Bands: Powerslave, Small Heap Misery

Location: E-Werkstatt Alsen, Itzehoe

Homepage: http://www.planet-alsen.de

Datum: 02.08.2011

Kosten: AK 10 Euro

Besucher: ca 50

Punkt 19:00 Uhr öffnet Planet Alsen seine Pforten zum heutigen Konzertabend. Für das leibliche Wohl wird mit einem Schwenkgrill und ausreichend bereitgestellten Getränken gesorgt. Nach und nach trudeln die Besucher ein. Ein Soundcheck wird vorab noch absolviert und dann kann der Abend mit dem ersten Programmpunkt losgehen. Ein ganz besonderer Gast gibt sich heute die Ehre, der vorab zu seinen Fans sprechen möchte. Andreas Schöwe, der schon lange beim Metal Hammer tätig ist, wird sein neues Buch Wacken Roll vorstellen. Er berichtet über die Ursprünge des Wacken Open Air und es kommen Zeitzeugen zu Wort, die ihre Eindrücke wiedergeben. Angereichert mit einigen Anekdoten von Künstlern, die auf dem Festival spielten, wird der Abend sehr fröhlich eröffnet. Spannend ist das Buch allemal und sollte doch einige Käufer anlocken.
Nach der halbstündigen Lesung wird es dann endlich musikalisch. Das Billing wurde kurzerhand umgestellt, da der Gitarrist von Small Heap Misery noch nicht vor Ort ist. Demnach wird Powerslave zuerst spielen.

Die hamburger Band ist für ihre Bühnenshow bekannt und ist immer wieder ein Highlight. Ihre Coversongs von Iron Maiden werden perfekt umgesetzt und stehen ihrem Original in nichts nach. Es ist tatsächlich schwer einen Unterschied festzustellen, denn auch die Stimme des Sängers Alex kann die gesanglichen Höhen ohne Weiteres meistern. Das heutige Programm ist aus den Alben der letzten 30 Jahre zusammengestellt und beginnt mit Aces High. Ein schneller Song, der direkt mit Vollgas nach vorne geht. Das ganze spielerische Können wird hier gezeigt. Die beiden Gitarristen wechseln sich mit ihren Soli ab und die Stimmung lockert sich zusehends. Fließende Übergänge halten die Atmosphäre konstant oben und es herrscht doch fröhliche Ausgelassenheit. Powerslave zeigt sich wie immer sehr sympathisch und arbeitet mit den Fans – so werden die Ansagen zwischen den Songs mit genauso viel Witz und Spaß gestaltet. Rasant und rockig geht es weiter. Der gleichnamige Song Powerslave ertönt mit harten Gitarren und ist doch etwas aggressiver gehalten. Der instrumentelle Part baut Spannung auf und klingt doch etwas geheimnisvoll. Die eingebetteten Soli werden abwechselnd zum Besten gegeben und der ruhige Abschnitt ist sehr sphärisch. Etwas melancholisch zuerst, wird danach aber wieder Fahrt gemacht und der Sound kehrt zurück zur anfänglichen Spielweise. Natürlich dürfen Songs wie Number Of The Beast und Fear Of The Dark nicht fehlen. Gerade bei diesen Songs gröhlt das Publikum mit und die Stimmung kommt definitiv zum Höhepunkt. Als Zugabe wird Run To The Hills gespielt, bei dem nochmal alles gegeben wird. Professionell und gewaltig hat sich die Band wieder gezeigt und es ist jedes mal ein Erlebnis sie live zu sehen. Bewegung, Spaß und Spielfreude im Einklang mit den Instrumenten ergeben Powerslave.

Nach einer kurzen Umbaupause gibt es jetzt härtere Musik auf die Ohren – Metalcore steht auf dem Programm. Small Heap Misery werden dieser Rolle mehr als gerecht. Brutal, extrem laut und temporeich ist ihr Konzept. Blasphemic Rows beginnt direkt mit aggressivem Gesang, der zu einem melodischem Deathmetalpart erklingt. Nach einem kurzen Break ist jedoch Schluss mit ruhigen Tönen. Schnelles Schlagzeug und Gitarren geben den Takt vor und rasen buchstäblich durch den Song. Sänger Timbos Intonation ist eher rauchig und dunkel, aber er kann auch in höhere Lagen vordringen. Eine durchgängige Melodie ist nur Untermalung und wird durch Stopps häufig unterbrochen. So wird dieses Stück auf sehr hohem Tempo gespielt, das nur durch die kleinen melodischen Passagen kurze Pausen nimmt. Ein neu komponierter Song ist Crucif*ed. Einleitend hört man nur Gitarren und das Schlagzeug setzt langsam ein. Eine sanftere Tonart schlägt die Band zu Beginn hier an. Melodisch geht es bis zum Gesang, danach wird im bekannten Metalcore gespielt. Sehr schrill klingt das Werk und wird lebendig gehalten durch kleinerer Pausen. Aber es geht definitiv noch schneller.Demonic Pleasures beginnt schon anfangs mit sehr lauten Gitarren, die schon an Krachmusik grenzen. Der Gesang ist etwas höher angelegt, so wird die Brutalität eher gesteigert. Aber auch hier findet man die ruhige Seite Small Heap Miserys. Der kurze sanftere Part nimmt etwas Fahrt heraus und der Gesang nimmt die Ruhe mit. Durch Hall verstärkt, strahlt der Song sogar etwas Tiefe aus. Wechsel im Rhythmus und der Melodie vervollständigen das Stück. Diese Band ist somit nichts für schwache Nerven und verlangt ein dickes Trommelfell. Trotz dessen sind sie aufstrebende Newcomer, die allemal sehenswert sind. Sie animieren ihre Fans zum Mitmachen und zeigen sich sympathisch und aufgeschlossen. Abwechslungsreich und stimmgewaltig, sowie kraftvoll eingesetzte Instrumente gehören zu ihrem Aufgebot. Small Heap Misery gehen in ihrer Musik voll auf und erreichen damit die Herzen ihrer Zuhörer.

Fazit: Musikalisch war der Abend ein voller Erfolg. Mit den beiden Bands wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten und die Lesung war ein sehr schöner Auftakt. Der einzige Wermutstropfen ist, dass die Besucher leider ausblieben. Die Veranstaltung wurde nicht genug angeworben und hätte vielleicht auch eine Woche früher stattfinden sollen.

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