Vader – Humanihilty (EP)

Polnische Death-Metal-Legende mit einem kurzen Hallo

Artist: Vader

Herkunft: Polen

Album: Humanihilty (EP)

Spiellänge: 09:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 30.05.2025

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.facebook.com/vader

Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Peter
Gitarre – Mauser
Gitarre – Spider
Bassgitarre – Hal
Schlagzeug – Michał Andrzejczyk

Tracklist:

1. Genocide Designed
2. Rampage
3. Unbending (Mystic Festival Anthem 2025)

Keine Ahnung, ob die Athener weder Platz noch Bock auf neue Eulen haben, aber man müsste definitiv so einige von den Flügelviechern dahin tragen, um erklären zu müssen, wer Vader sind. Ich glaube, jeder, zumindest wer sich mit Heavy Metal beschäftigt, hat schon einmal von dieser Band gehört. Seit 1983 ist man dabei, Wahnsinn. Leider sind auch schon einige ehemalige Member gestorben und besonders Drummer Doc bleibt für immer in meinen Erinnerungen. Ein echt sympathischer Mann und megageiler Drummer. Einige Male habe ich ihn getroffen und es war immer ein Highlight. Leider hatte er seinen Drogenkonsum nicht unter Kontrolle und verstarb im Jahre 2005. Ich hatte damals die Befürchtung, dass es das jetzt mit Vader war. Aber diese polnische Vernichtungsmaschine, die als Heavy/Speed-Metal-Band begann, ist Anno 2025 immer noch dabei. Letztes Jahr auf dem Dortmund Death Fest haben sie noch einmal gezeigt, warum. Gitarrist Mauser, der schon von 1997 bis 2008 dabei war, ist seit 2024 auch wieder an Bord und Peter hat mit den Gesellen Spider (seit 2010), Hal (seit 2011) und Michal (2022) nun wieder eine absolut schlagkräftige Truppe zusammen. Leider ist es aber auch schon fünf Jahre her, dass wir was Neues von ihnen gehört haben. Es wird also mal wieder Zeit. Diese kurze EP ist ein Lebenszeichen der Band und ich hoffe, dass da bald Album Nummer 14 folgen wird. Here we go.

Genocide Designed macht dann auch gleich keine Gefangenen und warum auch. Dieses war noch nie die Stärke der Polen. Zu Beginn wird geschreddert, bis der Notarzt kommt. Dieser Part wird mit abgehackten Momenten verbunden und mit entsprechenden Stopps und danach nimmt dann das Geballer seinen Lauf. Schön auf die zwölf und geradeaus. Dieses haben Vader schon immer ausgemacht. Die Riffs sind dabei wieder nur geil, Peters Gesang ist sofort erkennbar. Ein fettes Solo, dann wieder Attacke und dann holt man sogar kurz ein melodisches Solo heraus und greift wieder an. Kurz den Eröffnungspart, dann kurz Geknatter hoch zehn. Ein schleppender, aggressiver Doublebass-Part und noch einmal auf die zwölf. Death Metal kann so einfach sein, trotz aller technischen Fähigkeiten, welche die Burschen innehaben. Vader waren schon immer vom Thrash beeinflusst, und so klingt das Hauptriff auch ein wenig vom Kollegen Hannemann beeinflusst. Macht auf jeden Fall Spaß.

Rampage ist ein Gemetzel, welches in 121 Sekunden deine Ohren malträtiert, du aber kein Verlangen hast, den HNO-Arzt aufzusuchen, sondern man möchte seinen Lauschern erneut diese kurzweiligen Schmerzen zufügen. Hellelujah, würden Vader da wohl sagen. Hier legt man gleich los wie die Feuerwehr, knüppelt alles kurz und klein und verwendet dabei den typischen Vader-Drum-Rhythmus. Dieser klingt eben typisch für die Band. Die Soli sind wieder absolut Weltklasse und demonstrieren, was die Burschen alles können. Diese werden mittlerweile ja von Vader zelebriert ohne Ende. Nach dem ersten Solo singt Peter wieder betonend nur einzelne Wörter und auch dieses ist typisch für die Polen. Rhythmisch geht es weiter, bis man dann noch einmal das Solo ziemlich lange abfeiert, während die Drums weiter ballern. Dann noch kurze Vorspieler mit einsetzenden Drums. Man rechnet noch mit einem knatternden Endpart, aber dem ist nicht so, denn hier ist Feierabend. Lecker!

Am Ende gibt es ein richtiges Groove-Monster-Werk mit Unbending (Mystic Festival Anthem 2025). Diese langsamen Stakkato-Riffs kennt man ja schon von Vader, denn diese haben sie schon immer mit eingestreut, um ein wenig das Tempo zu verschleppen, aber hier kontrollieren diese Riffs den Song. Ein wildes Solo und ein atmosphärischer Part folgen und führen einen irgendwie in die Irre, aber dann kommt eben wieder dieser absolut bangfreundliche Groove-Moment, der es absolut in sich hat und nur kurz ein wenig härter wird, ohne wirklich schneller zu werden. Die Gitarren heulen wild auf und dann wird es ganz ruhig und es ist auch schon Schluss mit lustig. Der Song lebt auch von den aggressiven Vocals und wird sicherlich live zwischen zwei Ballersongs sehr gut funktionieren. Aber natürlich übertreiben sie es auch hier nicht mit der Länge. Dieser Song wurde auch als Single vorab ausgekoppelt.

Vader – Humanihilty (EP)
Fazit
Vader is back! Lange Songs hatten sie ja im Vergleich zu anderen noch nie wirklich und so wundert es kaum, dass dieses Death-Metal-Gemetzel nur knappe zehn Minuten geht. Aber dafür sind diese sehr intensiv. Wer Vader bestellt, bekommt auch Vader. Zwei ballernde Granaten und eine Groovemaschine machen definitiv Lust auf mehr. Hoffentlich kommt bald ein komplett neues Album, denn die Polen sind mit ihrem Latein noch lange nicht am Ende.

Anspieltipps: Genocide Designed und Rampage
Michael E.
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