Viogression – Thaumaturgic Veil

Klassisch, düster und alte Schule - Death Metal aus Milwaukee

Artist: Viogression

Herkunft: USA

Album: Thaumaturgic Veil

Spiellänge: 49:46 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 11.07.2025

Label: Eigenveröffentlichung

Link: https://www.facebook.com/Viogression

Bandmitglieder:

Gesang – Brian DeNeffe
Gitarre – Lief Larson
Gitarre – John Ibarra
Bassgitarre – Jason Hellman
Schlagzeug – Erik Edward Schultek

Tracklist:

1. Enûma Elish Ilū
2. Jinx
3. Akhara Aakasa
4. Renumeration
5. Samsara Ananta
6. Travesty Ov Darkness
7. Heqet Saeculum
8. Pummeled
9. Amaranthine Kairos
10. Superposition
11. Buki’s Dream*
12. Vulnus Sclopetarium
13. Ouroboros Noesis
14. Eaten By Flies
15. Aeternitas Aevum
16. As The Light Fades
17. Adrothia Akaru
18. Summon
19. Light Harvester

Viogression aus Milwaukee dürfte wohl dem einen oder anderen Die-Hard-Freak noch ein Begriff sein, vor allem denen, die in den Neunzigern metallisiert wurden. 1987 startete man als Rape, nannte sich 1988 in Apocalypse um und im Jahre 1999 dann in Viogression. Nach drei Demos erschien im Jahre 1991 das geile Album Expound And Exhort und 1992 folgte Album Nummer zwei namens Passage. Tja, und dann ging nichts mehr, sodass man sich im Jahre 1994 trennte. Zwanzig Jahre später folgten die Rückkehr und eine EP. Und dann hat es wieder acht Jahre gedauert, bis im Jahre 2022 Album Nummer drei erschien. Sänger Brian scheint zwar das letzte Originalmitglied zu sein, aber seit dem Jahre 2022 hat er jetzt eine Truppe zusammen. Album Nummer vier wird trotz bekanntem Bandnamens in Eigenregie herausgebracht.

Los geht es mit Enûma Elish Ilū. Ein düsteres Intro, welches neunzig Sekunden geht und gefühlt die Dunkelheit heraufbeschwört. Könnte auch aus einem Horrorfilm stammen. Intros haben die Burschen eh gerne. Insgesamt sind 19 Songs in der Playlist, davon sind 9 Intros bzw. Einleitungen.

Jinx folgt dann und ist somit der richtige Opener. Die Gitarren spielen vor, ein altbackener Sound erklingt, nach einem Break geht man ab ins Midtempo und liefert Freunden von Obituary ein Leckerbissen. Auch gesanglich schlägt man die Richtung von John Tardy ein. Dann wird man richtig langsam und extrem düster. Nun klingt man bis zum wilden und verspielten Uptempo nicht mehr wie die gerade genannte Band. Der Uptempo-Part wird mit einem krassen Solo kombiniert, bevor man dann wieder ins Midtempo geht und kurze Zeit später den düsteren und langsamen Part auf die Gemeinde loslässt. Dieser zieht sich ein wenig und damit endet dann auch dieser old schoolige Death-Metal-Song.

Nach dem nächsten Intro folgt der Song Renumeration und die old schoolige und klassische Death-Metal-Reise geht weiter. Am Anfang kloppt man kurz die Faust gegen die Wand und schleppt sich durch das Universum, bis man dann das Uptempo für sich entdeckt und dabei auch ein längeres Riff verwendet. Ich mag es, wenn er diese Obi-Screams anwendet. Das Tempo wird jetzt schon ein wenig variiert, aber im Grunde ist es ein recht straighter Song, der die ganze Zeit nach vorne weggeht. Natürlich muss auch ein Solo her und auch ein groovender und schleppender Part darf nicht fehlen. Dieser wird dann mit einer Tremolo-Gitarre vorgetragen und klingt somit ziemlich fett. Auf einmal ist man wieder im Uptempo, obwohl man dachte, es wäre Feierabend, aber dem ist nicht so. Und es ist immer noch nicht Schluss, denn man wechselt noch einmal kurz ins Uptempo und macht dann den Sack zu.

Und ein weiteres Intro, bevor man dann mit Travesty Ov Darkness wieder zur musikalischen Normalität zurückkehrt. Langsam und kriechend legt man los und bietet dazu einen Sprechgesang an. Diese Riffs, kombiniert mit den Drums und vor allem dem Sound sind absolut düster und dieses macht die Band irgendwie aus. Dann folgt ein vielleicht zu langer Uptempopart, der aber ein ziemlich geiles, längeres Riff dabei hat. Am Ende des Parts wechselt man in Stakkato-Gemetzel, um dann wieder ab in den Keller zu gehen. Danach wiederholt man sich von Anfang an und ballert eben ordentlich herum. Ziemlich fett, vielleicht sind die Wiederholungen ein wenig zu lang. Irgendwann fruchtet der Part nicht mehr so ganz und da er ja wiederholt wird, dann eben zweimal. Aber ansonsten gibt es nichts zu meckern.

Das ganze Album, auch oder wegen des Intros, hat eine absolute düstere Grundstimmung und macht Laune, obwohl das Album sicherlich nicht zu den Top zehn der besten Death-Metal-Alben 2025 gehören wird. Muss ja auch nicht, dafür dürften gerade die älteren Hasen sich mit Songs wie Pummeled oder Superposition absolut anfreunden können.

Man beendet das Album nicht mit einem Outro, sondern mit dem Song Light Harvester. Am Anfang legt man die Latte hoch und ballert, liefert aber dann schnelle Soloriffs. Sehr lecker, ein wenig verwirrend, denn danach gibt man Gummi, nur kurz und dann schleicht man wieder bitterböse, holt kurze Zeit später erneut den Vorschlaghammer heraus und verwendet diesen dann ein wenig länger, um dann eben wieder in die langsame und bedrohliche Schiene zu gehen. Diese wird ausführlich gefeiert und mit einem Solo versehen. Dieses wiederum wird dann am Ende geballert. Eine Minute vor Ende denkt man, es ist Schluss, aber dann hauen sie noch einmal verwirrend einen raus und dann, am Ende, gehen sie noch einmal kurz vom Gas. Das war es dann.

Es ist sicherlich nicht alles Gold, was glänzt, aber der old schoolige und klassische Death Metal, der mir an einigen Stellen ein wenig zu chaotisch wirkt, ist mehr als solide und vor allem ziemlich düster im Gesamtbild.

Viogression – Thaumaturgic Veil
Fazit
Viogression machen natürlich das, was man von ihnen erwartet. Ist ja auch klar, wenn man in den Neunzigern mit Death Metal aufgewachsen ist. Da kann man nicht anders und so ist klar, dass man old schoolig und klassisch zu Werke geht. Der Bass donnert, der Drummer spielt langsam, hat aber auch Doublebass und Blast am Start, der Gesang klingt teilweise nach John Tardy, aber eigenständig und die Gitarren brettern ein Riff nach dem anderen herunter, teilweise mit Tremolo-basierten Melodien und fetten Soli. Man klingt groovig, aber agiert auch gerne im Uptempo. Hier und da klingt das für mich ein wenig nach Chaos, aber das ist wahrscheinlich nicht so. Es fehlt so der richtige Hit. Ansonsten ist der alles hier mehr als solide und Old-School-Death-Metal-Freunde, die es düster mögen und auch neun Intros nicht stören, können zugreifen.

Anspieltipps: Renumeration und Superposition
Michael E.
7.9
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