Little Ceasar am 29.05.2018 im Albatros, Bordesholm

“Little Ceasar ganz groß im Albatros!”

Eventname: Little Ceasar Tour 2018

Headliner: Little Ceasar

Ort: Albatros, Bordesholm, Schleswig-Holstein

Datum: 29.05.2018

Kosten:  17 € VVK, 20 € AK

Genre: Rock, Hard rock

Besucher: 75

Veranstalter: Albatros,Bordesholm

Link:  http://www.littlecaesar.net/

http://www.albatros-bordesholm.de/

Setlist:

  1. Vegas
  2. Rock’n’Roll State Of Mind
  3. Hard Times
  4. Sick & Tired
  5. 21 Again
  6. In Your Arms
  7. Dirty Water
  8. Stand Up
  9. Down  Dirty
  10. Real Rock Drive
  11. Time Enough For That
  12. Chain Of Fools
  13. Mama Tried
  14. Rum & Coke
  15. Drive It Home

Encore:

  1. Cajun
  2. Nobody Said
  3. Every Picture

 

Kurz entschlossen haben wir es noch geschafft, für das heutige Konzert von Little Ceasar im Bordesholmer Albatros eine Akkreditierung zu bekommen. Der Abend beginnt wie immer mit einem gemütlichen Essen im angeschlossenen Restaurant Albatros. Da wir zeitig da sind, können wir draußen auf der Terrasse in der Sonne sitzen und freuen uns auf den Abend. Das Pils kommt schnell, und zügig ist auch ein Essen ausgesucht. Da zu Konzerten meist nur eine kleine Karte mit ausgesuchten Gerichten angeboten wird, sind wir positiv überrascht, dass es die komplette Auswahl gibt. Also einen leckeren Cheseburger und einen Peppered Bacon Burger mit Pommes geordert und dann noch ein wenig die Sonne genossen. Das Essen ist schnell da und wie erwartet total lecker. An den Nebentischen sind auch ähnlich gekleidete Zeitgenossen, die wie wir die Gunst der Stunde nutzen, um vor dem Konzert noch zu speisen.

Da wir direkt am Konzerthallen-Eingang sitzen, verpassen wir den Einlass nicht, aber die hinströmenden Menschen sind überschaubar. Kurz vor acht gehen wir auch rein und werden von Kolja Schwarten, dem Besitzer begrüßt. Immerhin waren wir schon oft hier und haben über die kleinen feinen Konzerte berichtet. Hier haben wir vor Jahren auch die The New Roses das erste Mal gehört, und seitdem sind wir Fans. Der Einlass geht schnell, da es keine Schlange gibt und wir auf der Gästeliste stehen. Es gibt noch eine persönliche Begrüßung durch den Tourmanager, und wir sind drin. Die kleine Bar in der Halle ist heute gut aufgestellt, und das Getränk kommt schnell. Nun einen strategisch günstigen Platz suchen und dann mal sehen was kommt.

Um kurz nach 20.00 Uhr begrüßt Kolja obligatorisch die Gäste und kündigt bereits die baldige Sommerpause an. Leider verlieren sich die Zuschauer in der recht großen Halle. Nach vorsichtiger Zählung dürften es knapp 80 sein. Das ist schade, aber heute haben wir fast hochsommerliche Temperaturen, und es ist mitten in der Woche. Die Anwesenden lassen sich davon aber nicht abhalten und die Stimmung ist gut. Für uns ist es das erste Little Ceasar Konzert, obwohl sie schon vor zwei Jahren hier waren.

