Event: Titans Tour 2026
Headliner: Manntra
Vorband: Wisborg
Ort: Knust Hamburg
Datum: 22.02.2026
Genre: harte Gitarren und Rhythmen mit kroatischem Folk-Einschlag
Besucher: Paar Hundert
Wenn ein Konzert am Sonntagabend erst gegen 21:00 Uhr beginnen soll, klingt das schon danach, dass etwas nicht stimmen kann. Da ich bei meinem letzten Konzert im Knust aber umgekehrt gefühlte zwei Stunden gewartet habe, weil sich alles verzögert hat, komme ich heute pünktlich zum angekündigten Beginn an. Also pünktlich zum letzten Song der Vorband …
Liebes Knust, kommuniziert doch bitte halbwegs verlässliche Zeiten. Danke! Und wenn ihr schon dabei seid: einheitliche Fotoregeln wären ein Träumchen. 😉
Nun denn: Was habe ich gerade verpasst? „Nicht viel“, meint ein anderer Fotograf später zu mir. Von dem, was ich gehört habe: passt nicht. Wisborg spielen langsamen, wavigen Gothic Rock. Leicht weinerliche, weiche Stimme, ein bisschen wie bei VNV Nation, alles sehr düster. Kann man mögen, muss man aber nicht. Beim Schreiben dieses Textes höre ich noch einmal kurz rein – nach zwei Songs habe ich genug. Passt gerade nicht zur Sonne, viel zu depri. Das gilt auch für die Kombi mit Manntra: Passt einfach nicht.
Wisborg geben beim letzten Song zwar noch einmal alles, ihr Gitarrist springt sogar ins Publikum, aber so richtig warm wird das Publikum nicht. Beim Umbau hingegen: Als Sabaton vom Band läuft, gibt es sofort ein paar „Lauter!“-Rufe – die auch prompt befolgt werden. Resultat: nickende Köpfe.
Dann kommen Manntra auf die Bühne. Und liefern ein Strobo-Gewitter, eine Nebelwand und verdammt harten, klaren und scharfen Sound, treibende Drums und Chori wie „Ori, Ori, give me Glory!“, die einfach Bock machen. Dazu ein Hauch kroatischer Folk. Das komplette Gegenteil von Wisborg – energiegeladen und jedes Mal ein Fest.
Ich bin überrascht, dass es keinen Moshpit gibt – vielleicht liegt das auch am etwas gehobeneren Alter im Publikum. Warum sind hier eigentlich so wenige Junge? Dafür zieht eine Frau im roten Kleid auf der Balustrade bei In The Shadows, dem vierten Song, einfach ihre hohen Schuhe aus und tanzt los. Ein Paar neben ihr macht mit. So muss das.

Ansonsten gibt es schöne Publikumsinteraktion; Bierlieferungen sind mehr als willkommen. Zwischendurch wird betont, dass ja erwiesen sei, dass drei Bier durch drei Minuten Springen ausgeglichen werden könnten.
Bei Unholy Waters springt Sänger Marko Sekul ins Publikum und tanzt mit den Fans. Zuvor ist der Barren King, einer der Gitarristen, bereits auf seinem Surfbrett über die Menge gezogen – Open Air macht das zwar mehr her, hier ist’s aber nichtsdestotrotz funny. Und der zweite Gitarrist, „Dodo“, rennt am Ende einfach mal hoch auf die Balustrade und knuddelt Fans. Einfach süß. Außerdem hat er eine verdammt gute Stage Presence.
Rundum: ein schönes Konzert. Manntra sehe ich immer wieder gern. Der Humor bewegt sich zwar eher auf Bier-und-Sex-Ebene. Und vielleicht das Deutsch des Sängers wird nach der Tour besser – dann soll das Geld angeblich für mehr als gratis Duolingo reichen.
Aber die Mucke sitzt jedes Mal: sauber, scharf, hart. Das Publikum hat Bock. Top.
Warum nur eine Zugabe?










