher kommen Hellish Crossfire. Mit Hellish Crossfire ist nach dem famosen Auftritt absolut keine Abkühlung angesagt. Die Bajuwaren aus Nürnberg legen hier keine Nürnberger Rostbratwürstel auf, sondern erstklassigen und heißen Death Thrash Metal. Das ist das famose hier auf dem Detze, dass neben dem obligatorischen traditionellen Heavy Metal auch Thrash und Death Metal geboten wird. Die Nürnberger Hellish Crossfire machen das richtig gut und nehme die Steilvorlage, die ihnen eben Bütcher gegeben haben auf, und heizen das Publikum weiter an. Ihr letztes Album Bloodrust Scythe von 2010 gibt es anschließend am Merchstand zu erwerben.

 

Die folgenden Schweden Ambush waren bereits im letzten Jahr hier angesagt. Ambush ist jetzt auch wieder so ein verbreiteter Bandname, alleine in Schweden gibt es zwei Heavy Metal Bands mit dem gleichen Bandnamen. Die hier Beschriebenen sind Ambush aus dem schwedischen Växjö. Die machen seit 2013 ausgefeilten traditionellen Heavy Metal. Im Vordergrund hier besonders Oskar Jacobsson in seiner blauen Spandexhose. Ich muss ihn mal fragen, ob es immer die Gleiche ist, ich habe ihn ja schon öfter gesehen. Öfter sieht man übrigens auch deren heutigen Bassisten, der sich Burning Fire nennt. Burning Fire ist nämlich auch der Sänger der Band Night, die im letzten Jahr hier aufgespielt hat. Bei Screamer war er auch schon einmal kurze Zeit vertreten. Das kennt man ja zu Hauf von den Schweden, dass sie gleichzeitig in mehreren Kapellen tätig sind. Man sieht ihn übrigens vor und nach dem Gig immer wieder im Publikum und auch an der Biertheke.

 

Zwischendurch mit den Eifeler Jungs um Michael Gehrke ein paar Biere getrunken. Die Jungs, die ich erst letztes Jahr kennengelernt habe, sind sehr herzlich und total gut drauf. Dieses Jahr gibt es allerdings nur Bier und keinen Bembel with care!

 

Apropos Bandname, die es mehrfach gibt. Da gehören Vulture aus Nordrhein-Westfalen unbedingt auch dazu. Im Internet habe ich mindestens zehn Metalbands mit diesem Namen gefunden. Wie gesagt, diese hier sind die Speed Thrasher aus Nordrhein-Westfalen. Die einzelnen Bandmitglieder kommen aus unterschiedlichen Städten. Wo genau kann ich nicht mehr sagen. Ich habe mich mit ihnen unterhalten. Leider habe ich es mir nicht notiert und der Bierkonsum war schon zu fortgeschritten, um es einfach so zu behalten. Auf jeden Fall haben Vulture ihr brandneues Album Ghastly Waves & Battered Graves (erst vor einer Woche erschienen) mit am Start. Dies ist auch in den deutschen Albumcharts bei Beginn erschienen. Nach dem doch eher glatten Gig von Ambush eben, werfen sie wieder ein heißes Eisen ins Feuer, und gefallen mit ihrer Show sehr gut.

 

Mit Mindless Sinner ist erneut die schwedische Heavy Metal Fraktion an der Reihe. Die Band kann durchaus gefallen. Mindless Sinner sind eigentlich durch permanente Neugründungen unter neuem Namen bekannt. So waren sie 1981 als Purple Haze, von 1981 – 1982 als Genocide und von 1982 bis 1990 mit kurzer Pause als Mindless aktiv. 2001 – 2004 folgte die erste Phase als Mindless Sinner, die 2014 erneut aufgenommen wurde. Dies alles in nahezu gleichem Line-Up, was schon erstaunlich ist über diesen langen Zeitraum. Die Mucke von ihnen ist recht eingängig und lädt zum Mitrocken ein.

