Mindpatrol – Vulture City

“Man braucht ein Konzept und gewillte Mitstreiter!“

Artist: Mindpatrol

Herkunft: Hostert, Luxemburg

Album: Vulture City

Spiellänge: 50:30 Minuten

Genre: Extreme Progressive Metal

Release: 09.12.2017

Label: Eigenproduktion

Buch: Luc Francois

Seiten: 260

ISBN: 9781974615995

Sprache: Deutsch

Link: https://www.facebook.com/mindpatrolband/

Bandmitglieder:

Gesang – Luc François
Gitarre – Xavier Hofmann
Gitarre – Yann Weidig
Gitarre – Miguel Teixeira Sousa
Gitarre – Miguel Gruselle
Bassgitarre – Sandy Moschetti
Schlagzeug – Scott Kutting
Schlagzeug – Romain Gruselle

Tracklist:

  1. Mother
  2. Whoreheart
  3. He, Summoned By The Needle
  4. Calamity (The Cleansing)
  5. Vulture City
  6. Her Dire Sacrifice
  7. Tentatio Utopiae
  8. Enjoy! (The Violation)
  9. I, Observer With Crimson Hands
  10. The Voyager

Den Aufwand, den Mindpatrol für ihr drittes Langeisen betrieben haben, ist nicht unerheblich. Die Progressive Metal Band um Mastermind und Schriftsteller Luc Francois hat neben dem Album ein Buch vorzuweisen, welches eben aus der Hand von Luc stammt. Gesanglich versucht er sich neben Heavy Metal Shouts auch in härteren Gefilden und spiegelt die Emotionen seiner selbst aufgebauten Welt Vulture City wieder. Luxemburg steht für viele unserer deutschen Leser nicht als Mekka für harte Riffs. Meine Kollegen, die für uns bereits ins Nachbarland gereist sind und aus der Rockhal berichteten, waren hellauf begeistert. Die Organisation perfekt, die Struktur perfekt abgestimmt und das Grundgerüst, wie vollziehe ich eine perfekte Veranstaltung, wurde dem Team um die Location wohl in die Wiege gelegt. Umso interessanter, dass immer mehr Deutsche das Konzerterlebnis in der Rockhal erleben wollen. Was Metalbands angeht, stecken die Luxemburger tatsächlich noch ganz am Anfang. Gruppen wie Scarlet Anger oder Desdemonia konnten bereits in unsere Breitengrade vordringen, dann wird es aber auch ganz schnell dünn. Ebenfalls so gut im Geschäft sind Mindpatrol, die im letzten Dezember auf dieses Konzeptalbum gesetzt haben, und bei denen, wie schon angesprochen, Luc Francois die Zügel in der Hand hält.

Mother bringt den ersten Stein der 50 Minuten starken Session ins Rollen. Sehr thrashig sprinten Mindpatrol voran, ohne die tragenden Melodien zu vergessen. Viel Gutes ließ sich über die Lage in Vulture City nicht sagen. Das wiederum spürt man deutlich auf dem Opener, der den Hörer durch viele Genres führt, im Schlusspart sogar in den schroffen Black Metal. Vulture City, Stadt der tausend Leiden. Wie weiter durch Whoreheart verkörpert, der anfänglich an klassischen Progressive Rock erinnert, dann aber doch in Melodic Thrash Metal Richtung abdreht. Die Parallelen von Buch und Platte machen schon Spaß, und wenn man dann bedenkt, dass der Kollege vom Legacy das alles neben seinem Studium stemmt: Hut ab! Gehetzt sollte man Mindpatrol nicht konsumieren, am besten Buch und Longplayer gemeinsam wirken lassen. Nach dem schwächeren Debüt mit Downfall Theatre konnte bereits The Marble Fall die anfänglichen Defizite davonspülen. Die Tagebuchinszenierung macht hingegen Vulture City in schriftlicher Version authentisch.  Klar, in allen Belangen fiktiv, aber gut gemacht, und darauf kommt es auch in seinem 1600. Jahrhundert an. Die Geschichte in zehn Kapiteln (Kompositionen) wird allem gerecht, die extreme Handschrift im doch atmosphärischen Gewand lässt Brücken zu Bands wie Moonspell schlagen. Jetzt werden einige Klugscheißer behaupten, dass die Portugiesen aber Dark Metal machen. Siehe einmal an, wie flexibel Mindpatrol ausgestattet das enge Genrekorsett ablegen können! Die Backvocals sorgen für Druck, die insgesamt vier mitwirkenden Gitarristen für die jeweiligen emotionalen Grundlagen.

Fazit: Ich bin ein Fan von Konzeptalben. Die Umsetzung ist mit einigen Problemen verknüpft. Natürlich, man kann das Album wie eine Perlenkette aufknüpfen. Dann wiederum hat man eine schöne Ausführung, die man jedoch an jeder Straßenecke erwerben kann. Für eine vollständige Geschichte gehört ein roter Faden, der nicht zu stramm gezogen werden darf, und das schafft Luc Francois auf Vulture City. Auf dem Silberling hätte ich mir ein paar Kleinigkeiten noch anders gewünscht, das wiederum ist eine Kritik auf hohem Niveau. Man kann das Werk nun gerne mit denen der ganz Großen vergleichen, dabei bleibt Mindpatrol wohl noch etwas zurück. Dieser Punkt, dass es nur ein kleiner Schritt ist, der noch fehlt, sollte als positiv angesehen werden. Für Mühe und Aufwand muss man schon die Acht-Punkte-Marke knacken, alles andere wäre ein Frevel an Herrn Francois .

Anspieltipps: Mother und Her Dire Sacrifice
Rene W.8
Leser Bewertung2 Bewertungen6.5
8

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