Mit Not A Sound In Heaven, erschienen am 10. April 2026 über Fat Dracula Records und erhältlich als CD sowie auf Vinyl, legen Sugar Horse ein ambitioniertestes Werk vor. Die Band aus Bristol schärft ihr Profil weiter und präsentiert ein Album, das gleichermaßen herausfordert und in seinen Bann zieht.
Zwischen Wut und Reflexion
Schon der Opener Secret Speech führt direkt in die düstere, politisch aufgeladene Welt des Albums. Sugar Horse setzen sich mit globalen Konflikten und deren verborgenen Mechanismen auseinander, ohne dabei plakativ zu wirken. Stattdessen entsteht ein vielschichtiges Klangbild, das die Abgründe der Gegenwart reflektiert und dabei eine bemerkenswerte Tiefe erreicht.
Klangliche Extreme als Konzept
Musikalisch lebt Not A Sound In Heaven von seinen Kontrasten. Harte Noise- und Industrial-Passagen treffen auf fragile, fast schwebende Momente. Der Song Ex-Human Shield kombiniert maschinelle Rhythmen mit eruptiven Gitarren und verzweifelten Vocals, die immer wieder von sanften Synth-Flächen durchbrochen werden. Diese Gegensätze wirken nie beliebig, sondern sind zentraler Bestandteil der Dramaturgie. Mit History’s Biggest T-Shirts schlagen Sugar Horse eine etwas melodischere Richtung ein. Post-Punk- und Wave-Einflüsse treffen auf ausgedehnte, atmosphärische Passagen, die sich langsam aufbauen und schließlich in intensive Ausbrüche münden. Die Band zeigt hier ein feines Gespür für Dynamik und Spannungsaufbau.
Rohe Energie und unmittelbare Produktion
Ein entscheidender Faktor für die Wirkung des Albums ist seine rohe, direkte Produktion. Vieles klingt bewusst ungeschliffen und lebendig, fast so, als würde man der Band beim Spielen im Proberaum zuhören. Diese Unmittelbarkeit verstärkt die emotionale Intensität und sorgt dafür, dass selbst komplexe Arrangements greifbar bleiben. Tracks wie Company Town und Fire Graphics verdichten die zentralen Ideen des Albums zu einem dichten, düsteren Klangkosmos, der zwischen hymnischer Größe und bedrückender Schwere pendelt. Der letzte Track des Albums, You Can’t Say Dallas Doesn’t Love You, setzt schließlich einen ausufernden, atmosphärischen Schlusspunkt, der die Spannungen des Albums noch einmal bündelt. Einflüsse aus Noise, Post-Punk, Industrial und elektronischer Musik verschmelzen zu einem eigenständigen Sound, der sich klar von gängigen Genregrenzen absetzt.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Sugar Horse – Not A Sound In Heaven in unserem Time For Metal Release-Kalender.



