Mike Ness und Social Distortion – es wurde auch Zeit, dass sich der Stachel im Arsch der amerikanischen Gesellschaft meldet. Seit 1979 ist Ness mit seiner Band unterwegs und veröffentlichte in den vielen Jahren gerade einmal sieben Platten, die aber allesamt ein sehr hohes Ansehen genießen, nicht nur in den USA. Lyrisch gerne kritisch unterwegs und den Finger in die Wunde der sozialen Missstände des Landes steckend, stoppte Ness 2024 eine Krebserkrankung. Jetzt ist er zurück und Born To Kill macht vom Titel bereits klar, dass Social Distortion lyrisch keine Zurückhaltung an den Tag legen werden.
Born To Kill – Willkommen zurück Mike Ness und Social Distortion
15 Jahre nach Hard Times And Nursery Rhymes melden sich Mike Ness und Co. zurück. Musikalisch geht es zwischen Punk, Rock ’n’ Roll und lässigem Hard Rock zur Sache. Der Titeltrack legt punkig und aggressiv los, der Refrain setzt sich schnell im Ohr fest und hat Hitpotenzial. Auch No Way Out liefert eine punkige Grundstimmung, die spätestens bei The Way Things Were und Tonight von einer angenehmen Lässigkeit ersetzt wird. Die beiden Nummern funktionieren genauso am Lagerfeuer wie im Cabrio.
Partners In Crime? An wen Ness und Co. hierbei denken, liegt auf der Hand, oder? Tatsächlich geht es um die Kriminalisierung von zum Beispiel Bands und Musikfans, die die falschen Texte schreiben bzw. hören, sodass Ness sich selbst und seine Fans als Partners In Crime ansieht. Trotzdem kommt nicht der gehobene Zeigefinger, sondern der lässige Ness-Rocker um die Ecke, der an das Material vom 2011er-Vorgängerwerk erinnert.
Von Country bis Pop – Social Distortion testen ihre Bandbreite
Hatten wir schon Country? Crazy Dreamer mit der Singer & Songwriterin Lucinda Williams ändert die Tonlage in eine ganz andere Richtung und versetzt die Zuhörerschaft in die nächste Bar bei einem Whisky, Tanz und Musik. Über die Coverversion Wicked Games, gemeinsam mit Chris Isaak, den leicht punkigen Walk Away (Don’t Look Back) und härter rockenden, aber eingängigen Never Goin‘ Back Again geht es zu Don’t Keep Me Hanging On. Bei dem Titel werden viele Menschen vermutlich den Film Trainspotting vor Augen und Lou Reed mit Perfect Day in den Ohren haben. Ness liefert eine fast schon typische Social-Distortion-Hymne, bei der der Refrain zum Fist Raising einlädt und die live eigentlich gesetzt sein muss. Der Schlusspunkt nennt sich Over You, wo Ness nochmals eine etwas härtere Gangart auf die Platte bringt, ohne dass Eingängigkeit und Mitsingrefrain verloren gehen.
Das Schlusswort liefert Mike Ness und es ist mehr als treffend formuliert:
„… glückliche Menschen sind dankbare Menschen. Die, die es nicht sind, sind nicht glücklich.“
Hier geht es für weitere Informationen zu Social Distortion – Born To Kill in unserem Time For Metal Release-Kalender.



