Hellseatic Open Air 2021 am 10.09. und 11.09.2021 auf dem Gelände der BWK, Bremen

Eindrucksvolle Kulisse und ein sehr gut organisiertes Festivaldebüt unter schweren Voraussetzungen

Eventname: Hellseatic Open Air 2021

Bands: Kadavar, The Hirsch Effekt, Disbelief, Noisescape, Neànder, Mörser, Monolith, Kavrila, Kavik, Iron Walrus, Hexer, Galactic Superlords, Fabulous Desaster, Controversial

Ort: BWK, Bremen, Deutschland

Datum: 10.09.–11.09.2021

Besucher: ca. 780

Kosten: 66,00 € Festivalticket – Tagestickets: 55,00 €

Genre: Rock, Progressive Rock, Metal, Doom Metal, Death Metal, Thrash Metal, Black Metal, Artcore, Stoner, Alternative

Veranstalter: Hellseatic UG i.G.

Link: https://www.hellseatic.de/

Freitag
Das Hellseatic Open Air 2021 wollte im letzten Jahr seine Erstauflage feiern, dies wurde aus bekannten und immer noch aktuellen Gründen untersagt. Noch mal wollten die Veranstalter in Bremen jedoch nicht klein beigeben und haben unter noch größerem Aufwand ein pandemiegerechtes Wochenende auf die Beine gestellt. Die in Bremen geltende 3G-Regel wurde noch mal verschärft und alle nicht Genesenen oder Geimpften nicht anders behandelt. Die Testpflicht für alle vor dem Einlasse ist gar kein Problem und die meisten (wie unser Team) haben bereits in der Heimat einen Test machen lassen. Für alle anderen war das Arbeiter Samariter Bund das ganze Wochenende vor Ort.

Die Anreise lässt wettertechnisch Böses erahnen. Tempo 40 auf der Autobahn bei schweren Gewitterschauern dämpfen ein wenig die Euphorie. Zum Glück ist der Spuk mit dem Start gegen 18 Uhr verflogen und auch die schlechten Prognosen sollten nicht eintreffen. Beim Opener Noisescape macht der Himmel dann noch einmal vorsichtig die Tore auf.
Einen Platz findet jeder der gut 200 Besucher, die gleich zu Beginn den sehr schön aufgebauten Festivalplatz betreten. Überseecontainer, Sandstrand, überdachte Plätze in luftiger Höhe und viele kleine Details bringen viel Charme in die norddeutsche Sause.

Noisescape stammen als Local Heros aus der Hansestadt Bremen und treiben seit 20 Jahren ihr Unwesen. Technisch dringen sie in Alternative Metal und Stoner Rock Gefilde vor. Die Songs Selfmade Prison und Bullets Burn bleiben bei der eingängigen Show besonders im Kopf. Groovende Rhythmen treiben sie über das Arial der Alten Wollkämmerei. Der historische Ort steht jedoch nicht nur für positive Bremer Geschichte, sondern auch von Zwangsarbeit und anderer Ausbeutung. Die Gebäude in dem Sektor bilden eine eindrucksvolle Kulisse und stehen alle seit diversen Jahren leer. Noisescape lassen in ihrer Spielzeit nichts anbrennen und jammen durch ihr Set. Freunde und Bekannte jubeln ihnen zu und stecken damit weitere Besucher an. Die Stimmung könnte bei einem Opener deutlich schlechter sein. Gesanglich wie technisch gibt es nichts zu beanstanden der Sound aus den Hellseatic Boxen kann man ebenfalls gut anbieten und die Technikcrew hat alles von Anfang an im Griff.
Für Hexer werden gegen 19:20 Uhr die Lichter der Stage deutlich reduziert. Während der Umbaupause fahren die Containertore, die sie mechanisch betätigen können, als Blickfang vor die Bühne, sodass die Crew dahinter in Ruhe arbeiten kann. Wie schon erwähnt, das Auge isst mit und das hat der Veranstalter vom ersten Tag an verstanden! Die Doom Drone Black Death Combo aus dem Pott will es direkt wissen. Das Trio, welches vor sieben Jahren seinen Ursprung fand, zementiert schwermütige und tonnenschwere Riffs, die mit einem Black Death Anstrich überzogen werden. Gerne drehen sie in untersten Frequenzen, um dann im Midtempo zu landen. Stampfend drücken sie die Mauern der alten Gebäude auseinander und bringen die Muskeln zum Zucken. Im langsam dunkler werdenden Ambiente im leicht klebrigen Sand des Regenschauers scheppern die Salven noch verstärkter durch Bremen. Eine gute Show, die starke Nerven benötigt.
Kavrila, ebenfalls noch nicht lange im Geschäft, wagen mit ihrem Doom Punk den Sprung von der Elbe an die Weser. Sänger Alex schreit motiviert heraus: „Wir sind noch lange nicht fertig mit euch.“ Alles andere wäre auch verdammt schade gewesen. Mit der aktuellen EP Rituals III im Gepäck, starten sie einen Ritt durch Crust Riffs, Post-Hardcore Hooks und schaurige Sludge Moves. Das Wetter hält und die Regenfronten ziehen am Open Air vorbei. Der Sound ist für eine kleinere Veranstaltung ohne negative Beanstandung durchzuwinken. Gleiches gilt für die aufwendige wie gelungene Organisation, die wir bereits erwähnt haben. Getränke und Speisen gibt es gegen Tocken (die Festivalwährung auf dem Gelände), die recht unkompliziert umgetauscht werden können. So bedrohlich wie die Musik von Kavrila aus der Anlage dringt, so finster färbt das Himmelstor seine Schleuse pechschwarz. Gleichzeitig hageln in der Industrieruine Songs wie der kraftvolle Ohrwurm Elysium ein. Die Vorlage von Hexer nutzen die Hamburg geschickt und legen die Messlatte noch ein Stück höher.

