Louise Lemón – Devil (EP)

Die Königen des Death Gospel kommt mit dem Teufel zurück

Artist: Louise Lemón

Herkunft: Schweden

Album: Devil (EP)

Genre: Death Gospel, Singer/Songwriter Noir

Spiellänge: 15:13 Minuten

Release: 29.05.2020

Label: Icons Creating Evil

Link: http://www.louiselemonmusic.com/

Bandmitglieder:

Louise Lemón

Tracklist:

  1. Devil
  2. Forever Alone
  3. Taurus Woman
  4. Bathe In Gold
  5. All My Tears

Eine weitere Veröffentlichung der Queen Of Death Gospel Louise Lemón aus dem hohen Norden. Nach den vorangegangenen Veröffentlichung A Broken Heart Is An Open Heart und Purge bringt die Schwedin Louise Lemón eine EP mit dem Titel Devil heraus. Erhältlich ist die EP seit dem 29.05.2020 auf schwarzem Vinyl.

Zunächst muss ich einmal gestehen, dass diese Veröffentlichung wahrscheinlich an mir vorbei gegangen wäre, wenn mich nicht meine nette Bekannte Adriana aus Wien, die für ein anderes Magazin ein Review dazu gemacht hat, darauf aufmerksam gemacht hätte. Ich sagte ihr zu ihrem Review: Das hört sich sehr gut an, vielleicht etwas zu poppig für mich!? Sie: Hör mal rein, kann sein. Ist geil und wird dir gefallen.

Ein anderer Grund, wieso Devil an mir wahrscheinlich vorbeigegangen wäre, ist die mit knapp fünfzehn Minuten sehr kurze Spieldauer. Nachdem ich mir die EP nun mehrmals angehört habe, muss ich gestehen, dass Devil mit fünfzehn Minuten zwar sehr kurz ist, ich jedoch diese fünfzehn Minuten auf keinen Fall missen möchte.

Alleine durch ihr Auftreten erschafft Louise Lemón, die meist in Schleier und wallende schwarze Gewänder gehüllt ist, eine Art von Mythik. Ihre Musik ist am ehesten als dunkler Gospel basierend auf Blues und Soul und einem Schuss einer Noir Singer/Songwriterin zu beschreiben.

Auf der vorliegenden EP Devil sind es gleich fünf Songs, die uns umhüllen und betören. Ja und wie ich es vermutet habe, sind natürlich auch Synthiepopklänge dabei. Und ich muss gestehen, dass dies in keinster Weiser störend auf mich wirkt. Ein Hauch Pop schwebt über dem Ganzen, aber ohne zu tief in die Popmusik zu verfallen.

Auf jeden Fall bietet Louise Lemón auf Devil sehr viel Atmosphäre zwischen Dämmerung und Dunkelheit mit verschiedenen Schattierungen. Ihre Stimme voller Herzschmerz macht ihre Musik aus.

Der Titelsong Devil kommt richtig teuflisch rüber. Das teuflische Gift, welcher der Song versprüht, ist das Arsen, welches das Blut zum Stillstand bringt. Bei einem durch einen Chorus angereicherten Gesang tanzen sogar die Nackenhaare. Schaurig schön dürfte hier die richtige Bezeichnung sein.

Ein Stück düsterer und mystischer wird es bei Forever Alone. Was ist denn jetzt los? Ein bisher nicht veröffentlichter Song von Angelo Badalamenti für David Lynchs Twin Peaks??? Und Laura Palma singt dazu!? Nein es ist immer noch Louise Lemón. Ganz großes Kino, jetzt hat mich Louise Lemón regelrecht gefangen.

Taurus Woman kommt in Anschluss bluesig mit sehr viel Soul wahnsinnig eindringlich daher, bevor die von einem Klavier eingefasste Ballade Bathe In Gold fast hypnotisierend auf den Hörer wirkt.

All My Tears bildet einen würdevollen Abschluss, vielleicht ein wenig poppiger als die vorangegangenen Songs auf der EP, er hat seinen Reiz jedoch, weil er einen leicht jazzigen Unterton hat.

Und jetzt ist diese wunderbare EP wirklich schon zu Ende. Ich würde ja den Repeatknopf sofort drücken. Das geht natürlich nur beim Stream, jedoch nicht beim Plattenspieler, bei dem man immer wieder aus dem Sessel aufspringen muss. Und dies, obwohl man von dieser Musik regelrecht im Sessel gefesselt ist.

Louise Lemón – Devil (EP)
Fazit
Devil ist das teuflisch gute neue Output der Queen Of Death Gospel, die hier ihrem Namen alle Ehre macht. Ich bin schlicht begeistert, obwohl ich sonst doch einiges härtere Musik höre. Das einzige Manko bei der toll produzierten Scheibe ist hier wirklich nur die kurze Spielzeit.

Anspieltipps: keine, komplett durchhören bitte!
Juergen S.
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