Hymen Holocaust – Donec Mors Nos Separativa

Hymen Holocaust schaffen es, das Niveau des Vorgängeralbums Hot Love zu halten und sogar weiter nach den Genresgrößen zu greifen.“

Artist: Hymen Holocaust

Album: Donec Mors Nos Separativa

Spiellänge: 33:11 Minuten

Genre: Goregrind / Death Metal

Release: 2011

Label: Bizarre Leprous Productions, No Escape Records, Rotten Roll Rex, Scrotum Jus Records

Link: http://www.myspace.com/hymencrusher

Klingt wie: Rompeprop, Cock and Ball Torture

Bandmitglieder:

Gesang – Morris ‚Cliteater‘, John (nur live)
Gitarre – Morris ‚Cliteater‘
Bass – Morris ‚Cliteater‘, John (nur live)
Schlagzeug – Morris ‚Cliteater‘, Fabi (nur live)

Tracklist:

  1. Till Death Do Us Part
  2. Daily Dose Of Disappointment
  3. Mom In The Raw
  4. Underground Assault
  5. Discontinuation Of Hyperlactation
  6. Wanking Down Memory Lane
  7. Lost Inhibitions
  8. Jaws of Domination
  9. Home Cooking Homicide
  10. Rockets from Uranus

Hymen_Holocaust-Donec_Mors_Nos_Separative-Cover
Was braucht es, um eine gute Goregrind-Platte zu produzieren? Nun, zum Einen benötigt man ein Thema – Tod, Gemetzel, brutale Zerstückelung von armen, wehrlosen Personen, Kannibalismus und Leichenfleddern, wären da schonmal ein guter Anfang. Als nächstes benötigt man, zwecks Jugendschutz, einen Harmonizer, um die Stimme bis zur Unkenntlichkeit zu übersteuern, damit auch ja keine böse Prüfstelle daher kommt und die Platte aufgrund der Lyrics indiziert.

Damit es aber dennoch guter Goregrind bzw. erstmal Musik wird, muss man das Thema und die Stimme in ein passendes Gewand einbetten. Das tut man am besten, indem man mit Hilfe dunkler Gitarrenriffs und schwerer MidTempo-Drums eine böse, fast schon unheimliche Atmosphäre schafft – musikalische Unterstützung kann man sich da in Form schiefer, unregelmässig auftretender Klaviertöne holen. Und um den Hörern zu vermitteln, dass es sich um Goregrind und nicht um irgendetwas anderes handelt, versieht man das Konzept noch mit einleitenden Samplern – vorzugsweise benutzt man hierzu Filmausschnitte aus alten, gut bekannten Kannibalenfilmen der 80er/90er, bei denen man sich nur ansatzweise ausmalen kann, was da in dem jeweiligen Film geschieht, Hauptsache es sind Schreie und aggressive Flüche zu hören. Als Letztes lässt man das Konzept dann noch auf einen Silberling pressen. Et la voilà – fertig ist das Gesamtwerk. Und dass man nicht unbedingt Tscheche – die bekannt für extreme Musik sind – sein muss, geschweige denn überhaupt eine komplette Band haben muss, um dieses Kunstwerk zu vollbringen, beweist Morris ‚Cliteater‘ beziehungsweise Hymen Holocaust.

Seit 2006 treibt der Niederländer sein Unwesen auf den Bühnen und in den Kellern der Porn-Goregrind-Szene und hat seitdem neben vier Full Length-Alben, eine Split mit Cuntgrinder und Satans Revenge On Mankind auf den Markt gebracht. Jetzt ist er mit seiner Neuerscheinung Donec Mors Nos Separavarit wieder da – böse und gewillt, Unheil über die Welt zu bringen.

Wenn man jemand Genrefremdes erzählt, dass Hymen Holocaust eine Ein-Mann-Band ist, denkt dieser bestimmt an rüde, rumgeschraffelte Gitarrenriffs, einen übertakteten Drum-Computer, der jedes Tempo spielt, solange es denn fernab der 200 BpM gespielt wird und einseitig langweilige, geradezu einfallslose Lyrics. Nicht so bei der vorliegenden Platte, die voller Abwechslung kleine Intros einspielt, brachiale Soundwalzen vom Brett tritt und rustikal die Geschwindigkeitsabläufe varriert. Zwischen den brachialen Grooveparts wird stets auf eine harmonisch-bizarre Stimmung der tiefgestimmten Instrumente gesetzt, die Genrefans durchweg überzeugen kann. Dabei schaffen es Hymen Holocaus, das Niveau des Vorgängeralbums Hot Love zu halten und mit dem gelungenen neuen Album Donec Mors Nos Separativa sogar weiter nach den Genresgrößen zu greifen.

Fazit: Wie gehabt ist bei Hymen Holocaus die Songstruktur der einzelnen Tracks ziemlich ähnlich. Trotzdem wird durch kleine Spielereien ausreichend Platz geschaffen, um das Interesse des Hörers nicht zu verlieren. Dennoch fehlt noch der letzte Kick, um das Interesse der gesamten Hörerschaft zu erreichen, wie es z.B. Rompeprop tun. Fehlen darf die Scheibe aber in keinem renommierten Plattenschrank der Gorelative! Anspieltipps: Mom In The Raw und Jaws of Domination
Mathias D.
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