Mit vielen neuen Songs setzen Mörser ihr persönliches Zeichen auf dem Hellseatic Open Air. Auf der einzigen Show für dieses Jahr wollen sie kein Grashalm grade und keinen Stein auf dem anderen lassen. Technisch servieren die Bremer ein hässliches Geschwür aus Death Metal und Hardcore. Nach längerer Pause gab es erst dieses Jahr das Lebenszeichen mit der kurzen EP Spiral Of Pain. Im nächsten Kalenderjahr wollen die Norddeutschen wieder richtig aufdrehen, diese Ankündigung wird direkt abgespeichert und macht neugierig, ob die Männer es noch drauf haben. Durch die dicke Nebelbank dringen die Musiker immer wieder schemenhaft hervor. Kompromisslos, schmerzbefreit und skrupellos würgen sie mit ihren beiden Frontmännern die unschönen Lyrics heraus. Kompakt und agil wollen sie ihren Freunden sowie neuen Anhängern die volle Breitseite geben. Aus der eher limitierten Technik holen sie das Beste raus. Viel Einfluss haben dabei die beiden Gesangsfarben der unterschiedlichen Schreihälse. Für mich haben die Vorgänger Kavrila zwar die Nase vorne, Mörser brechen jedoch mit ihren Kanonenschlägen tiefe Kerben in den weichen Sand und geben den Staffelstab an die noch folgenden beiden Headliner ab.

Im Vergleich zu den ersten Combos haben Disbelief den größten Namen in der Szene. Kann Mister Jagger denn mit dem hessischen Bollwerk auch nach der Coronapause zünden? Angst, gleich einen herauszuhauen hat er jedenfalls nicht. Nach dem Opener The Waiting dreht gleich der Navigator das Schlachtschiff in den Wind. Erst den dritten Gig nach der Veröffentlichung von The Ground Collapses aus dem letzten Jahr können sie ihren treuen Anhängern anbieten. Eine völlig neue Situation, die Events wie heute Abend umso kostbarer machen. Die böse aufblitzenden roten Scheinwerfer unterstreichen die bedrohliche Stimmung, während The Awakening, The Symbol Of Death und einer meiner persönlichen Favoriten Sick vor der Stage für Furore sorgen. Die Metalheads fressen Disbelief aus der Hand und haben das Headbangen in den letzten Monaten nicht verlernt. Mit Soul Destructor nimmt das 14 Song starke Set noch mal richtig Fahrt auf. Es warten Evergreens wie To The Sky und Misery bis Rewind It All das finale Feuerwerk abbrennt. Das Maß aller Dinge hört bislang auf den Namen Disbelief. Was man direkt dazu sagen muss: Alle gebuchten Formationen konnten auch nach längeren Probepausen abliefern. Totalausfälle bleiben zum Glück Fehlanzeige, das wollen Space Chaser nicht ändern.

