Exsanguination – Spectral Hymns

Die Welt ist ein Dorf und Massachusetts ein Vorort von Göteborg

Artist: Exsanguination

Herkunft: USA

Album: Spectral Hymns

Spiellänge: 30:11 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 11.06.2021

Label: Horror Pain Gore Death Productions

Link: https://exsanguination.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Dan Lozzi
Gitarre – Justin Chappell
Bassgitarre – Kevin MacDonald
Schlagzeug – Brendan Roche

Tracklist:

  1. Martyred
  2. Mortal Wounds
  3. Revenant
  4. Blasphemous
  5. Lords Without Thrones
  6. Tombs Of The Blind Dead
  7. Screwdriver
  8. Blood Ocean
  9. Machine Gunner
  10. Dominion

Exsanguination sind noch nicht so lange unterwegs und haben Mitglieder von Beyond The Sixth Seal dabei. Die Combo wiederum ist ein Sideproject der Band The Red Chord. Also, unerfahrene Musiker sind hier nicht am Start. Nach einer gleichnamigen EP und drei Singles folgt nun das Debüt und man konnte einen Deal mit Horror Pain Gore Death Productions ergattern.

Das Quartett aus Massachusetts legt sich gleich beim Opener ordentlich ins Zeug. Martyred kommt im Midtempo aus den Boxen geknattert und bietet weiter eine mit Altlasten besetzte Melodie. Sehr fein. Diese geht direkt ins Ohr und bringt gute Laune. Kurzer Zwischenpart und dann wieder diese Melodie. Nach einem Break geht es ab ins Uptempo und wieder wird eine gute Melodie unter das Volk gemischt. Schöne Attacke. Der Stil erinnert ein wenig an At The Gates. Es erfolgt ein Wechsel ins Midtempo. Man bedient sich eines schleppenden und drückenden Riffs und dann ist auf einmal aus. Merkwürdiges Ende, aber ansonsten schockt der Song.

Die totale Verehrung der schwedischen Zunft bietet dann Mortal Wounds. Und wieder zaubern sie eine absolut leckere Melodie aus dem Hut und kombinieren dieses mit einem drückenden Midtempopart. Dieses Spielchen wird wiederholt und der Sänger hat seine Arbeitsschutzpause.

Also, mit Melodien haben die Burschen es. Auch Revenant haut eine Hervorragende heraus. Nachdem das Spiel mit einem Clean-Part begonnen hat, kommt auch schon das nächste melodische Element auf einen zugeflogen. Danach geht es aber ab ins Uptempo und selbst da agiert man recht melodisch. Kurzes Break und ab ins Midtempo. Ja, kommt gut, bietet aber nichts Neues. Ein Solo wird herausgeholt und danach wechselt man wieder in den Uptempopart. Die Burschen haben sehr viel Schweden Death Metal gehört. Die Frage ist ja, wer nicht? Und stört es mich? Kein bisschen. Im Gegenteil.

Und so nimmt das Ganze seinen Lauf und macht irgendwie totale Laune, ohne eigentlich irgendetwas anders zu machen. Auch Blasphemous kommt sehr melodiös zu Beginn und die Amis denken gar nicht dran, diesen Weg zu verlassen. Der Song wird eigentlich von zwei Parts getragen. Schön im Midtempo und dazu eine Art Flüstergesang. Gute Idee und sehr gut umgesetzt und auch nicht zu lang.

Lords Without Thrones legt dann im Uptempo los, getragen von einer melodischen Leadgitarre und geht dann den typischen schwedischen Death Metal Weg. Uptempo, Midtempo, Break, Uptempo usw. Alles nicht außergewöhnlich, aber absolut fruchtbar. Tempo raus, Vorspieler und melodisches Solo. Ja, kann man so machen.

Die zweite Hälfte des Albums klingt wie die erste und das ist auch gut so.

Natürlich verwenden die Burschen auch den von uns so geliebten HM2-Sound und halten die Songs recht kurz. Mit richtigen Überraschungen warten die vier Amerikaner nicht auf, allerdings schaffen sie es, den überwiegend melodischen Death Metal überzeugend an den Mann und die Frau zu bringen. At The Gates, In Flames, Dark Tranquility oder Gates Of Ishtar kommen einem da in den Sinn. Eine Huldigung an die gute alte Zeit. Lediglich der Gesang klingt ein wenig rauer, kommt aber sehr geil. Midtempoparts, die killen und Melodien, die einen umhauen. Keine Übersongs, definitiv, aber die Burschen haben in der Metalschule aufgepasst und ihre Hausaufgaben mehr als zufriedenstellend erledigt. Das Album kann man so durchhören, die Repeattaste drücken und dann frohlockend noch einmal und dann erst einmal ins Regal stellen und nach ein paar Wochen wieder rauskramen. Wer die alte schwedische Schule liebt, wird hier völlig bedient und happy sein. Ich bin es. Die alten Bands bzw. das alte Material der Bands können sie nicht ersetzen, aber sehr gut ergänzen. Die Welt ist ein Dorf und man könnte meinen, Massachusetts wäre ein Vorort von Göteborg.

Exsanguination – Spectral Hymns
Fazit
Exsanguination aus den Staaten haben sich für den schwedischen, melodischen Weg entschieden und bringen uns ihre Leidenschaft für diese Art des Death Metal näher. Das Midtempo bestimmt den Alltag, aber es sind auch genügend Ausflüge ins Uptempo vorhanden. Rauer Gesang, fette Grooves, gute Soli und echt starke Melodien - alles vorhanden. Sinnvolle dreißig Minuten und eine schöne Ergänzung zu den Klassikern.

Anspieltipps: Revenant und Lords Without Thrones
Michael E.
7.7
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