Marasmus – Necrotic Overlord

Just Killer, no Filler - und das Wohnzimmer wird zur Circle Pit Area, dank Necrotic Overlord!

Artist: Marasmus

Herkunft: USA

Album: Necrotic Overlord

Spiellänge: 39:05 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 21.03.2021

Label: Transcending Obscurity Records

Link: https://www.facebook.com/MarasmusKCDM

Bandmitglieder:

Gesang – Devon Ferrera
Gitarre – Brandon Culligan
Gitarre – Andy Nagorksi
Bassgitarre – Ben Harvey
Schlagzeug – Trynt Kelly
Programmierung – Justin Bird

Tracklist:

  1. Ectoplasmic Violation
  2. Universal Deceit
  3. Appeasing Thanatos
  4. Necrotic Overlord
  5. Voices Of The Wailing Deceased
  6. Archaic Burial Rites
  7. Carrion Ascension
  8. Insurrection
  9. Pagan Orgies To Human Sacrifice
  10. Forsaken Graves Of Infant Kings

Neues Zeug aus dem Haus Transcending Obscurity Record erfreut mich eigentlich fast immer, und wenn ich dann noch lese, dass der Drummer und der Live-Basser von Unmerciful (aktuelle Besetzung) am Werkeln sind, steigt meine Vorfreude extrem. Die Band an sich hatte ich bis dato gar nicht auf dem Schirm, obwohl sie bereits seit 2007 dabei ist und nun auch schon ihr drittes Album am Start hat. Das letzte Album Conjuring Enormity ist jetzt aber auch schon sechs Jahre alt, da wird es auch einmal Zeit für neues Material. Marasmus ist eine schwere Erkrankung, die infolge einer chronischen quantitativen Mangelernährung entsteht, also durch eine dauerhaft ungenügende Kalorienzufuhr. Bei den betroffenen Patienten besteht ein schwerer Protein- und Energiemangel. Dagegen hilft wohl nur Death Metal, denn diesen produzieren die fünf Burschen aus Kansas City.

Ectoplasmic Violation bringt mir gleich den Glauben zurück, dass der brutale Death Metal noch einmal eine Chance erhält und nicht von Frickelcombos oder Slambands komplett vereinnahmt wird. Schleppend und druckvoll geht es los, die tiefen Vocals trällern im Rhythmus. Ein geiles Riff wird rausgeholt und mit kurzen Drumanschlägen niedergeballert. Der geile Groove ist zurück und wieder Attacke. Auffallend ist hier schon der technische Aspekt. Wieder in den Groove und dann in den Blastbeat. Neues Riff, neues Glück und der Gesang wird dazu gedoppelt. Das Riff bleibt sofort hängen und wird dann auch für das Solo verwendet und am Ende noch einmal Attacke. Fettes Teil.

Universal Deceit kommt mit Vorspieler. Dieser dient mal wieder als eine Art Ankündigung. Achtung, warm anziehen, jetzt wird es hart. Und so ist es auch. Blastbeatattacke, geiles Riff und dann wieder in einen groovigen Part. Sofort kommen mir meine Lieblinge von Suffocation in den Sinn. Die Frank Mullen Hand geht nach oben und läuft und läuft und läuft. Die Einflüsse sind nicht von der Hand zu weisen. Die Kombination aus Technik und Brutalität kommt mal so richtig geil. Blastbeats und fette Doublebassattacken verfeinern meinen Tag. Nach den Attacken gibt es ein Break und es wird ein Mördergroove geboten. Sehr schleppend, aber kombiniert mit Doublebasselementen und absolut großartigem Riffing. So muss das sein. Dazu kann man vor der Bühne ordentlich im Kreis laufen, mit Niveau!

Oh ja, das Zeug gefällt mir, denn die Burschen aus Kansas City haben es echt drauf und sind sehr um Abwechslung bemüht, trotz des hohen Geschwindigkeitsfaktors. Das exzellente Riffing und der doppelte Gesang sind echt ein Trademark, hinzu kommen innerhalb der Parts einige Tempoverschärfungen. Es wird zu keiner Zeit langweilig, wie z.B. bei dem melodisch schleppenden Part bei Appeasing Thanatos, nachdem man natürlich vorher ordentlich brutal zu Werke gegangen ist.

Necrotic Overlord, diese Worte erklingen zu Beginn des Songs und ein typischer, schneller Brutal Death Metal Part wird zelebriert. Ein Wechsel in einen schnellen Uftatapart erfolgt und wieder totale Attacke. Tempo rausnehmen, grooven, aber dabei nie vergessen, die Doublebass laufen zu lassen. Ja, das können Marasmus definitiv. Nicht nur hier hört man, warum Trynt Kelly seit 2017 die Drumfelle bei Unmerciful zerstört. Welch ein Animal. Hinzu kommt die echt fette Produktion. Nachdem man noch einmal die Blastbeatattacke geritten hat, galoppiert man mit einem Groove weiter. Wieder so ein megageiles Teil. Hammer! Und dieses Riffing, stehe ich total drauf.

Man höre sich einmal das melodische Riffing bei Pagan Orgies To Human Sacrifice an. Argh und dazu der Groove. Knaller. Harmonie und Melodik sind nicht auf ein tonales Zentrum fixiert und der Drummer zerstört einfach alles. Und dann noch dieses melodische Solo und die dazu rasselnde Doubelbass. Oh ja, ich bin begeistert.

Wenn sie wollen, können sie aber auch nur total zerstörend zu Werke gehen, so wie bei Insurrection.

Was soll ich sagen? Diese 38 Minuten habe ich total genossen. Die Songs sind nicht zu lang, haben aber dafür sehr viel zu bieten. Ich feiere sie gerade total ab, denn schon lange hat mich ein brutal Death Metal nicht mehr so begeistert. Die Band geht hoffentlich 2022 auf Tour, am besten mit Suffocation, Unmerciful, Origin oder Cryptopsy. Brett!!!! Da hilft nur die Repeattaste drücken, die Möbel in die Ecke schieben, die Frank Mullen Hand hochgehen lassen und das Wohnzimmer verwandelt sich in eine Circle Pit Area.

Marasmus – Necrotic Overlord
Fazit
Marasmus, eine Band, die ich bis dato überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, hat mich von der ersten Sekunde an begeistert. Just Killer, no Filler. So muss brutaler Death Metal klingen. Hier treffen Technik und Brutalität perfekt aufeinander. Das Songwriting ist sehr an die alte Schule orientiert, aber neu interpretiert und die Produktion killt alles. Danke Marasmus für dieses Album.

Anspieltipps: Universal Deceit und Pagan Orgies To Human Sacrifice
Michael E.
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