Eclipsus – Yürei

Eine gewaltige Portion Düsternis rollt auf die Metalwelt zu

Artist: Eclipsus

Herkunft: USA

Album: Yürei

Spiellänge: 41:035 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 31.03.2021

Label: Talheim Records

Link: https://www.facebook.com/eclipsed.us/

Bandmitglieder:

Alles – Coughin Wraught

Tracklist:

  1. Desperate, Aokigahara
  2. Mourning, Aokigahara
  3. Surrender, Aokigahara
  4. Weightless, Aokigahara
  5. Unending, Aokigahara

Eclipsus ist ein 2018 von Coughin Wraught gegründetes Projekt, das sich mit Themen wie Selbstreflexion, Depression, großen Emotionen, aber auch dem Tabu Selbstmord befasst. Mit dem neu erschienenen Album Yürei schafft Wraught eine Atmosphäre, die jede Spur von Lebenslust mit den ersten Tönen verjagt.

Die Tracks auf dem circa 40-minütigen Album wandeln auf den Pfaden des Aokighara Waldes. Das große Waldgebiet, das auch unter dem Namen Suicide Forest bekannt ist, dient als tragische Kulisse und Konzept. Der Wald am Fuße des Fuji ist bekannt für die große Zahl an Selbstmorden, die hier jährlich stattfinden. Kein Wunder, denn hier stehen die Bäume dicht an dicht, sodass nur wenig Licht in den Wald fällt.

Das erste Werk Desperate beginnt ruhig und melancholisch. Im weiteren Verlauf wächst diese anfängliche Melancholie schlagartig zu einer handfesten Depression und tiefer Verzweiflung heran. Ein gelungener Einstieg in das Konzept des Albums. Markerschütternde Screams von Coughin Wraught drücken die Emotionen entsprechend aus.

Track Nummer zwei, Mourning, beschriebt Trauer und das Wissen, dem Ende nah zu sein. Musikalisch weiß Eclipsus hier die entsprechende Atmosphäre heraufzubeschwören. Dem Zuhörer wird durchaus ein wenig schwer ums Herz.

Mit Surrender, dem nächsten Titel, scheint ein kleiner Lichtblick am Waldesrand aufzublitzen. Nicht mehr ganz so schwer wiegt die Melodie, dennoch kann man sie noch lange nicht als fröhlich bewerten. Mit gewaltiger Emotionalität wird aber bald klar, dass sich der lebensmüde Waldbesucher an dieser Stelle mit seinem Schicksal abgefunden hat.

Weightless ist dann auch schon der vorletzte Titel auf Yürei. Der Infotext, den Eclipsus zum Titel beigesteuert haben, fasst es mit „inmitten der Bäume hängend“ zusammen. Nun ist auch klar, auf welchem Weg der suizidgefährdete Albumprotagonist sich das Leben genommen hat. Der Song an sich klingt zum Ende fast schon nach Befreiung und ein wenig positiv gestimmt.

Im letzten Track Unending begeben wir uns wieder zurück in tiefe Finsternis. Schwere Klänge und Melodien verdicken den Kloß im Hals. Diese Atmosphäre blendet langsam aus und die letzten Minuten auf Yürei enden mit einer einfacheren Komposition aus Drums und Gitarren, die von Windgeräuschen begleitet werden.

Zusammenfassend kann ich dem Konzept hinter Yürei sehr gut folgen. Die starke Emotionalität eines Suizides ist hier atmosphärisch und kompositorisch entsprechend umgesetzt worden. Über alle fünf Tracks schwebt eine tiefe Melancholie und Finsternis. Obwohl ich kein Freund von fröhlichen Metalklängen bin, und eine gewisse Schwere ums Herz, die beim Hören entsteht, für mich das gewisse Etwas ausmacht, ist mir das Ganze auf Yürei doch etwas zu viel. Lobenswert ist es aber dennoch, dass man sich hier mit den Tabuthemen Suizid und Depression auseinandergesetzt hat.
Musikalisch kann mich das Album aber leider nicht packen und ich erwische mich immer wieder dabei, die Songs skipen zu wollen. In der Umsetzung fehlt mir der letzte Schliff. Schade, eigentlich.

Eclipsus – Yürei
Fazit
Eclipsus haben sich mit dem Konzeptalbum Yürei eines schwierigen, aber wichtigen Themas angenommen. Depressionen und Selbstmord im japanischen Suizid Wald Aokighara. Die Umsetzung ist für meinen Geschmack zwar gelungen, musikalisch kann mich das Werk aber nicht ganz überzeugen.

Anspieltipps: Desperate und Surrender
Martha K.
7
Leser Bewertung1 Bewertung
10
7
Punkte
Podcast
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