Khemmis – Deceiver

Es wird doomiger bei den US-Amerikanern

Artist: Khemmis

Herkunft: Denver (Colorado), USA

Album: Deceiver

Spiellänge: 41:44 Minuten

Genre: Doom Metal

Release: 19.11.2021

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://khemmisdoom.com

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Ben Hutcherson
Gesang, Gitarre – Phil Pendergast
Schlagzeug – Zach Coleman

Tracklist:

  1. Avernal Gate
  2. House Of Cadmus
  3. Living Pyre
  4. Shroud Of Lethe
  5. Obsidian Crown
  6. The Astral Road

Am 19.11.2021 ist das vierte Album der US-amerikanischen Doom Metaller Khemmis erschienen. Deceiver, so der Titel, ist über Nuclear Blast Records als CD und Vinyl verfügbar. Als Vinyl sind neben der Black Vinyl die Farben Bone in Bottle Green with Black (200 Stück) und Pink / Black Corona (500 Stück) erhältlich, wobei die farbigen Vinylausgaben später erscheinen werden.

Drei Jahre sind seit dem letzten Album Desolation vergangen und drei Jahre haben Khemmis für die Arbeit an Deceiver investiert. Laut Sänger und Gitarrist Phil Pendergast ist Deceiver das bisher dunkelste Album der Band. Aus meiner Sicht sogar das doomigste Album der Band.

Die Songs auf Deceiver sind bestimmt durch Kummer, Schmerz und Sehnsucht nach Hoffnung. Kummer, Schmerz und auch die Sehnsucht nach Hoffnung sind jederzeit anwesend und zu spüren.

Beginnend mit Avernal Gate, dem höllischen Tor, werden wir in ein dunkles doomiges Album eingeführt. Auf diesem Song und dem letzten Song des Albums sind einige Heavy Metal Einflüsse, gerade im Tempo zu finden. Auf recht schnellen Heavy Metal Passagen folgen stark im Tempo gedrosselte und epische Anklänge. Es wird schnell klar, dass Khemmis dunkler und doomiger an die Songs herangehen. Wobei Khemmis Doom Metal nicht unbedingt eine träge und schleppende Sache ist. Die Songs sind eher angespannt und von Zerrissenheit geplagt.

Ein Stück böser und düsterer wird es mit House Of Cadmus. Die Stimmung ist fast erdrückend. Wunderbar hier die Kombination von Clean und Harsh Voices, die bereits im vorangegangenen Song anklang. Beide Stimmen haben etwas – ich weiß überhaupt nicht, was düsterer oder resignierter klingt. Insgesamt hat man das Tempo in House Of Cadmus stark herausgenommen. Das ist dann die Quintessenz der darauf folgenden Songs wie Living Pyre, Shroud Of Lethe und Obsidian Crown. Alles sehr emotionsgeladene Songs, voller Verzweiflung. Tolle Gitarrenarbeit. Die innere Zerrissenheit spiegelt sich im Zweikampf von Clean und Harsh Voices mit voller Dramatik. Hier wird das Tempo nur leicht variiert, der Hörer wird in unsägliche Tiefen gezogen. Aufheulende Gitarren geben hier und dort einen seltsamen, aber doomigen Drive.

Das abschließende The Astral Road beginnt mit akustischen Gitarrenklängen zunächst ganz verspielt. Vom Tempo her bewegen wir uns nach einer kurzen Einführungsphase dann wieder in Richtung des ersten Songs, also wieder ein paar Heavy Metal Anklänge mehr. Deceiver schließt also so ab, wie es begonnen hat.

Khemmis – Deceiver
Fazit
Deceiver ist ein starkes Doom Album der Band aus Denver, vielleicht das bisher interessanteste. Auf Deceiver schwingt sich der Doom breiter als auf dem Vorgänger über die Songs. Tempogefüllte Heavy Metal Elemente sind nur noch auf dem ersten und letzten Song bemerkbar. Dazwischen regiert Kummer, Schmerz und etwas Sehnsucht nach Hoffnung.

Anspieltipps: Living Pyre, Shroud Of Lethe und Obsidian Crown
Juergen S.
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