Mit Vermaledeit haben Streams Of Blood am 18.12.2025 ihr neues Album veröffentlicht, das deutlich von den persönlichen und kreativen Umbrüchen der letzten Jahre geprägt ist. Fünf Jahre voller Veränderungen, Verluste und innerer Auseinandersetzungen haben sich hörbar in diesem Werk niedergeschlagen. Die Truppe aus Erlenbach am Main setzt nach Erløsung noch konsequenter fort. Vermaledeit wirkt wie ein direktes Echo dieser Zeit – intensiv, roh und emotional aufgeladen. Zwischen Melancholie und Nihilismus, zwischen Selbstzweifel und Momenten der Befreiung entfalten die acht Songs eine düstere, ehrliche Atmosphäre. Dabei verzichtet Streams Of Blood bewusst auf klangliche Glättung und präsentiert die Stücke in einem ungeschliffenen, unmittelbaren Gewand. Diese kompromisslose Herangehensweise verleiht dem Album eine besondere Authentizität. Vermaledeit klingt nicht konstruiert, sondern wie ein natürlicher Ausdruck des Entstehungsprozesses. Auch visuell wird die Stimmung des Silberlings unterstrichen: Das Artwork, gestaltet in Zusammenarbeit mit Void Revelations, fängt die bedrückende wie zugleich eindringliche Atmosphäre treffend ein. Mit einer Spielzeit von 36 Minuten fügt sich das Werk stimmig in das bisherige Schaffen der Band ein und wurde über The Hidden Art auf die Reise geschickt.
Aus Dunkelheit geboren: Die Essenz von Vermaledeit
Bereits mit dem Opener Shitstained Cuirass steigt die Kälte in die Glieder. Die Maschine einmal losgelassen, ist so schnell kein Halten mehr möglich. Paralyzed By Life – brachiale Konsequenz statt emotionaler Hilflosigkeit. Aus den teuflischen Fängen der Hoffnungslosigkeit gleitet der Track in blanken Hass, der mit dem Messer zwischen den Zähnen zelebriert wird. Für mich persönlich ist die Entwicklung von Allgegenwärtig zu Vermaledeit deutlich spürbar. Erløsung fehlt mir da und reißt eine kleine Lücke in den Werdegang von Streams Of Blood. Umso beachtlicher, dass die deutschen Künstler im durchaus engen Genre-Korsett Möglichkeiten gefunden haben, um die Kompositionen nicht in eine Sackgasse zu führen. Tödlich, aber auch verletzlich springt Der Körper Vergibt, Die Seele Nicht ins Ohr. Die deutschen Titel stechen positiv aus dem Kollektiv heraus. Dem steht der nächste Titel Leichenlager in nichts nach. Die Vocals drücken, die Instrumente scheppern und die Neunziger-Black-Metal-Handschrift schneidet tiefe Cuts in die welke Haut. Alle acht Stücke können dabei punkten. Fading Warmth (The End Of A Melancholic Summer) und Egocentric Pessimism lassen Vermaledeit nicht ausgleiten, vielmehr bekommt der Hörer zum Abschied noch eine finale Abreibung.
HIER! geht es für weitere Informationen zu Streams Of Blood – Vermaledeit in unserem Time For Metal Release-Kalender.