Space Chaser sollen eine enorme Entwicklung genommen haben. Mein Magazinkollege hat Give Us Life aus dem Juli mal eben neun von zehn Punkten um den Hals gehangen (hier kommt ihr zu seinem Review). Die letzte Show mit den Jungs um Sänger Siegfried Rudzynski dürfte für mich bereits ein paar Jahre her sein, damals zockten sie in Aurich. Das Talent war da, um so spannender zu sehen, wie ihnen ihr Weg in die deutsche Thrash Metal Spitze gelang. Juggernaut vom gerade genannten neuen Silberling unterstreicht, warum die Berliner bei Metal Blade Records landen konnten. Druckvoll, mit einem schönen Old School Feeling, schicken sie die Kuttenträger in den Pit. 80er-Riffs werden modern bestückt und leben vom markanten Gesang des Frontmannes. Gemausert und zu einem Showmaster gewachsen, das ist Siegfried Rudzynski 2021, der der Bühne beackert und das Publikum von seinen Lippen lesen lässt. Gut 600 partywütige Recken lassen auch nach Mitternacht noch die Köpfe zu The Immortals, Waves oder Skate Metal Punks kreisen. Man spürt, dass keiner möchte, dass der erste Tag bereits am Ende angelangt, die Veranstaltung beendet. Ohne Athem und Tied Dawn + Metro Massacre geht es eh nicht nach Hause. Space Chaser liefern ab und das auf einem beachtlich hohen Niveau. Wer immer noch nicht genug hat, darf noch zur After Show Party mit den Holländern Gold, die wir leider auslassen müssen.
Samstag
Die ersten Besucher trudeln ein, um mit Kavik der ersten Band des zweiten Tages zu huldigen. Blackgazed Hardcore – so bezeichnen die Bremer ihre Kunst, die sie auch heute anrühren. Beim ersten kalten Jever für 3 € bei 300 ml kann man direkt aufs Neue starten. Die Preise bei Longdrinks liegen bei ca. 7,50 € und Burger gibt es für knapp unter 10 €. Kommen wir auf Kavik zurück, die den undankbaren Opener Slot des zweiten Tages ergattert haben. Undankbar nur deshalb, weil dieser statistisch gesehen die wenigsten Besucher vor die Bühne zieht. Dieses Gefühl hat man auf dem Hellseatic nicht. Kavik werden mit ihrer Hardcore Form genügend beachtet und müssen nicht vor leerer Kulisse agieren.

Thrash Metal steht um 14:50 Uhr auf dem Plan. Die vier Teutonen aus Bonn schwingen das Fabulous Desaster Zepter. Zwischen den Absperrungen kommt mit Rest In Power und Abra Cadaver langsam Bewegung auf dem festen sandigen Untergrund auf. Zum Ende hin darf auch der Bassist Andi ans Mikrofon, um den Stücken mehr Breite zu geben. Die Handschrift ist bei den Nordrhein-Westfalen klassischer Natur. Technisch bleibt leider Luft nach oben, schroff wie kantig fehlt es bei Against The Wall oder Toxic Nuclear War an einer guten Portion Abwechslung. Sehr ähnlich dringen die Stücke vom Opener The Dealer bis zum Schlussakt Faster Than Light in die Ohren.

