toRyse – Erased

“Was eine Hammer-EP!!“

Artist: toRyse

Herkunft: Nürnberg, Deutschland

Album: Erased

Spiellänge: 16:51 Minuten

Genre: Metalcore

Release: 18.05.2018

Label: Boersma Records

Link: https://www.facebook.com/toRyseBand/

Bandmitglieder:

Gesang – Steff
Gitarre – Chris
Gitarre – Dali
Bassgitarre – Till
Schlagzeug – Thorsten

Tracklist:

  1. Vanishing Realm
  2. Heartless
  3. Our Chance
  4. Erased
  5. Dawn Of Change

Viele Worte machen die Jungs von toRyse um ihre Geschichte nicht – oder ich bin blind. Außer dem Gründungsjahr 2014 und dem Nebensatz, dass es wohl zwischenzeitlich mehrere Besetzungswechsel gegeben und es deswegen nur zu einer EP gereicht hat, habe ich keine Information gefunden. Wie auch immer ist diese EP am 18.05. über Boersma Records erschienen, die mit toRyse, soviel kann ich schon mal sagen, einen ganz dicken Fisch am Haken haben.

Die ersten dreißig Sekunden haben erst mal gar nichts mit Metalcore, geschweige denn Metal zu tun, es gibt nämlich ein Klavierspiel auf die Ohren. Die dann einsetzenden Gitarren verkünden aber das Ende der Wartezeit, und das moshwütige Volk hat keine Zeit, sich groß aufzuwärmen, denn toRyse steigen sofort richtig ein. Da Metalcore eins meiner bevorzugten Genres ist, überlege ich natürlich sofort, welche Bands hier vielleicht Pate gestanden haben mögen, aber die flüchtigen Eindrücke, die da manchmal hochpoppen, verfliegen auch genau so schnell wieder. Vielleicht ein wenig von den ganz alten Sachen von Parkway Drive, auch an die Anfangstage von Bury Tomorrow und Betraying The Martyrs muss ich ab und zu denken, der Härtegrad von Erased ist zumindest der gleiche. Und Steff steht meinen Lieblings-Shoutern Daniel Winter Bates (Bury Tomorrow) und Aaron Matts (Betraying The Martyrs) eigentlich in nichts nach. Im ersten Track Vanishing Realm wird er dann wohl auch von der kompletten Mannschaft – es klingt zumindest so – mit Clean Vocals und sogar einigen Gangshouts unterstützt. Auch in den restlichen Songs sind die tollen Clean Vocals stimmig, nur in Our Chance übertreibt man es ein wenig mit dem melodischen und driftet fast ein wenig in Richtung Schunkelromantik à la Santiano ab. Aber das sei verziehen 😀

Mit meiner Lobhudelei kann ich dann gleich bei der Instrumentenfraktion weitermachen. Chris und Dali liefern sich teilweise fast schon Wettkämpfe um die schnellsten Riffs und die artistischste Fingerakrobatik, spielen wunderbar zusammen, ab und zu gibt es einen feinen melodischen Lauf oder ein kleines Solo, ansonsten werden aber keine Gefangenen gemacht. Richtig gut kommen auch Till und Thorsten von der Rhythmusfraktion zur Geltung, an dieser Stelle auch ein dickes Lob an den Produzenten. Das kommt glasklar und mit dem nötigen Wums aus den Boxen, meine Nachbarn können es bestätigen! 😀

Das dritte Kompliment an den- oder diejenigen, die die Songs überhaupt geschrieben haben. Metalcore der alten Schule, einfach nur ehrlich, direkt, voll nach vorn und direkt vor den Latz, mit grandiosen Breakdowns, ohne dabei übermäßig hart zu werden. Auch für melodische Parts nimmt man sich Zeit, ohne das Ganze wieder zu sehr aufzuweichen. Da stimmt dann tatsächlich mal das, was (wahrscheinlich) die Band selbst – oder war es doch das Label? – auf ihrer Facebook-Seite geschrieben hat: “ Beißende Shouts und Growls, gepaart mit kraftvollen Clean-Vocals, treibenden Riffs, mitreißenden Melodien, eingängigen Hooklines und wuchtigen Drums – der Sound der 5-köpfigen Truppe aus Nürnberg ist vielseitig und doch stets darauf bedacht, den Hörer nicht zu überfordern, dafür aber auf Anhieb mitzunehmen. Mit ihrem Mix aus Melodic Metal, groovigen Hardcoreeinlagen und klassischen Post- und Metalcore-Arrangements geht toRyse andere Wege, als es die Metal-Szene mit „immer schneller, tiefer und derber“ zu beschreiten scheint…“ Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: Bitte mehr davon!!

Zum Track Vanishing Realm gibt es hier das Video:

Fazit: Ich hatte ja zugegebenermaßen gedacht, für so eine EP mit einer Spielzeit von etwas über 15 Minuten ist ein Review schnell runtergeschrieben. Pustekuchen! Erst habe ich ja immer nur die Repeat-Taste gedrückt, aber irgendwann habe ich das Ganze auf Dauerschleife gestellt und bin durch die Wohnung geflippt. So muss Metalcore! Da ich von den letzten Veröffentlichungen einiger der etablierten Metalcore-Bands doch, um es mal gelinde auszudrücken, nicht wirklich begeistert bin, bin ich immer wieder gespannt, ob es nicht doch eine Band schafft, mich aus der Lethargie zu reißen. Und das haben toRyse hier definitiv geschafft. So muss Metalcore! Und wegen der vielen Besetzungswechsel sei es ihnen auch verziehen, dass es nur für eine EP gereicht hat. Ich hoffe, bald schaffen die Jungs es dann tatsächlich, ein komplettes Album zu veröffentlichen.

Anspieltipps: alles
Heike L.
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