Helldrifter – Lord Of Damnation

Melodischer Death Metal mit fetzigem Thrash aus Stuttgart

Artist: Helldrifter

Herkunft: Deutschland

Album: Lorf Of Damnation

Spiellänge: 42:28 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 29.10.2021

Label: Blood Blast Distribution

Link: https://helldrifter.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Vasilios Kolintzikis
Gitarre – Benjamin Hilpert
Gitarre – Vasilis Minopoulos
Schlagzeug – Kevin Ginnow

Tracklist:

  1. Feed The Fire
  2. Red
  3. Holy Terror
  4. Inferna In Marte
  5. On Wings Of Evil
  6. Lethargy
  7. Banned To Obscurity
  8. Lord Of Damnation
  9. Absolution
  10. Scars Of Time

Es läuft eben manchmal so, wie es laufen muss. Sänger Billy Kolins, Schlagzeuger Kevin Ginnow und Gitarrist Benjamin Hilpert hatten ein Projekt am laufen und kamen nicht so richtig vorwärts. Im Jahre 2018 quatschte man mit einem alten Kollegen, ob er nicht auch Bock hätte, was Neues zu machen. So kam es, dass Vasilis Minopoulos (auch Eleos) als zweite Gitarrist hinzukam. Die Stuttgarter legten dann auch gleich los, nahmen 2019 einen Song auf, ließen diesen Jörg Uken (Soundlodge Studio) mischen und mastern und veröffentlichten diesen digital.

Man blieb am Ball, schrieb neue Songs, nahm 2020 in den eigenen Studios auf, schickte das Material in die USA und ließen es dort von Joel Grind (HardDriveSounds Studios) mastern. Einen Basser scheint man aber nicht gefunden zu haben.

Eine Zusammenarbeit mit dem Label Blood Blast Distribution kam zustande und nun erwartet uns das Debütalbum.

Ich schätze mal, wenn man das Quartett im Proberaum besuchen würde, würde man als erstes At The Gates Klänge wahrnehmen. Zumindest, wenn man den Opener zugrunde legt. Feed The Fire klingt von der ersten Sekunde an von der schwedischen Combo beeinflusst. Das melodische Riffing zu Beginn und die treibenden  Drums sind genau deren Ding. Im schnellen Midtempo fegt man los, ergänzt diesen mit einer Melodie und setzt die Reise fort. Man bedient sich der schnellen Uftata, variiert aber schön mit dem Tempo und fügt dann ein melodisches Solo hinzu. Schön verspielt, so wie man es eben von den Kollegen aus Schweden kennt. Ein langsamer, groovender Part, der sehr druckvoll um die Ecke kommt, wird mit eingebaut, das Tempo wieder erhöht. So geht es immer hin und her. Kommt echt ganz gut. Kann man sich gut geben. Diese Mischung aus Thrash und Death Metal kommt ganz geil und aggressiv. Die Riffs sitzen und die Tempowechsel bestimmen das Geschehen. Der Opener hat Hand und Fuß, erzeugt echt gute Laune, zumal die Melodie auch sitzt und da man da auch Geschwindigkeit mit einfließen lässt, überzeugt mich das Ganze.

Der nachfolgende Song Red legt auch so los. Druckvoller Midtempo-Groove und da geht er hin. Das Riffing kann mich aber nicht so umhauen. Es folgt ein melodischer Part, der durchaus ansprechend ist. Die Vocals werden variabel gestaltet. Auf der einen Seite Growls, auf der anderen Seite Screams, die ein wenig gequält klingen. Der melodische Part erinnert irgendwie an Iron Maiden. Der Song fliegt aber irgendwie an mir so vorbei. Das melodische Solo klingt ganz gut, aber ansonsten sitzt man vor der Anlage, nickt ein wenig mit seinem Kopf vor sich hin und nimmt den Song so in Kauf.

Holy Terror kommt da schon wesentlich härter rüber. Druckvoll und im Midtempo agierend geht man zu Werke, erhöht immer wieder das Tempo und baut einen Refrainpart mit ein. Holy Terror kann man fein mitgrölen. Dann wieder melodische Leads mit Midtempo-Drumming. Selbstverständlich darf ein Solo nicht fehlen. Das Drumming läuft weiter so und der Gitarrist tobt sich ziemlich lange und ausführlich aus, man wechselt aber anschließend in schnellere Gefilde und geht dann wieder zurück. Anschließend folgt wieder der druckvolle Midtempopart und noch einmal volle Attacke. Wobei Attacke nicht wirklich extrem schnell ist, aber ein Tempowechsel innehat. Der Refrainpart ertönt noch einmal und alle können noch einmal Holy Terror mitgrowlen und dann ist auch schon Ende.

Inferna In Marte kommt ein wenig groovig daher, kann mich aber auch nicht wirklich mitnehmen. Ist nicht schlecht, aber killt auch nicht. Dabei macht man nichts verkehrt. Der Song fruchtet eben nicht so bzw. klingt sehr ähnlich.

On Wings Of Evil haut mich da schon eher um. Das zügige Tempo schockt und macht Laune. Das Riffing ist recht thrashig und klingt ein wenig nach Bay Area. Recht interessant, geiles Solo dazu und variablen Songaufbau. Yeah, der fetzt. Recht eingängig, aber auch abwechslungsreich. Die Riffs sitzen einfach und das Tempo ist durchgehend hoch und das schockt. Der Song klingt wie aus einem Guss und so soll es auch sein.

Lord Of Damnation gibt auch voll Gummi. Es wird galoppiert, was das Zeug hält. Schon ungezügelt. Auch hier können sie mit fetten Riffs überzeugen. Der Gesang wechselt sich wieder ab und man fegt eine schnelle Uftata nach der anderen ab. Feines, thrashiges Riffing. Das macht Laune, da kommt Stimmung auf. So agiert man bis zum Solo. Danach arbeitet man ein wenig verspielt im Midtempo weiter. Kommt aber auch gut. Ein paar Vorspieler und dann wird weiter galoppiert. Ja, kann man so machen. Als Bonuszugabe gibt es noch ein Solo und dann noch einmal eine Tempoverschärfung mit dem bekannten Part. Ja, wenn Hilldrifter so klingen, machen sie richtig Laune.

Wer sich für die Themen Mystik, soziologische Themen oder Horrorfilme interessiert und auf eine ordentliche Portion Death und Thrash Metal abfährt, der kann sich Lord Of Damnation geben. Für Fans von At The Gates und Legion Of The Damned. Gutes Zeug, aber Luft nach oben ist vorhanden.

Helldrifter – Lord Of Damnation
Fazit
Die Stuttgarter Helldrifter mischen Thrash und Death Metal zu einer teilweise aggressiven und teilweise melodischen Einheit, die ganz gut ins Ohr geht, aber auch einige Schwachstellen innehat. Einige Songs und einige Parts sind richtig fett, andere sind nicht schlecht, lösen aber keine Begeisterungsstürme aus. Anchecken lohnt sich aber definitiv.

Anspieltipps: Feed The Fire und Lord Of Damnation
Michael E.
6
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