Das Hellseatic steht nicht nur für sich als Open Air Veranstaltung, sondern als Verbund der Bremer Szene, das wiederum spürt man beim Line-Up. Die nächste Truppe im Verbund sind die Hanseaten Monolith mit progressiven wie psychedelischem 70er-Rock der guten Black Sabbath und Ozzy Schule. Der Bandname ist leider etwas öfter in Gebrauch und daher kommt ein Gedanken auf, dass man die Jungs schon mal woanders gesehen hat. Für meine Person gesprochen, dürften heute Mountain, Comic Fairy und Dystopia erstmals das Trommelfell treffen. Gesanglich trifft Ralf Brummerloh tatsächlich die Ozzy Gesangsfarben und kommt ihm näher als manche reine Coverband. Das Publikum ist vom Punkt weg da, feiert die Rocker und kann den Abschuss mit Hole nur schwer akzeptieren. Das erste kleine Ausrufezeichen des zweiten Tages liefern also die lokalen Musiker von Monolith, die man auf dem Zettel haben sollte.
Wie für viele andere Acts bildet bei Controversial die Session den ersten Gig nach den coronabedingten Zwangsketten nach anderthalb Jahren auf dem ausgesessenen Sofa des verstaubten Proberaums. Die Asendorfer wirken durch die Bank weg erholt und bringen wie erwartet die Power aus technischem Death Metal und modernem Metalcore auf die norddeutsche Stage. Hardcore Hooks modern verpackt, greifen immer wieder in Death Core Geschwüre, die mit Repent, Exonerate oder Habitat aufplatzen. Beim Quintett liegen viele Blicke beim Frontmann Jonas Langhammer, der bei den Songs einen positiven Eindruck hinterlässt. Die Ansagen jedoch wirken noch etwas wackelig, das mag an der längeren Pause liegen. Das Potenzial bei Controversial kann man spüren. Titel wie Revelation oder Depressionist laufen rund und könnten mit aufbrechenden Beats dominant gestaltet werden. Last But Not Least findet Fault Finder die Headbangenden Abnehmer.

Wer mir am Donnerstag noch gesagt hätte, dass Galactic Superlords die Überflieger des Festivals werden, der wäre von mir wohl nur freundlich belächelt worden. Die 2014 gegründete Band aus Köln zockt einen enorm authentisch wie lebhaften Stiefel herunter. Der Startschuss mit Eagle lässt viele ungläubige Gesichter zurück. Die Mischung aus Hardrock und Heavy Metal der 70er mit verschiedensten Instrumenten schindet sofort Eindruck. Kraken, To Hell An Back und Rain legen flink nach. Die Bewegungen in den einzelnen Boxen vor der Bühne werden intensiver, die Gesichter verschwitzter und das Adrenalin steigt mit jedem Titel höher. Während ein Schiff im Hintergrund auf der Weser vorbeischippert, laufen Galactic Superlords mit Sleepless Night immer wärmer. Katharina Heldt und Dennis Sennekamp bringen ein geniales Rock Duett in ein hartes Heavy Metal Gewand. Zuwachs haben die Lords ebenfalls bekommen und sprinten ab sofort mit drei Gitarristen über die Bretter. Mit Titans And Gods und Warpath verabschieden die Besucher unter verdienten Applaus die Galactic Superlords, die in Bremen definitiv neue Fans gefunden haben.
Die Osnabrücker Doom Maschine Iron Walrus fährt mit neuem Material und zwei Jahren ohne Stage Time in den Norden. Die maskierten Walrösser verziehen keine Miene, im Vordergrund liegt alles in der Hand von Sänger Sven, der nichts anderes macht, als den Doom Sludge Noise Metal mit seinen Vocals zu veredeln. Er agiert strukturiert, zielstrebig und bleibt trotzdem agil. Die direkte Kommunikation mit dem Publikum klappt sofort. Freitag wäre er gern dabei gewesen, um unter anderem Space Chaser zu sehen, aber er musste arbeiten. Auch als Musiker muss man ein derartiges Schicksal tragen. Jeanny, das Falco Cover, sprengt die letzten Hürden zwischen dem langsam headbangenden Doom Volk und den tonnenschweren Walrössern, die zudem noch neues Material vom im Oktober erscheinenden neuen Album dabeihaben. Die Performance lebt von der einsetzenden Dunkelheit, die alles unheimlich verschlingt und die Mauern der alten Ruinen im fahlen Licht erstrahlen lässt.

