Siberian Meat Grinder – Metal Bear Stomp Tour 2018 – Support Ravaged am 25.03.2018 im Sonic Ballroom in Köln

„Siberian Meat Grinder – Metal Bear Stomp Tour 2018 – Support Ravaged am 25.03.2018 im Sonic Ballroom in Köln“

Headliner: Siberian Meat Grinder

Vorband(s): Ravaged

Ort: Sonic Ballroom, Oskar-Jäger-Str. 190, 50825 Köln

Datum: 25.03.2018

Kosten: 10 € VVK

Genre: Crossover Thrash, Crust Grind Metal, Hardcore

Besucher: ca. 150 Besucher (Ausverkauft)

Veranstalter: M.A.D. Tourbooking

Link: https://www.facebook.com/events/2287538067938717/

Setlisten:

  1. Intro
  2. Civilisation
  3. Deutschland
  4. Capitalism
  5. Voidness
  6. Chemtrails
  7. Nimmersatt
  8. Freedom
  9. Fackelmarsch
  10. Trotz Allem
  11. Selbstaufgabe
  12. Violence
  13. Hardline
  14. Change
  15. Not Alone
  16. Ausweglos
  17. Sex(ism) Sells

  1. Metal Bear Stomp
  2. Hunt The Steel
  3. Chainsaw
  4. Still In The Game
  5. No Way Back
  6. Interlude 1 (Bare Face)
  7. No Sleep (Offspring cover)
  8. Can’t Stop
  9. Eternal Crusade
  10. Get Busy
  11. Interlude 2
  12. Walking Tall
  13. TSAR

Siberian Meat Grinder sind im März und April auf einer kurzen Tour unterwegs. Da stehen auch ein paar Deutschlandtermine auf der Liste. Das darf ich mir nicht entgehen lassen. Ich hatte bereits ein Review zum aktuellen Album Metal Bear Stomp gemacht. Die Platte gefällt mir außerordentlich gut!

Hier die Deutschlandtermine:

23.03. Wiesbaden – Kreativfabrik
25.03. Cologne – Sonic Ballroom
26.03. Nuremberg – Kunstverein
08.04. Berlin – Cassiopeia
09.04. Hamburg – Monkeys
10.04. Augsburg – Ballonfabrik
13.04. Lindau – Club Vaudeville

Also ab nach Köln ins Sonic Ballroom. Schon im Vorfeld bekomme ich über Facebook mit, dass das Konzert von Siberian Meat Grinder restlos ausverkauft ist. Das wird ja schön kuschelig heute Abend im Sonic Ballroom.

So um 20:30 Uhr im Sonic Ballroom angekommen ist es noch recht überschaubar. Die nette junge Dame an der Kasse hat aber bereits das kleine Schild mit der Aufschrift „Ausverkauft“ vor sich stehen. Ich unterhalte mich noch sehr nett mit dem jungen Mann am Merchstand von Siberian Meat Grinder. Der ist super nett und sorgt auch dafür, dass die Jungs von Siberian Meat Grinder mir das aktuelle Album auf Vinyl signieren. Dafür nochmals ein großes Danke!

Vom Vorraum rein in den Eventraum. Wer das Sonic Ballroom kennt, weiß, dass es eine recht kleine Bude mit sehr kleiner Bühne ist. Leider sind hier, ebenso wie im MTC in Köln, die Lichtverhältnisse für die Fotografen übelst. Also mal den Rat an den Betreiber seine Stromkosten zu bezahlen, damit mal wieder in Licht investiert werden kann 😉

Drinnen ist es noch recht überschaubar, aber es füllt sich langsam. Vor Konzertbeginn halten sich noch einige Fans im Innenhof der Location auf, denn das Wetter spielt mit.

Ravaged aus Köln fangen fast pünktlich an. Mit Beginn der Show des Quartetts hat es sich dann auch schon recht gut gefüllt. Dabei ist es noch sehr angenehm und ich kann, ohne angerempelt zu werden, vorne vor der Bühne Fotos von der Band machen.

Es gibt von den drei Jungs (Sebastian – Drums, Michi – Gitarre und Flo – Bass) und Sängerin Chiara gewaltigen Hardcore mit einem Schuss Grind auf die Ohren. Meist kurze Stücke, die sich in einem Ruck in das Hirn bohren. Das Ganze klingt sehr authentisch, roh und ungeschliffen. Die Musiker stehen hinter dem, was sie machen. Das merkt man. Und ich stehe auf solch geile Mucke, die ohne viel Schnickschnack auskommt. Technisch harte Riffs mit einem gewaltigen Tempo werden heraus gedonnert. Chiara rotzt ihre Vocals dazu, die irgendwie zwischen Black, Death und Crust / Grind Vocals liegen. Die kurzen Stücke werden durch eben solche kurze Pausen, meist mit Ansagen der Frontfrau unterbrochen. Sehr oft sind die Ansagen in Englisch, manchmal aber auch in Deutsch. Wieso, das vermag ich nicht ermessen. Denke aber, dass es in einem Kölner Club doch eher angemessen ist, dies in deutscher Sprache zu tun. In Russisch ginge auch, da eine Menge russischstämmige Fans im Publikum sind. Wieso dies so ist, lässt mir keine Ruhe. Also frage ich nach. Sollte wohl eigentlich alles in Englisch sein, damit Siberian Meat Grinder die Ansagen auch verstehen. Ach so, dann ist es ja nachvollziehbar. Auf ihrer Setlist stehen natürlich auch die sechs Songs ihrer selbst betitelten 7‘ Vinyl Single, die ich anschließend noch mitnehme. Sebastian, Michi, Flo und Chiara setzen eine Unmenge roher Energie frei. Das gefällt nicht nur mir recht gut, auch den meisten Fans im Publikum. Ich habe anschließend noch die Gelegenheit mit ihnen zu sprechen. Total nette Musiker. Sie sind übrigens demnächst auch in Siegen live zu erleben. Kann ich nur empfehlen.

