Septicflesh – Infernus Sinfonica MMXIX

Auch nur in der Audioversion sehr eindrucksvoll

Artist: Septicflesh

Herkunft: Athen, Griechenland

Album: Infernus Sinfonica MMXIX

Spiellänge: 81:29 Minuten

Genre: Symphonic Death Metal

Release: 31.07.2020

Label: Season Of Mist

Link: https://www.facebook.com/septicfleshband/

Bandmitglieder:

Gesang (Harsh) und Bassgitarre – Seth Siro Anton
Gitarre – Christos Antoniou
Gitarre und Gesang (Clean) – Sotiris Anunnaki V.
Schlagzeug und Percussion – Kerim „Krimh“ Lechner

Tracklist:

  1. Intro
  2. Portrait Of A Headless Man
  3. Martyr
  4. Prototype
  5. The Pyramid God
  6. The Enemy Of Truth
  7. Communion
  8. The Vampire From Nazareth
  9. Dogma Of Prometheus
  10. Lovecraft’s Death
  11. Dante’s Inferno
  12. Persepolis
  13. The Great Mass Of Death
  14. Anubis
  15. Dark Art

Eine Band, die man wohl ungestraft als eine Institution im Symphonic Death Metal bezeichnen darf, ist Septicflesh aus Griechenland. Seit den 90ern haben die Männer kontinuierlich daran gearbeitet, den Status zu erreichen, den sie heute innehaben. Die Liste der Releases ist lang – und jetzt wird am 31.07. das Livealbum Infernus Sinfonica MMXIX über Season Of Mist veröffentlicht. Die Limited Edition kommt mit zwei CDs und einer Blu-Ray DVD im Digipak daher, wobei mir zum Review nur die zwei CDs vorlagen. Da aber mittlerweile zwei Streamingevents stattgefunden haben, zu denen ich nur begeisterte Kommentare der Fans gelesen habe, dürfte es auch an der Bildqualität nichts zu meckern geben. Gezeigt wird eine ausverkaufte Show im Februar 2019 im Metropolitan Theater in Mexico City. Das war bislang die größte Produktion, die jemals in dieser Location stattgefunden hat. Neben der Band standen (und saßen) 100 Musiker des Symphonic Experience Orchestra, des Enharmonía Vocalis Choir und des National University Of Mexico Children’s And Youth Choir auf der Bühne. Als weiterer Livemusiker darf Psychon genannt werden, der noch Gitarrenklänge beisteuerte.

Musikalisch haben sich Septicflesh auf die letzten vier Alben konzentriert, die da wären: Communion aus 2008, The Great Mass aus 2011, Titan aus 2014 und Codex Omega aus 2017. Mit fünf Songs und damit am stärksten vertreten ist das Album Codex Omega. Zunächst marschieren aber wohl während des symphonischen Intros die Bandmitglieder auf die Bühne – zumindest hört man ab und zu mal den Jubel des Publikums. Und gleich zu Beginn von Portrait Of A Headless Man fordert Seth Siro das Publikum auf, ordentlich abzugehen.

Seth nimmt auch immer wieder Kontakt mit dem Publikum auf, wobei er nicht der große Redner ist. Meistens gibts die Aufforderung „hoch die Pommesgabel“, ein anderes Mal erzählt er, dass er wegen des In-Ear-Systems nicht so gut hört, was vor der Bühne abgeht, und die Leute doch bitte mal etwas lauter sein sollen. Dem kommen die mehr als 3000 Fans natürlich gern nach – wobei der Mix des Albums natürlich schon die Band in den Vordergrund rückt. Manchmal könnte man glatt vergessen, dass man ein Livealbum hört, was mir persönlich sehr entgegenkommt, denn ich mag Livealben eigentlich nur als Video (egal ob DVD, BluRay oder Stream). So höre ich dann aber gern den Songs der letzten vier Alben zu, wobei ich jetzt nicht Live- und Studioversion miteinander vergleichen möchte. Jeder hat da so seine Präferenzen. Manche mögen es, wenn das Album notengenau auf die Bühne gebracht wird, andere wollen live auch mal was an Improvisation haben. Ich verstehe aber auch die begeisterte Reaktion der Fans, als auf Facebook angekündigt wurde, dass Sotiris Vayenas ebenfalls auf der Bühne stehen und seine Clean Vocals beisteuern wird. Das tut er dann zum Beispiel bei The Vampire From Nazareth. Ein Ende mit Zugaberufen oder langen Verabschiedungsszenarien gibt es, zumindest in der Audioversion, nicht; nach dem letzten Song Dark Art wird langsam ausgeblendet. Ich gehöre allerdings sowieso zu denen, die zum Ende von Livealben schon die Stop-Taste gedrückt haben, kann also gut mit dieser Version leben.

Ein Anspieltipp war The Vampire From Nazareth zwar nicht, aber meine Tipps waren sowieso mehr oder weniger gewürfelt, denn auf Infernus Sinfonica MMXIX sind nur Hammersongs vertreten. Hier also das Video:

Septicflesh – Infernus Sinfonica MMXIX
Fazit
Habe ich eingangs noch geschrieben, dass Septicflesh im Symphonic Death Metal eine Institution sind, kann ich das nach dem Hörgenuss dieses Albums problemlos umformulieren: Septicflesh sind wahrlich eine Macht, und das nicht nur auf dem Studioalbum sondern auch – oder sollte ich sagen „erst recht“? – live. Dieses Album könnte ich tatsächlich auch Fans des Genres empfehlen, die Septicflesh noch nicht kennen sollten. Hier gibt es einen Mix aus den letzten vier Alben, der - auch wenn der Fokus auf dem letzten Album liegt - einen guten Einblick in das Schaffen der Band gibt.

Anspieltipps: Portrait Of A Headless Man, Communion und Anubis
Heike L.
9
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8.8
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