Wow, wie die Zeit vergeht – das Finale steht mit Kadavar und The Hirsch Effekt vor der Tür. Den Anfang machen die Headliner der diesjährigen Veranstaltung, Kadavar aus Berlin, die in den letzten Jahren unglaublich viele neue Fans dazugewonnen haben. Die drei Berliner haben im letzten Jahr den Sprung von Nuclear Blast zu Robotor Records gewagt und mit neuem Label abermals einen guten Platz in den deutschen Albumcharts eingenommen. Dass es davon nicht ein Track in das 14 Titel starke Set geschafft hat, verwundet ein wenig. Die Partystimmung wird dadurch nicht unterdrückt, das berühmte Haar in der Suppe soll der einsetzenden Regen werden, der ab dem dritten Titel Living In Your Head den Auftritt begleitet. Den ganzen Tag bleibt es trocken, nur bei den markanten Psychedelic Classic Rockern aus der Hauptstadt muss dem Wettergott der Geduldsfaden reißen. Lord Of The Sky und Doomsday Maschine bringen die ganze 70er bzw. 80er Rock Klasse des Trios zum Tragen. Unerschrocken bleiben viele auf ihren Plätzen kleben. Die Köpfe werden mit Schirmen und Kapuzen geschützt und das große Headbangen bleibt durch das Nass von oben aus. Die Baby Die und Black Sun zünden die nächsten Rock Feuerwerke. Christoph „Lupus“ Lindemann, Simon „Dragon“ Bouteloup und Christoph „Tiger“ Bartelt kann man nur lieben. Sie verkörpern wie kaum eine andere Kapelle auf dem Globus die alte Schule unserer Eltern mit frischen wie frechen Stoner Rock Riffs unserer Tage. Die Retrowelle reiten die Berliner auf der höchsten Spitze und lassen die Konkurrenz immer wieder blass zurück. Pale Blues Eyes und Come Back Life räumen die Bühne, um ein letztes Mal Platz für den nächsten Act zu machen.

The Hirsch Effekt kann man nur lieben oder hassen, einen Mittelweg gibt es bei Hannoveranern nicht. Die Marschrichtung lautet Indie Rock mit Metal, Post-Punk und Math-Rock Einflüssen zu verfeinern. Die Fanbase gibt ihnen immer wieder recht und bestätigt den Status in der Szene. Angefangen mit Cotard und Domstol brennt rein gar nichts an. Ilja Lappin und Gefolge lassen die noch vorhandenen Puppen tanzen. Der lange Tag hat die ersten Opfer gefordert und durch den Regen ging es für den einen oder anderen unplanmäßig eher nach Hause. Bilen, Lifnej und Mara bringen Tiefe ins Set. Die Beine werden schwerer, das macht The Hirsch Effekt nichts aus, im Gegenteil, die Meute soll noch mal alles geben. Mit mehr als zehn Hits im Gepäck gehen die Lichter auf der Bühne das letzte Mal aus und erst im nächsten Jahr wieder an. Eine Aftershow Party gibt es wie am Vortag für alle, die immer noch nicht genug haben. Die nächste Auflage kann der glückliche Veranstalter, der noch alle Helfer ehrt, für den September 2022 ankündigen. Der erste Headliner steht mit Mantar zur Freude vieler bereits fest.

Kommen wir zum schnellen Fazit des Festivaldebüts. Die Differenz zwischen dem Wochenende- und Tagesticket war für meinen Geschmack zu gering und hat ggf. Tagesgäste abgehalten, für einen Tag nach Bremen zu reisen. Ansonsten kann man den 150 Helfern und Köpfen des Hellseatic zu einem absolut runden ersten Open Air gratulieren. Die Location wurde liebevoll dekoriert, das Konzept dazu vom Einlass bis zur Bühne durchgezogen, sodass die an sich schlichte Bühne ohne wechselnde Backdrops nicht ins Gewicht fällt. Nebelschwaden bei einzelnen Gigs sorgten als Stimmungsverstärker, der Sound war im Bereich des Soundturms immer gut und auch an den Flanken kann man nicht meckern. Die Thematik der Zwangsarbeit rund um das Festivalgelände in den Gebäuden der Alten Wollkämmerei wurde aufgegriffen und die Entscheidung, dass alle Besucher an beiden Tagen getestet werden mussten, traf auf offene Ohren – auch bei Geimpften und Genesenen. Ohne Zweiklassengesellschaft hat der Veranstalter des Hellseatic sehr viel richtig und nichts falsch gemacht. Wir kommen im nächsten Jahr gerne wieder.

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