Sonata Arctica – Pariah’s Child

“Ein Schritt zurück, um drei Schritte voran zu gehen!“

Artist: Sonata Arctica

Herkunft: Kemi, Finnland

Album: Pariah’s Child

Spiellänge: 53:17 Minuten

Genre: Power Metal

Release: 28.03.2014 (EU); 01.04.2014 (NA)

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.sonataarctica.info

Produktion: In dem hauseigenen Studio von Bassist Pasi Kauppinen Studio57 in Alaveteli, Finnland

Bandmitglieder:

Gesang, Keyboard – Tony Kakko
Gitarre – Elias Viljanen
Bass – Pasi Kauppinen
Keyboard – Henrik Klingenberg
Schlagzeug – Tommy Portimo

Tracklist:

  1. The Wolves Die Young
  2. Running Lights
  3. Take One Breath
  4. Cloud Factory
  5. Blood
  6. What Did You Do In The War, Dad?
  7. Half A Marathon Man
  8. X Marks The Spot
  9. Love
  10. Larger Than Life
  11. Pain (Bonustrack in Japan, nicht im Review inkludiert)

Sonata Arctica - Pariah's Child

Die finnischen Urgesteine des Power Metals schmeißen nach zwei Jahren Studioabstinenz wieder ein Album auf den Markt. Es schimpft sich Pariah’s Child und bringt es auf über 50 Minuten Spiellänge auf zehn Songs verteilt, in Japan sogar noch mit einer Zugabe. Nun mit neuem Basser, gibt das Quintett um Singer/Songwriter Tony Kakko wieder Gas, in welche Richtung es dieses mal geht, gilt es nun zu beurteilen.

The Wolves Die Young eröffnet das Spektakel, und wie! Langsam baut sich das musikalische Puzzle zu einem Inferno von melodischer Höchstleistung auf. Die Stimme von Tony Kakko ist unnachahmlich und wird durch technisch hochwertige Akzente von Klampfer und Drummer unterstützt. Ein Refrain mit Potenzial zum Mitsingen lässt dieses Stück als erstes Highlight der Scheibe hervortreten.

Mit Running Lights folgt sofort der nächste Kracher. Ich behaupte Sonata Arctica hat den Power Metal aus alten Tagen á la Black Sheep wieder gefunden. Ein Auf und Ab der Intensität macht neugierig und verbirgt so einige Details, die man erst nach mehrfachem Hören aufschnappt. Da kommt Freude auf, vor allem für Fans der älteren Werke der Finnen.
Auch der Song Cloud Factory bringt viel Hörspaß mit sich. Ich denke hier an die Tage von Unia zurück, allerdings mit mehr Freude und Leidenschaft, als es 2007 noch der Fall war. Es wird auch hier hervorragend akzentuiert und der Refrain ist erneut einfach zu verstehen und mitzusingen. Headbanger werden hier definitiv nicht zu kurz kommen und wer einfach nur mitgrölen oder -klatschen will, bekommt auch dafür ein paar Sekunden gutgeschrieben, dank der Funky Buttapplause Group.

Nun aber ein Stimmungswechsel, wie es der Songtitel Blood vermuten lässt. Die Freude wird durch philosophische Erzählungen von Blut, Angst, Wölfen, Menschen und dem Leben an sich ersetzt. Die Moral der Geschicht ist, dass Angst und die Leugnung selbiger uns am Leben halten. Die entsprechend anregende Musik wird dazu natürlich auch geliefert, dabei aber weder mit einer drückenden, noch freudigen Stimmung, sondern motivierend, quasi als Anfeuerung gemeint, um sich nicht hinter seiner Angst zu verschanzen. Hier hat Tony Kakko seine Feder besonders gut über das Notenpapier geschwungen.
Mit X Marks The Spot zollen die Finnen ihren Tribut an den guten alten Rock’n’Roll der 90’er, aber eben als Power Metal-, vielleicht sogar Fun Metal-Version. Von Anfang bis Ende hat man als Hörer tierischen Spaß an diesem Stück, zu dem man sein Haupthaar schütteln, lachen, singen und trinken kann. Jaako Koskinen weiß jedenfalls wie man Rock’n’Roll als Religion verkauft, dafür aber nicht, wo er seine Seele als letztes gesehen hat. Klingt unsinnig, ist es auch, aber verdammt gute Unterhaltung!

Zu Larger In Life will ich nicht mehr sagen, als dass es ein Geniestreich von Frontmann und Songwriter Tony Kakko ist. So viel musikalische, gesangliche und emotionale Abwechslung habe ich noch nie von Sonata Arctica gehört.

 

Fazit: Ich denke, dass Sonata Arctica einen Schritt zurück gewagt haben, um drei nach vorne zu schreiten. Nicht viele schaffen diesen Schritt, und noch weniger Bands glückt selbiger. Nicht jedoch bei diesem finnischen Quintett, das nach drei Alben endlich wieder an alte Zeiten erinnert, sich dennoch neu erfindet. Meiner Meinung nach ist Pariah’s Child nicht zu vergleichen mit dem Vorgänger Stone’s Grow Her Name, lässt dabei die Qualitäten der Scheibe aber nicht liegen, sondern legt diese mit denen der älteren Alben zusammen, um ein neues Meisterwerk zu schaffen. Ich kann meine Empfehlung sowohl für alte, als auch für neue Sonata Arctica-Fans aussprechen, woran ich vor wenigen Monaten noch nicht geglaubt hätte.

Anspieltipps: The Wolves Die Young, Cloud Factory und X Marks The Spot
Lennart L.
9.5
9.5
Podcast
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