Gegen viertel nach acht entern die fünf Musiker aus Los Angeles die Bühne und legen mit Vegas von ihrem neuen Album Eight los. Gründungsmitglied, Sänger und Frontmann Ron Young rotzt in das Mikro und lässt keine Zweifel daran, dass er das Metier beherrscht. Die Little Ceasars, nach einem Schnellrestaurant benannt, gibt es bereits seit 1987.  Trotz guter Kritiken für ihr erstes Album blieb der kommerzielle Erfolg aus, und bereits 1993 lösten sie sich wieder auf. Acht Jahre später wurde ein neuer Versuch gestartet, und das hat bis heute gehalten. Es sind bereits acht Platten erschienen, und heute stellen sie daraus einige Songs live vor. „Neu Gitarrist“ Mark Tremalgia, erst seit 2017 dabei, steht auf der linken Seite der Bühne und lässt die langen braunen Harre meist über das Gesicht hängen. Ansonsten freut er sich diebisch und spielt munter seine Soli. Auf der anderen Seite steht Urgestein Loren Molinare und lässt die langjährige Routine durchscheinen. Auch, dass hier nur knapp 80 Gäste sind, merkt man der Truppe nicht an. Sie spielen, als wenn der Saal zum Bersten voll ist. Nach Rock’n’Roll State Of Mind und Hard Times wird sich erst einmal ordentlich dafür bedankt, dass wir gekommen sind, um die Show zu sehen. Sie erzählen immer wieder, wie wichtig es ist, die Musik zu leben und nicht nur auf volle Säle zu setzen. Das sind Vollblut-Musiker, und man merkt ihnen auch den Spaß auf der Bühne an. Frontman Ron Young gibt sich cool mit Sonnenbrille, und auc Bassist Pharoah Barret sieht cool aus. Das rot gefärbte Bärtchen sticht hervor. Bevor er auf die Bühne kam, stand sein Bass am Verstärker, und auf der Rückseite hat er den Punisher Totenkopf als Zierde drauf.

Sick Tired, 21 Again und In Your Arms setzen den Abend fort. Langsam kommen die Zuschauer auch nach vorne an die Bühne, und der eine oder andere tanzt zu den Rhythmen. Stilistisch kann man die Jungs aus Las Vegas wohl dem Hard Rock zuordnen. Ein echter Metaller würde wohl sagen, das ist eher Rock. Da würde ich sie wohl auch hinstecken. Rock, mit bluesigen Einflüssen, ab und an in den Hard Rock abdriftend. Auch eine leichte Country Note ist zu merken, und das erinnert stellenweise an Aerosnith oder ZZ Top. An der einen oder anderen Stelle könnten sie auch die Musik von den Roses beeinflusst haben, obwohl die natürlich einem eigenen Stil frönen. Gesanglich wird Ron Young in den Chorus Passagen von allen unterstützt. Dabei ist Pharoah ebenfalls mit einer tollen Stimme ausgestattet und lässt diese oft erklingen.

Weiter geht es mit Dirty Water und Stand Up. Auf der Bühne gibt es keine großartige Show. Sie machen einfach Musik, und das hört sich gut an. Es fehlt eventuell etwas an Abwechslung, klingen die meisten Tracks doch ähnlich. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn hier wird eben bester Rock ‘n‘ Roll abgeliefert. Fast nach jedem Lied gibt es ein paar Worte von Rob Young, der hier eindeutig als der Tonangebende fungiert. Schlagzeuger Tom Morris liefert mit Bassist Pharoah den dicken Boden, auf dem dann die Gitarristen, allen voran Mark, ihre Spiel aufsetzen. Rhythmusgitarrist Loren fällt neben seinem ausgeprägten Spiel vor allem auch durch seine Mimik auf.

So gehen die Songs ins Bein und begeistern die Zuschauer. Mama Tried und Rum And Coke sind bereits fast das Ende des regulären Sets. Mit Drive It Home verabschieden sie sich nach etwas über anderthalb Stunden. Als Zugabe werden noch Cajun, Nobody Said und Every Picture gespielt. Dann ist endgültig Ende. Damit haben sie aber alle erreicht und werden heftig gefeiert. Drum Sticks wechseln den Besitzer, und auch Plektren werden verteilt. Am Merchstand wird dann noch die eine oder andere CD verkauft, die natürlich brav mit Signaturen versehen wird. Auch Poster, Shirts oder Eintrittskarten fallen den Stiften zum Opfer. Bilder oder freundliche Worte werden gewechselt, wobei manchmal der Slang schwer zu verstehen ist.

Somit geht ein guter Abend zu Ende. Leckeres Essen, gute Musik, ein entspannter Chef, der bereits Nazareth für den Dezember ankündigen darf. Da sind wir spätestens auch wieder mit von der Partie. Und mal sehen, was Kolja im Herbst noch so alles aus dem Hut zaubert.

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