 

Mit Horisont kommt jetzt ein außergewöhnliches Highligt. Ja, wieder Schweden. Dieses Mal jedoch kein Heavy Metal, sondern Retro Rock im Stile der Seventies. Jedoch keine Imitation, sondern eine sehr hohe Eigenständigkeit. Das Quintett weiß wahrlich zu überzeugen und überrascht mich fast genauso wie im letzten Jahr Hällas. Hällas haben mittlerweile den Sprung geschafft. Ich habe sie dieses Jahr auf dem renommierten Desert Fest in Berlin wiedergesehen/wiedergetroffen. Irgendwie eine Chimäre zwischen Metal und Hard/Retro Rock. Eine großartige Show gibt es von Horisont mit Frontmann Axel Söderberg, der für Horisont so etwas wie ein Erkennungsmerkmal ist. Die Songs zeichnen sich durch grandiose Melodien, Hooks und doppelstimmigen Gitarrenleads aus. Hinzu kommt die hervorragende Arbeit von Axel Söderberg an den Keys und natürlich seine tolle Rockstimme. Songfragmente klingen wie von Deep Purple, den Doors und ja haltet euch fest – Sweet Smoke! Einfach klasse, da ganz anders wie alles, was vorher gelaufen ist.

 

Zwischenzeitlich noch mal auf dem Campground bei Oli aufgeschlagen. Seine Frau kommt völlig begeistert von Gig von Horisont zurück. Obwohl sie eigentlich nicht unbedingt auf den heutigen Headliner Satan stehen, gehen beide mit hoch aufs Infield.

Satan, die Götter des NWOBHM, gründeten sich 1979 und lösten sich 1993 auf. Nach einem einmaligen Auftritt 2004 kamen sie dann 2011 wieder in der Besetzung ihres 1983er-Hammeralbums Court In The Act zusammen. Das beste Line-Up, nach mehreren Wechseln vor allem an den Voices, mit den beiden Gründungsmitgliedern Russ Tippins und Steve Ramsey an den Gitarren, Graeme English am Bass, Sean Taylor am Schlagzeug und natürlich Brian Ross an den Voices. Die Jungs zeigen, was sie drauf haben. Sie haben mächtig Bühnenpräsenz. Vor allem Brian Ross mit seinen hohen Voices und seinem gesamten Erscheinungsbild, was ein wenig Alice Cooper ähnelt, sticht besonders hervor. Apropos Alice Cooper: Brian Ross ist mittlerweile Sänger bei Alice Cooper’s Nightmare, einer Tribute Show, die sich an Alice Coopers Theatre Of Death orientiert. Heute Abend sind es aber Satan, die einen Mix aus den bisher erschienenen Alben zum Besten geben. Mit Cruel Magic wurde sogar im letzten Jahr ein neues Album aufgelegt. Die Show von Satan lässt das Feuer hier noch einmal auflodern, obwohl einige Fans bedauern, dass Hits, die sie persönlich erwarteten, nicht gespielt werden. Aber so ist das einmal, es ist ja kein Wunschkonzert. Das Fegefeuer, welches Satan hier entfacht haben, brennt weit nach Mitternacht erst nieder.

 

Das neunte Der Detze Rockt ist nun auch wieder Geschichte! Ich gehe noch zu Oli und den anderen, und gebe mir einen Absacker, um dann wieder auf der Matratze in meinem Sharan Platz zu nehmen.

Am Sonntagmorgen wieder langsam wach werden. Frühstücken ab ins Sportlerheim. Joe ist bereits nach Hause. Heute Morgen hat er mich Gott sei Dank nicht geweckt. Ich werde so ca. 10:00 Uhr wach. Ich soll Stefan wecken und zum Frühstücken mitnehmen. Am Telefon meldet er sich nicht. Ich suche sein Zelt. Der hat die Hörgeräte aus und ist nicht wach zu kriegen, also lasse ich ihn liegen. Nach 12:00 Uhr versuche ich es noch mal, der ist immer noch kaputt, also lasse ich ihn in Ruhe. Ich mache auf dem Infield das Banner ab und verabschiede mich von den Leuten, die noch da sind. Dann begebe ich mich auf den Heimweg.

Fazit: Wieder ein großartiges und sensationelles Der Detze Rockt erlebt. Ein kleines Festival mit extra Charme. Kurze Wege, extreme Fannähe und toller Veranstalter. Das schwedenlastige Billing hier auf dem Detze rockt einfach. Da kommt man gerne wieder. Das ist die einstimmige Meinung der Fans! Da schließe ich mich sehr gerne an. Und nächstes Jahr steht ja das Jubiläum an. Das zehnte Der Detze Rockt! Das sind wir gespannt. Time For Metal wird nächstes Jahr zur zehnjährigen Feier gerne dabei sein!

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