Presented by TFM Rocks: Kataklysm + Special-Guests: Vader + Blood Red Throne am 15.03.2026 im Forum Trier

Drei Death Metal Bands zerlegen die Bischofsstadt

Eventname: Freedom Or Death Tour 2026

Headliner: Katakylsm

Vorbands: Vader, Blood Red Throne

Ort: Metropolis / Forum Trier, Gerty-Spies-Straße 4, 54290 Trier

Datum: 15.03.2026

Kosten: 49 Euro Vorverkauf, 50 Euro Abendkasse

Genre: Death Metal

Besucher: ~300

Veranstalter:  Agenda Concerts

Setliste:

  1. Wings
  2. The One Made Of Dreams
  3. Reign Forever World
  4. The Book
  5. Cold Deamons
  6. This Is The War
  7. Lead Us!!!
  8. Triumph Of Death
  9. Dark Age
  10. Helleluyah!!! (God Is Dead)

  1. Push The Venom
  2. Thy Serpents Tongue
  3. Goliath
  4. Die As A King
  5. Prevail
  6. Soul Destroyer
  7. The Rabbit Hole
  8. The Resurrected
  9. In Shadows & Dust
  10. As I Slither
  11. Bringer Of Vengeance
  12. Crippled & Broken
  13. At The Edge Of The World
  14. Narcissist
  15. The Black Sheep
  16. Elevate

Kataklysm sind gerade gemeinsam mit Vader und Blood Red Throne unterwegs und machen auf ihrer Freedom Or Death Tour 2026 an diesem Sonntagabend auch in Trier im Metropolis / Forum Halt. Vor Ort sind diesmal zwei Time-For-Metal-Vertreter, Jürgen S. und Oliver J., die gemeinsam ihre Eindrücke zum Besten geben wollen.

Los geht es mit dem Opener des Abends – Blood Red Throne.

Jürgen:  Ein wuchtiger Start in einen Abend, der ganz im Zeichen kompromisslosen Death Metals steht: Im Forum Trier eröffnen Blood Red Throne das hochkarätige Billing mit Kataklysm und Vader – und machen von der ersten Sekunde an klar, dass hier kein vorsichtiges Herantasten geplant ist.

An diesem Abend bin ich ehrlich gesagt auch ganz dankbar, das Geschehen etwas entspannter verfolgen zu können: Während mein Kollege Oliver J. die Fotos schießt, bleibt mir die Möglichkeit, das Set aus etwas Abstand wirken zu lassen. Das zahlt sich aus – denn im gut gefüllten Forum, ganz ohne Fotograben, wird es mit den ersten Mosh-Pits schnell unruhig direkt vor der Bühne.

Musikalisch lassen die Norweger Blood Red Throne keine Zweifel aufkommen. Druckvolle Gitarren, ein präzise treibendes Schlagzeug und eine spürbare Spielfreude zeichnen die Band aus. Die Nähe zum Publikum verstärkt die Wirkung zusätzlich: Jeder Break, jeder Blast trifft unmittelbar.

Nach gut 30 Minuten ist zwar schon Schluss – gefühlt deutlich zu früh, denn dieser kompromisslose, sauber gespielte Support hätte problemlos länger tragen können. Dennoch: Die Stimmung sitzt, das Publikum ist wachgerüttelt.

Nach dem Set ergibt sich für mich noch ein kurzer Austausch mit Bassist Stian Gundersen, den ich während einer Umbaupause zufällig in der angrenzenden Pizzeria treffe.

Oliver: Das Billing ist schon ein ganz schönes Schwergewicht – neben den Nothern-Hyperblast-Titanen Kataklysm aus Kanada sind auch die Death-Metal-Veteranen Vader aus Polen und die Brutal-Death-Metaller Blood Red Throne aus Norwegen am Start. Letztere eröffnen den Abend und geben direkt Vollgas. Die Jungs und allen voran Gitarrist Ivan „Meathook“ Gujić haben richtig Bock und sind genau das, was man als Anheizer mit auf Tour nehmen sollte. Die Riffs holzen ordentlich rein und so schaffen es Blood Red Throne, das Forum in nur 30 Minuten Spielzeit ordentlich auf Betriebstemperatur zu bringen. Das klappt sicherlich auch deshalb besonders gut, da es keinen Fotograben gibt und das Publikum direkt an der Bühne steht.

Jürgen: Im Anschluss betreten Vader die Bühne im Forum Trier und heben das Energielevel nahtlos auf die nächste Stufe. Die polnischen Death-Metal-Veteranen gehören seit Jahrzehnten zu den prägenden Kräften des Genres. Entstanden unter schwierigen Bedingungen im damaligen Ostblock, haben sie sich mit kompromissloser Härte und Konsequenz ihren festen Platz in der Szene erspielt.

