El Pistolero Bandfoto

El Pistolero im Interview

Über den Underground, "Mexican Standoff" und das Herzblut hinter der Mannheimer Kapelle

Artist: El Pistolero

Herkunft: Mannheim, Deutschland

Genre: Hard’n’Heavy Rock

Link: https://www.el-pistolero-music.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Blochmann
Gitarre. – J.C.
Gitarre – Christoph Kaczynski
Schlagzeug – Andy Hornef

El Pistolero Bandfoto

Time For Metal / Kai R.:
Moin Jungs,
erst mal möchte ich euch gratulieren, dass ihr bei unserem Time For Metal Underground Award 2021 den ersten Platz eurer Region im Leservoting geschafft habt. Wie geht es euch damit?

El Pistolero / Andy:
Wir freuen uns riesig darüber und möchten natürlich an dieser Stelle auch allen Leuten und Fans danken, die uns ihre Stimme geschenkt haben. Damit haben wir nicht gerechnet. Es waren in jeder Region extrem gute Bands am Start und da den ersten Platz zu belegen, macht uns sehr stolz.

Time For Metal / Kai R.:
Da ich mir gut vorstellen kann, dass nicht jeder euch und eure Musik kennt, möchte ich euch die Möglichkeit geben, dass ihr euch einmal vorstellt.

El Pistolero / Andy:
Wir sind El Pistolero aus Mannheim. Unsere Musik lässt sich recht leicht beschreiben. Rough, schnörkellos, geradeheraus und authentisch. Groove und Power sind uns extrem wichtig. Wir sind eine Liveband, auf der Bühne fühlen wir uns zu Hause und gerade deswegen ist es uns echt wichtig, das „Live Feeling“ unserer Songs so gut wie möglich auch auf Alben und Aufnahmen festzuhalten. Ich denke, das macht uns aus. Klar, wir haben unsere Einflüsse von Bands, die uns geprägt haben, sind aber am Ende des Tages immer „wir selbst“ und ich denke, das merkt, hört, spürt und sieht man. Egal ob auf Platte, oder „on stage“.

Time For Metal / Kai R.:
Was hat euch dazu bewegt, euch beim Underground Award 2021 zu bewerben und was haltet ihr allgemein von Votings?

El Pistolero / Andy:
Wir mögen Herausforderungen. 🙂 Es war für uns sehr spannend, unter so vielen sehr guten Bands in verschiedenen Regionen mitzumachen und einfach mal zu schauen, wohin uns die Reise führt. Auf diesem Wege entdeckt man auch selbst als Musikkonsument und Musikfan tolle neue Bands, auf deren Musik man ohne diesen Wettbewerb nie gestoßen wäre.

Votings sind meiner Meinung nach eine echt gute Sache. Da man eben auch aktiv seine Freunde, Bekannten und Fans ins Boot holen kann. Das schafft für Bands Raum und Möglichkeiten, vielleicht einen Schritt weiterzukommen und sich zu zeigen.

Time For Metal / Kai R.:
Ihr beschreibt euer Genre als “Kick Ass Rock’n’Roll”. Was bedeutet das genau und was macht ihr anders als die anderen?

El Pistolero / Andy:
Wie ich oben schon gesagt habe: Wir sind eine Liveband! Wir lieben die Bühne! Unsere Ambition ist es, dem Publikum bei jeder Show die volle Breitseite zu verpassen und es mit einer offenen Kinnlade nach Hause zu schicken. Das ist uns wichtig!

Was wir anders machen als andere? Das kann ich nicht genau sagen. Wir sind einfach, wie wir sind und verstellen uns nicht. Ich denke authentisch trifft es sehr gut. Und gerade was live angeht, bezeichne ich es immer als eine Art „Überraschung“. Bei uns weiß man nie, was passiert.  Viele Dinge passieren bei uns spontan und aus dem Bauch heraus, wenn die Band auf Vollgas läuft. Dazu kommt, dass unser Sänger Alex „Nighty“ Blochmann als Frontmann auch ganz genau weiß, wie er uns und das Publikum weiter antreibt.

Ich denke, das macht unseren „Kick Ass Rock n Roll“ sehr gut aus.

Wenn wir das dann noch auf Platte weiter einfangen können, um so besser!

Time For Metal / Kai R.:
Wie wichtig ist euch der Musik Underground in Deutschland?

El Pistolero / Andy:
Sehr wichtig! Ich würde uns ja selbst als „Underground“ bezeichnen. Ich denke auch, dass jede Band von Anfang an im Untergrund startet und sich ihren Weg nach und nach, Stufe für Stufe nach oben arbeitet. Viele große Bands, egal ob z. B. Guns n’ Roses oder Metallica, kommen ursprünglich aus dem Untergrund und ich denke, dies zeigt, dass es mit Sicherheit auch heute noch unentdeckte Diamanten in der Szene zu finden gibt.

Ich würde mir aber mehr Unterstützung für die Untergrund-Szene wünschen.

Gerade jetzt in (und hoffentlich bald nach) Corona-Zeiten sollte man seine kleinen lokalen Clubs und Bands unterstützen. Es gibt so viele geile Läden und Bands da draußen vor der Haustür, die es zu entdecken gibt und wo man zukünftig auch für kleines Geld einen coolen Abend mit großartiger Livemusik haben kann.

