Vomit The Soul – Cold

Einmal Wegblasen bitte!

Artist: Vomit The Soul

Herkunft: Italien, Lecco

Album: Cold

Spiellänge: 34:03 Minuten

Genre: Brutal Death Metal

Release: 12.11.2021

Label: Unique Leader Records

Link: https://vomitthesoul.bandcamp.com/music

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Max Santarell
Bass – Stefano Rossi Ciucci
Schlagzeug – Ycio Orsanigo

Tracklist:

  1. Cold
  2. Irreversible Damnation
  3. Unchained From The Reflection
  4. Mausoleum Of Ineptitude
  5. Prelude To Nothing
  6. Wordless Litany
  7. The Lost Aurea
  8. Venerable No-One
  9. Deprivation Of The soul

Es gibt so Zufälle… Vor ein paar Monaten standen bei mir mehrere und längere Autotouren an. Dafür habe ich meine Spotify-Liste aktualisiert und bin auf die Apostles Of Inexpression von Vomit The Soul gestoßen. Das Album kannte ich schon länger und nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass die drei Italiener 2011 nach der Apostles Of Inexpression in den Sack gehauen und sich aufgelöst haben. Schade. Zwar war der Stil etwas eigenwillig, aber trotzdem geil, mit vielen Breaks und coolen Rhythmus-Elementen.

Umso mehr habe ich mich dann gefreut, dass nach zehn Jahren die Ankündigung kam, dass es ein neues Album von Vomit The Soul geben wird. Wie geil ist das denn?

Das Album kann sich echt hören lassen. Da, wo die drei Italiener vor zehn Jahren aufgehört haben, machen sie ohne irgendwelchen Schnickschnack weiter. Zwar kommt ab und an mal ein modernes Element wie der „Bass-Drop“ zum Einsatz, das fügt sich aber perfekt ein, ohne zu stören.

Schon gleich der erste Song und Titelgeber des Albums, Cold, zeigt die Marschrichtung: Krasse Power-Akkord Schieber-Riffs, eine richtig fette Produktion der Platte mit einem glasklaren Sound, der ordentlich nach vorne geht und einem unverwechselbaren, knurrenden Bass-Sound. Die Drums nageln gnadenlos durch und wechseln gefühlt im Sekundentakt den Rhythmus. Dazu kommen die Growls, die sehr stark an John Gallagher (Dying Fetus) erinnern. Eine Mischung, die passt und auch sonst, zumindest in Teilen, Einflüsse von Dying Fetus vermuten lässt. Doch statt eine stumpfe Kopie zu sein, werden Ideen weitergedacht und eigenes weiterentwickelt. Besonders fällt dies beim Song Prelude To Nothing auf, bei dem der Bassist Stefano sich beim Schlussteil richtig austoben und zeigen kann, was an Kreativität in ihm steckt. Die kleinen Einspieler fallen damit nicht aus der Reihe, sondern werten den Part immens auf und geben dem einen technischen und brutalen Vibe. So was im Brutal Death Metal ist eine gelungene Abwechslung.

Und von Abwechslung gibt es genug auf der Scheibe. Es passiert so brutal viel, dass es für eine/n Zuhörer*in nicht einfach ist, sich zu orientieren. Zwar kommen immer wieder mal groovige Mosher Parts zum Einsatz, hier sei mal der Schlussteil von Deprivation Of The Soul erwähnt, an dem man sich gut orientieren kann. Man muss aber trotzdem ein wenig Erfahrung mitbringen, um das Album in seiner Gänze zu verstehen. Die Spielzeit von 34 Minuten kommt dem Album damit sehr entgegen. Am Ende ist alles gesagt, ohne zu sehr zu fordern oder überfordern.

Vomit The Soul – Cold
Fazit
Extrem geiles Album und absolute Empfehlung für die, die mal was Härteres brauchen! Man sollte sich aber ein bisschen im Brutal Death auskennen, da man hier schnell „Lost“ sein kann. Um sich ein Bild von der Scheibe zu machen, ist es ganz gut, sich erst mal Cold und die Single The Lost Aurea anzuhören. Wenn man davon begeistert ist, wird einen der Rest der Scheibe einfach wegblasen!

Anspieltipps: Cold, Prelude To Nothing und The Lost Aurea
Christian W.
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