Kurze Umbauphase, in der die Jungs von Siberian Meat Grinder ihr Banner mit dem Bären TSAR aufhängen. Das erweist sich als recht schwierig, da es sehr eng auf der Bühne und kaum Platz ist, um es entsprechend aufzuhängen. Ebenso schwierig ist es für den Schlagzeuger hinter seinem Arbeitsgerät Platz zu nehmen. Richtig eng da oben. Da haben die Jungs an den Saiteninstrumenten im Verhältnis ja richtig Platz. Aber viel bewegen können sie sich dabei auch nicht. Ob das bei dieser Musik gut geht?

Schlagartig beginnt dann der Gig mit Metal Bear Stomp, dem Titelsong ihres neuen Albums. Nicht nur auf der Bühne ist es eng. Nein, auch vor der Bühne. Vom ersten Takt an ist das Publikum am Toben und Pogen. Wild und ausgelassen. Bereits nach wenigen Sekunden bekomme ich die ersten Rempler zu spüren. Ich stehe ganz vorne links vor der Bühne. Zwischendurch fliegt auch schon mal eine Flasche zu Boden. Die erste abgebrochene Flasche kann ich noch schnell beiseiteschaffen, bevor sich jemand verletzt. Ein Rempler nach dem anderen folgt. Ich ziehe mich nach ganz außen links auf eine kleine Box zurück. Dort versuche ich im kauernden Sitzen ein paar Fotos zu machen. Auch das ist sehr schwierig, da ich meistens Leute auf mir liegen haben, die beim wilden Pogen die Richtung verloren haben. Ich denke mal, dass dreiviertel der Fans im Raum am Pogen sind. Nach Hunt The Steel gibt es eine kleine Ansage von Sänger Vladimir. Diesen kurzen Stillstand im Publikum nutze ich, um mich durch die Masse nach hinten zu verziehen. Weiter Fotos zu machen hat sowieso keinen Sinn mehr. Auch hinten stehen alle eng Körper an Körper zusammen. Spätestens ab Song 4 bin ich nicht mehr Still In The Game. Die Tür zum Vorraum ist geschlossen. Da frage ich mich, ob wirklich nur ausverkauft ist, oder noch mehr Leute drin sind. Während es hier drinnen wahnsinnig weiter geht, öffne ich die Tür und gehe in den Vorraum. Dort treffe ich Michi von Ravaged. Er erzählt von einem anderen Musikprojekt, bei dem er beteiligt ist. Immer wieder geht die Zwischentüre zum Konzertraum auf. Leute kommen raus oder gehen wieder rein. Ziemlich heftig dort drinnen. Im Vorraum bekommt man die geile Mucke von Siberian Meat Grinder zwar etwas gedämpft, aber voll mit. Ich gehe wieder rein, bleibe aber an der Tür stehen. Da ist sowieso kein Durchkommen mehr. Außerdem ist es für den Notfall ideal, dort an der Tür zu stehen. Alles ist immer noch außer Rand an Band. Das ist schon sehr beeindruckend, was Siberian Meat Grinder auf der Bühne machen. Aufgrund der kleinen Bühne ist allerdings kaum Bewegung für die Musiker möglich. Sänger Vladimir macht in seiner Maske eigentlich immer auch nur einen Schritt nach links und einen nach rechts. Mehr Platz ist da nicht. Dies reicht ihm, um die Fans gewaltig aufzuputschen. Da tanzt im wahrsten Sinne der Bär. Siberian Meat Grinder legen einen irren Mix aus Speed Thrash Metal, angereichert mit einer gehörigen Portion Crossover aus Hardcore, Hip-Hop und Punk hin. In der Grundsequenz spielen sie einen richtig schnellen Speed Thrash, wobei die einzelnen Songs dann ihre eigenen Crossover Attitüden haben.

Das Publikum stampft, treibt und schwitzt. Drinnen ist wirklich kaum auszuhalten. Die Kamera habe ich mittlerweile ins Auto gebracht. Ich versuche, mir die Show wieder anzusehen. Aber aufgrund der beengten Verhältnisse ist dies sehr schwierig. So schaue ich mir immer wieder mal einen Song an, bevor ich dann wieder raus zum Luftschnappen muss. Ganze 8 Songs vom neuen Album Metal Bear Stomp schaffen es auf die Setlist. Das ist wahrlich The Bear unleashed. Als letzter Song des Abends kommt dann auch TSAR, der Herrscher der sibirischen Hölle. Nach gut einer Stunde ist das Feuer hier im Sonic Ballroom abgebrannt. Die Fans sind zufrieden und verlassen recht schnell den engen Konzertraum, um im Vorraum und im Innenhof noch etwas zu verweilen. 

Fazit: Ravaged haben am heutigen Abend den Weg zur sibirischen Hölle beschritten. Siberian Meat Grinder haben das Tor geöffnet, um den Bären TSAR, den Herrscher der sibirischen Hölle, zu entfesseln. Dieser hat dann einen großartigen Metal Bear Stomp entfacht. Was beide Bands hier gebracht haben, war richtig klasse. Aus meiner Sicht war es grenzwertig das Konzert in dem – aus meiner Sicht – überfüllten Sonic Ballroom stattfinden zu lassen. Hier hätte man sich ein Upgrade in eine etwas größere Location überlegen sollen. Nochmals die Bitte an die Betreiber des Sonic Ballrooms doch mal etwas mehr für das Licht zu tun.

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