Support your Locals!

Time For Metal / Kai R.:
Kommerziell oder nicht kommerziell?

El Pistolero / Andy:
Eine gute Frage! Ich denke, Musik, egal in welchem Genre, sollte einen mitten ins Herz treffen. Es fällt mir schwer, ob kommerziell oder nicht kommerziell zu beantworten. Am Ende ist doch wichtig, dass die Musik, die man macht und hört, einem gefällt und dass sie einen mitreißt. Das ist die Hauptsache! Von daher würde ich sagen „weder noch“.

Time For Metal / Kai R.:
Das leidige Thema eines jeden in diesem (und auch im letzten Jahr) war ja klar die Corona-Pandemie. Wie sehr haben euch als Band Dinge wie Social Distancing, Home Schooling und Maskenpflicht beeinträchtigt?

El Pistolero / Chris:
Natürlich gab und gibt es Einschränkungen wie überall auch. Mittlerweile können wir wieder proben, sodass wir zumindest wieder zusammenarbeiten können.

Quelle: El Pistolero

Time For Metal / Kai R.:
Wenn ihr die Möglichkeit hättet, im Musikbusiness etwas zu ändern, was wäre das?

El Pistolero / Andy:
Gute Frage, das ist schwer zu beantworten. Ich denke, es ist nicht leicht, hier eine Aussage zu treffen, da wir uns selbst erst frisch in diesem Geschäft bewegen und täglich neue Dinge lernen und erleben. Ich finde, um diese Frage zu beantworten, müsst ihr „ältere Hasen“ im Business fragen. 🙂

Time For Metal / Kai R.:
Das werden wir tun – euch gibt es bereits seit 2012, wie feiert ihr euer 10-jähriges Bandbestehen? Habt ihr dafür schon Pläne?

El Pistolero / Chris:
Durch Corona ist es schwer, verlässliche Planungen umzusetzen. Wir haben das Thema bereits im Proberaum angesprochen und erwägen ggf. einen Auftritt zu organisieren und dort alte Weggefährten und Mitglieder einzuladen. Immerhin haben diese auch ihren Teil an der Band geleistet. Mehr verkünden wir, wenn die Zeit reif ist.

Time For Metal / Kai R.:
Recht jung ist euer aktuelles Werk Mexican Standoff (Release 02.2021 – mehr zum Album – hier), welches bei den Medien und der Presse durchweg gute Kritiken erhält. Wie geht ihr damit um und wie wichtig sind für euch Pressestimmen?

El Pistolero / Chris:
Die Reaktionen auf das Album haben uns überwältigt, mit dieser Resonanz hatten wir nicht gerechnet. Für uns ist Kritik sehr wichtig und jederzeit willkommen, sei es in den Medien oder auch nach den Shows. So haben wir direktes Feedback und können uns verbessern. Wir haben festgestellt, dass sich Pressestimmen direkt auf die Reichweite auswirken, somit sind auch diese für uns immens wichtig.

Time For Metal / Kai R.:
Wie schaut es mit einer Releasetour aus? So was bereits (vorsichtig) in Planung?

El Pistolero / Chris:
Die Releaseshow im örtlichen 7er Club in Mannheim musste wegen Covid vom Februar auf den Juli 2021 verlegt werden. Unser Label Metalapolis sowie unsere Agency Shock City Europe haben bereits signalisiert, dass es Interesse an einer Tour gibt, inwieweit diese dann tatsächlich stattfinden wird, müssen wir abwarten.

Time For Metal / Kai R.:
Zum Schluss möchte ich euch die Chance geben, auch mal eine Frage an uns zu stellen. Egal was – wir werden diese wahrheitsgemäß beantworten!

El Pistolero:
Was liebt ihr an Rock ’n‘ Roll und was treibt euch an, so ein cooles Format zu betreiben?

Time For Metal / Kai R.:
Ich würde die Frage auf die gesamte Szene ummünzen (also nicht nur auf Rock ’n‘ Roll begrenzen). Unsere Motivation hinter unserem Magazin und Podcast ist ganz klar die Szene. Wir sind allesamt selbst Fans – wir lieben es, vor der Bühne zu stehen, mit den Bands zu netzwerken und zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Der Time For Metal e.V. ist als ehrenamtlicher Verein gestartet und die Ausrichtung – gänzlich ohne kommerziellen Gedanken – ist so nah an der Szene, dass wir viele Herausforderungen nachvollziehen können, die die Bands selbst auch haben. Ich denke, dass uns gerade diese DNA hilft, seit nunmehr zehn Jahren das zu machen, was wir lieben – den Metal / Rock. Das Schöne dabei ist, dass wir mit unseren Teamkollegen mit den Jahren Freunde gefunden haben, die auch über den Verein hinaus gehen und ja – wir sind absolut offen für Leute, die Lust haben, unsere Vision mitzutragen – es gibt immer etwas zu tun.

Ob wir wirklich „cool“ sind oder unser Format als „cool“ zu bezeichnen ist, dass müssen unsere Leser (Magazin) und Hörer (Podcast) beantworten – ich für meinen Teil habe echt Spaß an dem, was ich hier tue und das absolut intrinsisch motiviert.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Interview genommen habt. Bleibt gesund und wir sehen uns hoffentlich bald bei einem Konzert im Backstage Bereich auf ein Bier!

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