Nachdem sie mit ihrem Debüt Phoenix beeindruckend aus der Donnerasche ihrer Vorgängerband gestiegen sind, legen The Gems jetzt mit ihrem zweiten Album ordentlich nach. Year Of The Snake wirft die Vergangenheit wie eine alte Haut ab und etabliert das schwedische Trio als eine der führenden All-Female-Bands im internationalen Hardrock. Dabei spielt die Schlange als Symbol nicht nur als Albumtitel eine wichtige Rolle. Alle Songs entstanden im chinesischen Jahr der Schlange. Sowohl Drummerin Emlee, als auch Gitarristin Mona sind im astrologischen Jahr der Schlange geboren, und gleichzeitig steht die Schlange für Wandel und Aufbruch – der inhaltliche rote Faden, der sich durch das ganze Album zieht.
„The time to change is now“, kündigt folgerichtig auch der Opener Walls verheißungsvoll an. Wie bei Aurora auf dem Erstling wurde auch hier ein starker, pulsierend-emotionaler a-cappella-Einstieg gewählt, der perfekt als Einstieg in die Live-Gigs funktionieren wird. Dann folgt das erste Highlight der Scheibe: Der Titeltrack Year Of The Snake geht mächtig ab und präsentiert die großartige Kombination aus Guernica Mancinis kraftvollem Gesang, Mona Lindgrens packenden Riffs und Emlee Johannssons präzisem Drumming in Reinform. Mit Gravity folgt der Song mit dem wohl größten Hitpotenzial der Scheibe. Ausgesprochen eingängig, fast poppig, klingt er wie ein Potpourri der Achtziger – mit einer ordentlichen Dosis Van Halen, einer Prise Kiss und vielleicht sogar ein wenig Gloria von Laura Branigan. Das Ganze perfekt ergänzt durch den Gastgesang von Majestica-Brain und Ex-Sabaton-Gitarrist Tommy Johansson.
Diamond In The Rough, das von der toughen ersten Tournee, kleinen Locations und Entbehrungen erzählt, überrascht mit unwiderstehlichem Blues-Zauber und lässt Guernicas Stimme zu wahrer Größe erstrahlen, während sich Live And Let Go mit seinem eingängigen Rhythmus unbestreitbar als weiterer potenzieller Radiohit präsentiert. Clout Chaser kommt als starker, hintergründiger Groover und Stomper daher und bringt ein wenig „I Love Rock´n´Roll“-Attitüde mit. Bei Hot Bait wird es heiß … Es geht ziemlich eindeutig um One-Night-Stands … Dramaturgisch perfekt inszeniert folgt die akustische Abbitte auf den Fuß: Forgive And Forget, eine Power-Ballade, die beweist, dass Guernica Mancini eine der absolut besten Vokalistinnen des gesamten Genres ist. In Go Along To Get Along greifen die Schwedinnen das Thema „Frauen im Musikgeschäft“ auf. Frauen sind häufig immer noch oft gezwungen, mit dem Strom zu schwimmen und sich nach anderen zu richten. Hier wollen die drei Schwedinnen ein Zeichen setzen und Frauen Mut geben, an das zu glauben, was sie lieben, und ihre Ziele unbeirrt zu verfolgen.
Das zackige Math Ain’t Mathing, erinnert ein wenig an das starke Kiss It Goodbye vom ersten Album, fällt aber etwas ab. Im straighten Kracher Firebird wird das Phönix-Motiv des Debüts wieder aufgenommen. Erstaunlich: Hier ist Drummerin Emlee am Bass zu hören – ein Beweis, wie hoch – instrumentenunabhängig – die musikalische Kompetenz in der Band ist. Stars überzeugt mit tollem mehrstimmigem Gesang und einem Gitarrensolo, in dem Mona ihre Virtuosität zeigen kann. Das mitreißende Buckle Up und das explosive Happy Water, ein Trinklied, in dem Guernica Erfahrungen aus Fernost einbringt, lassen Year Of The Snake druckvoll ausklingen.
HIER! geht es für weitere Informationen zu The Gems – Year Of The Snake in unserem Time For Metal Release-Kalender.