Über die Jahre hinweg haben sie nie nachgelassen: Mit ihrem mittlerweile 13. Studioalbum Solitude In Madness (2020) zeigen sie eindrucksvoll, dass Stillstand für sie keine Option ist. Ich selbst habe die Band schon mehrfach live erlebt – zuletzt zur Tour rund um The Empire – umso gespannter bin ich, wie sie sich heute präsentieren. Die Antwort kommt schnell: genauso druckvoll, präzise und unerbittlich, wie man es erwartet. Vom ersten Ton an liefern Vader ein Set ohne Leerlauf. Rasende Riffs, messerscharfe Breaks und ein Schlagzeug, das wie ein Uhrwerk durch die Songs treibt. Hier sitzt jeder Handgriff, Frontmann Piotr Wiwczarek führt routiniert durch das Set und wirkt dabei so entschlossen wie eh und je.

Das Publikum, durch den starken Opener bereits auf Temperatur, geht sofort mit. Die Mosh-Pits werden größer, die Dynamik intensiver. Vader verstehen es perfekt, diese Energie zu bündeln und weiter anzufachen. Am Ende steht ein Auftritt, der genau das liefert, was man sich von einer Band dieses Kalibers erhofft: kompromisslosen, ehrlichen Death Metal ohne Schnörkel – und den Beweis, dass Erfahrung und Spielfreude hier Hand in Hand gehen.

Oliver: Vader habe ich zuletzt vor 10 Jahren auf dem Nord Open Air in Essen gesehen. Die Jungs sind sichtlich gealtert, was man aber von Songs wie Dark Age vom Debütalbum The Ultimate Incantation (1992), Wings oder Cold Demons vom 2000er-Release Litany oder This Is War von der 2005er-EP The Art Of War definitiv nicht behaupten kann. Und auch das Publikum weiß das Gebotene zu würdigen, und so geht es im beengten Platz vor der Bühne gut zur Sache.

Jürgen: Zum Abschluss des Abends übernehmen Kataklysm als Headliner im Forum Trier und machen schnell klar, warum sie seit Jahrzehnten zur Spitze des Genres gehören. Mit ihrer Mischung aus Melodic Death Metal, wuchtigen Grooves und unbändiger Energie bringen sie den Saal ein weiteres Mal zum Kochen.

Seit den frühen Neunzigern aktiv und mit inzwischen 15 Studioalben im Rücken – darunter das aktuelle Goliath – wirkt die Band um Frontmann Maurizio Iacono kein bisschen müde. Im Gegenteil: Die Spielfreude ist sofort spürbar, die Performance druckvoll und routiniert zugleich. Ich habe Kataklysm schon mehrfach live erlebt, zuletzt im vergangenen Sommer bei der Pre-Party zum Dortmund Deathfest, und auch diesmal bestätigen sie wieder ihren Status als absolutes Live-Highlight.

Die Setlist verbindet geschickt neues Material mit Klassikern. Der Titeltrack Goliath reiht sich nahtlos ein neben Fan-Favoriten wie In Shadows and Dust, As I Slither oder The Rabbit Hole. Jeder Song sitzt, jede Bridge zündet, und die Band versteht es, die Energie des Publikums immer weiter nach oben zu treiben. Vor der Bühne ist längst kein Halten mehr, die Mosh-Pits rotieren, die Menge geht geschlossen mit.

Was Kataklysm dabei besonders auszeichnet, ist neben der musikalischen Wucht auch ihre greifbare Bodenständigkeit. Eine Erinnerung kommt mir dabei unweigerlich wieder in den Sinn: Bei einer Signierstunde vor einigen Jahren, eher locker besucht, hatten die Musiker sichtbar Spaß, kritzelten Autogrammkarten mit kleinen Spielereien wie Hasenohren oder Hörnern voll und sorgten für eine angenehm ungekünstelte Atmosphäre. Genau diese Nahbarkeit spiegelt sich auch heute noch auf der Bühne wider. Am Ende steht ein Headliner-Auftritt, der keine Wünsche offenlässt: kraftvoll, mitreißend und voller Leidenschaft. Ein würdiger Abschluss für einen rundum intensiven Death-Metal-Abend in Trier.

Oliver: Bei Kataklysm wage ich mich noch zu Beginn in die erste Reihe, um ein paar Fotos zu schießen, aber die Jungs sind bekannt dafür, jede Location – egal ob groß oder klein – so anzuheizen, dass es richtig zur Sache geht. Und genau so kommt es dann auch. Beim Goliath ist das Forum voll dabei und Songs wie Prevail, In Shadows & Dust oder Crippled & Broken sorgen wahrlich nicht dafür, dass sich die Situation beruhigt. Lediglich der beinahe obligatorische security stress test bei As I Slither musste mangels Security entfallen, was der Stimmung aber definitiv keinen Abbruch tut.